Kurzgeschichte Haustier

Kurzgeschichte Haustier – Eine Überraschung für Erik

Drei Tage waren vergangen, seitdem Eriks Eltern gute Nachrichten für ihn hatten. „Wir haben eine große Überraschung für dich, Erik. Aber du musst dich noch ein paar Tage gedulden“, sprach seine Mutter zu ihm. Erik konnte es kaum erwarten, endlich seine Überraschung zu bekommen. Drei lange Tage hatte er gewartet und er wurde immer ungeduldiger.

Kurzgeschichte Haustier
Kurzgeschichte zum Thema Haustiere

Erik, gerade einmal 12 Jahre alt, war ein sehr umgängliches Kind. Er war stets freundlich und hilfsbereit. Erik hatte viele Freunde, die seine gute Laune immer zu schätzen wussten. Bei seinen Freunden und in der Schule war Erik sehr beliebt. Darüber hinaus war er ein guter Schüler, der immer gute Noten vorwies. Dies erfreute natürlich seine Eltern. Da Erik ein so guter Junge war, beschlossen seine Eltern, ihm etwas ganz Besonderes zu schenken, was er sich schon seit langer Zeit gewünscht hatte.

Erik hatte keine Ahnung, was seine Eltern im Schilde führten. Er dachte viel darüber nach, um was für eine Überraschung es sich handeln konnte. Seine Eltern machten es sehr spannend, denn erst vier Tage nach der Ankündigung der Überraschung erklärten sie ihrem Jungen am Frühstückstisch, dass es bald so weit sei und Erik seine Überraschung bekäme.

„Wenn du heute Nachmittag von der Schule kommst, wartet die Überraschung in deinem Zimmer. Du kannst dich also schon mal darauf freuen“, erklärte Eriks Vater. Natürlich stieg Eriks Vorfreude rasch weiter an. „Ich bin wirklich gespannt“, meinte Erik und versuchte, sich seine Aufregung nicht anmerken zu lassen, doch seine Eltern spürten, dass er sich schon sehr auf die Überraschung freute, die ihn später am Tag erwarten würde. „Aber jetzt gehst du erst einmal zur Schule“, sprach Eriks Vater. „Das mache ich“, antwortete Erik. Er nahm seinen Schulrucksack und machte sich auf den Weg zur Schule.

Während des Unterrichts versuchte Erik, die Vorfreude auf seine Überraschung zu verdrängen, um sich voll und ganz auf den Unterricht konzentrieren zu können. Natürlich fiel es ihm schwer, sich zu konzentrieren, denn er konnte nicht verhindern, dass er ab und zu über die Überraschung nachdachte. Einige Unterrichtsstunden vergingen, doch Erik musste noch den Sportunterricht abwarten, ehe er nach Hause konnte. Zum Glück war Sport eines der Lieblingsfächer von Erik. Er freute sich jede Woche auf die beiden Sportstunden, denn Erik war ein sportlicher Junge. Nach verschiedenen Übungen gab der Sportlehrer bekannt, dass sich die Klasse in zwei Gruppen aufteilen solle, um eine Runde Fußball zu spielen.

Erik freute sich darüber, denn Fußball war mit großem Abstand seine Lieblingssportart. Er war schon immer ein guter Fußballspieler, doch angetrieben von der Vorfreude auf die Überraschung, zeigte er während des Fußballspiels im Sportunterricht eine besonders gute Leistung, was auch seinem Lehrer auffiel. Der Lehrer lobte Erik nach dem Unterricht für seine Leistung. Das war eine tolle Bestätigung für Erik. Als der Sportunterricht zu Ende war, begab sich Erik in die Umkleidekabine, wo er von seinem besten Freund angesprochen wurde. „Hast du heute Lust, zu mir zu kommen? Wir könnten ein bisschen raus gehen und noch etwas Fußball spielen.“

Normalerweise wäre Erik gerne zu seinem Freund gegangen, um mit ihm Fußball zu spielen, doch die Überraschung, welche Erik zu Hause erwartete, war für ihn verlockender. „Ich kann leider nicht. Meine Eltern haben eine Überraschung für mich und ich soll sie heute bekommen“, erklärte Erik seinem Freund. „Oh, und was ist das für eine Überraschung?“, wollte Eriks Freund wissen. „Das weiß ich leider nicht. Aber ich freue mich schon sehr darauf. Sobald ich mich umgezogen habe, werde ich sofort nach Hause gehen. Ich kann es kaum noch erwarten, daheim anzukommen.“

„Ich wäre gerne dabei, wenn du die Überraschung von deinen Eltern bekommst.“ „Na, dann komme doch einfach mit mir“, meinte Erik. „Ich kann nicht. Ich muss erst zu mir nach Hause. Sonst machen sich meine Eltern sorgen“, erklärte Eriks Freund. „Ich verstehe. Naja, ich sage dir dann sofort Bescheid, wenn ich weiß, was die Überraschung ist. Okay?“ Eriks Freund nickte. Es dauerte nicht lange, bis Erik sich umgezogen hatte. Als er fertig war, nahm er seinen Schulrucksack und machte sich sofort auf den Heimweg. Seine Eltern warteten bereits auf ihn, denn sie wollten sich einen kleinen Spaß mit ihrem Sohn erlauben.

„Er müsste jeden Moment kommen. Hast du alles vorbereitet?“, fragte Eriks Mutter. „Ja, ich habe mich um alles gekümmert. Erik wird große Augen machen, wenn er sein Zimmer betritt. Ich bin schon gespannt darauf, wie er auf die Überraschung reagieren wird. Damit rechnet er bestimmt nicht. Kannst du ihn schon sehen?“, wollte Eriks Vater wissen. „Ja, da kommt er. Komm, setzen wir uns auf das Sofa.“ „Das ist eine gute Idee. Wir tun so, als hätten wir die Überraschung vergessen. Das wird witzig.“

Als Erik die Haustüre hereinkam, saßen seine Eltern auf dem Sofa. Erik stellte sich vor seine Eltern und sah sie skeptisch an. „Wollt ihr mich hereinlegen?“ Seine Eltern schmunzelten. „Tut uns leid. Den Spaß wollten wir uns nicht entgehen lassen.“ „Ja, schon gut. Wo ist meine Überraschung? Ich freue mich schon den ganzen Tag darauf.“ „Du möchtest deine Überraschung haben?“, fragte Eriks Vater amüsiert. „Ja, bitte“, antwortete Erik. Inzwischen war er sehr ungeduldig geworden. „Wenn du deine Überraschung haben möchtest, solltest du mal einen Blick in dein Zimmer werfen. Ich glaube, da ist etwas für dich.“ Erik eilte zu seinem Zimmer und öffnete die Tür. In der Mitte des Zimmers befand sich die Überraschung, welche für Erik gedacht war.

Erik stand ohne Regung in seinem Zimmer. Er konnte es kaum glauben. In seinem Zimmer stand ein Käfig für Nagetiere und darin befanden sich zwei kleine Meerschweinchen. Eriks Eltern tauchten hinter ihm auf. „Na, was ist los? Willst du nicht mal näher herangehen? Das sind immerhin deine beiden Meerschweinchen“, meinte Eriks Mutter. Erik drehte sich um und fiel seinen Eltern in die Arme, denn er freute sich darüber, dass er nun zwei eigene Meerschweinchen hatte.

Er träumte schon so lange davon, eigene Meerschweinchen zu haben, denn dies waren seine absoluten Lieblingstiere. Oftmals besuchte er einen Klassenkameraden, da dieser drei Meerschweinchen hatte und Erik nutzte dann gerne die Zeit, um die Tiere zu beobachten und sie zu streicheln. „Das sind wirklich meine Meerschweinchen?“, fragte Erik leicht ungläubig. „Ja, das sind jetzt deine Meerschweinchen. Es sind zwei Weibchen. Hast du denn schon eine Idee, wie du sie nennen magst?“, fragte Eriks Vater. „Nein, das muss ich mir noch überlegen“, erklärte Erik. „Na, das macht ja nichts. Du musst ihnen ja nicht gleich einen Namen geben. Das hat noch Zeit.“ „Genau“, bestätigte Eriks Mutter.

„Vielen Dank für diese tolle Überraschung.“ „Gern geschehen“, sprachen Eriks Mutter und Vater zeitgleich. „Aber denke daran, dass Haustiere mit viel Verantwortung verbunden sind. Die beiden Meerschweinchen brauchen täglich frisches Wasser und natürlich auch Futter. Außerdem bist du dafür verantwortlich, dass ihr Käfig gereinigt wird. Das sind schließlich keine Spielzeuge, sondern Haustiere.“ „Ich weiß“, antwortete Erik. Ich werde mich gut um die beiden kümmern.“ „Das wissen wir. Nun lassen wir dich mit deinen beiden Meerschweinchen erst einmal alleine. Dann habt ihr die Gelegenheit, euch ein bisschen besser kennenzulernen.“

Mit diesen Worten gingen Eriks Eltern aus dem Zimmer. Erik setzte sich neben dem Käfig auf den Boden. Die zwei kleinen Meerschweinchen schauten neugierig zwischen den Gitterstäben hindurch. „Hallo ihr zwei. Mein Name ist Erik. Ihr zwei seid sehr niedlich. Ich habe zwar noch keine Namen für euch, aber die werden mir bestimmt noch einfallen.“

Als es Zeit für das Abendessen war, kam Erik aus seinem Zimmer und begab sich in das Esszimmer, wo seine Eltern schon am Tisch saßen. Das Essen befand sich bereits auf dem Tisch. Es duftete verlockend und Erik hatte einen großen Hunger. „Habt ihr euch schon angefreundet?“, wollte Eriks Vater wissen.

„Nein, die Meerschweinchen sind langweilig. Ich interessiere mich nicht mehr für die Tiere.“ Eriks Eltern waren geschockt, doch da fing Erik plötzlich an, laut zu lachen. „Das war nur ein Spaß.“ Seine Eltern wirkten erleichtert. „Erschrecke uns doch nicht so!“ „Ich möchte mich noch einmal bei euch bedanken. Das war wirklich eine ganz tolle Überraschung.“

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