Erziehung der Kinder

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Liebevolle Eltern sind das wertvollste Geschenk, das einem Kind mit auf den Weg gegeben werden kann. Und doch reicht die Liebe allein nicht aus, um die Kleinen zu gesunden Menschen zu erziehen, die im Leben die besten Wege einschlagen und mündige Entscheidungen treffen können.

Liebevolle Konsequenz als Erziehungsstil

Konsequente erziehung
Konsequente Erziehung kann liebevoll sein

Kinder müssen bereits früh lernen, dass ihre Handlungen immer auch zu Reaktionen ihrer Umwelt führen werden – denn was nützt es, ihnen alles durchgehen zu lassen und sie dann auf die Nase fallen zu sehen, wenn die Realität ihnen beibringen muss, dass das nur bei den Eltern funktioniert hat?

Was bedeutet Konsequenz in der Erziehung?

Konsequenz wird gerne mit Strenge verwechselt und stößt deswegen bei liebevollen Eltern auf ablehnende Ohren. Dabei liegen Welten zwischen diesen beiden Extremen. Strenge bedeutet, dass die Eltern mehr oder weniger gut angenommene Regeln festlegen und keine Ausnahmen zulassen.

Wenn es heißt, um 19 Uhr ist das Kind vom Spielen wieder zu Hause und es erscheint 5 Minuten zu spät, dann bleibt der Fernseher aus und es gibt nicht einmal dann eine Ausnahme, wenn der Nachwuchs auf dem Heimweg etwa durch einen Autounfall einen anderen Weg gehen musste und ohne diesen pünktlich gewesen wäre.

Konsequenz dagegen leitet sich von der konsequenten Einstellung ab. Alles, was man im Leben tut oder nicht tut, wird bei den Mitmenschen eine Reaktion provozieren, also eine Konsequenz. Will das Kind diese nicht, dann muss es vermeiden, dass es zu der Situation kommt, die die Konsequenz zur Folge hätte. Eltern nennen dem Kind die Regeln und sagen ihm vorher genau, was passieren wird, wenn sie nicht eingehalten werden. Drakonische Strafen gibt es allerdings nicht und jede Entscheidung bleibt ein Einzelfall; jede Handlung des Kindes hat schlichtweg ihre Konsequenz und diese ist vorher bekannt, so dass der Nachwuchs selber entscheiden kann, ob er sie in Kauf nimmt oder nicht.

Konsequenz in der Erziehung im Fallbeispiel

Angenommen, das gleiche Kind kommt 5 Minuten nach dem vereinbarten Zeitpunkt um 19 Uhr nach Hause und berichtet, es habe einen Umweg vom Haus des Freundes nehmen müssen, da es einen Autounfall gab und die Straße gesperrt war. Andernfalls wäre es pünktlich da gewesen.

Konsequenz im vernünftigen Maß bedeutet, dass das Kind keine Strafe zu befürchten hat, denn für den Unfall kann es nichts und es wäre nicht gerade förderlich, es zu bestrafen, obwohl es doch pünktlich losgezogen ist und der gute Wille da war, die Regel einzuhalten.

Allerdings sollten die Eltern sich hinsetzen und dem Nachwuchs bewusst machen, dass dieser Einzelfall in Ordnung ist, dass es aber besser gewesen wäre, etwas früher los zu gehen. Denn zu solchen Ereignissen kann es immer unvorhergesehen kommen, das hat das Kind jetzt selber erlebt. Und was wäre gewesen, wenn es beispielsweise gerade unterwegs zu einem Freund gewesen wäre und dadurch 5 Minuten gemeinsame Zeit verloren gewesen wären?

Von vernünftigen Konsequenzen, Kontinuität und ungerechten Strafen

Konsequenz muss sein, Konsequenzen aber müssen angemessen bleiben und dem Kind bekannt sein. Zu strenge Erziehung, hohe Strafen für kleine „Vergehen“ oder Konsequenzen, die vorher nicht abgesprochen waren und spontan erfolgen, schädigen nachhaltig das Vertrauen.

Man stelle sich einmal die folgende Situation vor: Das Kind kommt aus der Schule nach Hause und bringt eine schlechte Note mit. Bekannt war vorher, dass es dann mehr lernen oder zur Nachhilfe muss, je nachdem, was abgesprochen war. Damit ist der Fall aber auch schon erledigt, diese Sicherheit jedenfalls muss dem Nachwuchs geboten werden.

Wenn die Eltern spontan wütend werden oder zusätzlich beschließen, dass das Kind nun eine Woche nichts mehr mit den Freunden unternehmen darf, um zu lernen (was ohnehin nicht funktioniert, denn welches Kind lernt die ganze Zeit zwischen der Heimkehr aus der Schule und der Schlafenszeit?), dann brauchen sie sich nicht darüber zu wundern, dass das Kind ihnen nicht mehr vertraut und die Note vielleicht sogar verheimlicht. Konsequenzen stehen vorher fest, und daran halten sich Eltern und Kinder gleichermaßen.

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