Liebstöckel – Gewürze Lexikon

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Liebstöckel – Levisticum officinale

Allgemeines: Diese krautige und mehrjährige Pflanze ist auch als Maggikraut, Badekraut und Labstockwurzel bekannt. Liebstöckel gehört zur Familie der Doldenblütler. Die Heimat liegt in Südwestasien und Südeuropa. Mittlerweile ist das Kraut aber in Mitteleuropa in kultivierter und verwilderter Form anzutreffen.

Liebstöckel - Levisticum officinale
Wie sieht Liebstöckel aus? – Levisticum officinale

Das Kraut hat einen aufrechten Wuchs mit hohlen Stängeln. Es kann leicht eine Höhe bis 2 m erreichen. Die zwei- bis dreifach gefiederten Blätter sind an ihren Rändern grob gezähnt. In den Monaten Juni bis August erscheinen gelb- grüne Blüten. Sie bilden jeweils eine 10 -bis 20 strahlige Dolde.

Beim zerreiben entfalten die Blätter den typischen Maggigeruch. Im Liebstöckel sind neben ätherischen Ölen auch Harze und Bitterstoffe enthalten.

Ernte: Die Blätter des Maggikrauts können mehrmals im Jahr geschnitten werden. Allerdings sollten eine Ernte vor der Blüte erfolgen, denn die Blüte entzieht den Blätter das Aroma. Die Blätter können frisch Verwendung finden, aber auch getrocknet und eingefroren werden.

Die Ernte der Wurzeln erfolgt im Herbst. Anschließend werden sie gereinigt, die Seitenwurzeln entfernt und dann in Stücke geschnitten und an der Sonne getrocknet. Die reifen Samendolden sollten an einem schattigen und luftigen Ort zum Trocknen aufgehängt werden. Dann lassen sich die Samen einfach herausschütteln.

Anzucht: Liebstöckel ist sehr schnell und auch stark wachsend. Die Pflanzen können im zeitigen Frühjahr in einer Keimbox oder Frühbeet vorgezogen werden. Daneben ist auch eine direkte Aussaat ins Freiland von März bis Juli möglich. Die Saattiefe sollte mindestens 3 cm betragen. Zur Bildung von üppigen Pflanzen ist ein sonniger bis halbschattiger und nährstoffreicher Standort notwendig. Liebstöckel muss immer reichlich gegossen werden.

Falls auch die Wurzeln Verwendung finden, ist ein humoser Boden von Vorteil.

Verwendung: Liebstöckel hat ein sehr pikantes, süßlich- bitteres Aroma. Daher sollte es auch beim Würzen etwas sparsam eingesetzt werden. Das Maggikraut kann beim Verfeinern von Suppen, Eintöpfen, Fleisch-, Geflügel- und Fischgerichten Verwendung finden, aber auch Reisgerichte, Ragouts, Pasteten, Salate und Quark erhalten einen aromatischen Geschmack. Bei der Zubereitung der Gerichte können dann die Blätter mitgekocht oder auch die getrocknete Wurzel feingemahlen werden und dann davon eine kleine Prise zugegeben.

Die Wurzeln verwendet man auch sehr gerne zur Herstellung von Kräuterlikören. Die Samen geben Süßspeisen und auch Marmeladen einen ganz besonderen Geschmack.

Daneben ist Liebstöckel für seine reinigende, harntreibende, die Monatsblutung fördernde und verdauungsfördernde Eigenschaften bekannt.

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