Körpersprache im Beruf

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Körpersprache ist wichtig – nicht nur bei einer Bewerbung

Personalmanager achten nicht nur auf die verbalen Signale eines Kandidaten, sondern beobachten auch sehr stark die Körpersprache eines Bewerbers. Gerade junge Kandidaten sind häufig nervöser, agieren besonders unsicher oder wissen nicht, wo sie die Arme lassen sollen.

Körpersprache im Vorstellungsgespräch
Körpersprache für den ersten Eindruck

Ganz wichtig sind schon bei der Begrüßung der geradlinige Händedruck und der Augenkontakt. Jemanden während eines Gespräches nicht in die Augen schauen zu können, wirkt nicht nur sehr unsicher, sondern kann auch bedeuten, dass der Kandidat etwas zu verbergen hat.

Aber auch die Sitzposition verrät viel über einen Menschen. Zu weit nach vorne gebeugt wirkt schnell aggressiv, aber zu lässig nach hinten gelehnt schreckt ebenfalls ab. Vor allem merken viele Bewerber gar nicht, dass sie sich vor Nervosität öfter bewegen oder gar hin und her rutschen.

Solche Unsicherheiten kombinieren sich schnell zu einem Bündel von negativen Signalen. Wer unsicher ist, spricht in zu hoher Tonlage. Oft werden Sätze mittendrin abgebrochen oder verlieren sich dann ins Nirwana, weil der entscheidende Punkt nicht getroffen wurde. Ein Verlust der eigenen Selbstsicherheit geht häufig mit einem stark umgangssprachlichen Vokabular und dem Gebrauch von Füllwörtern wie äh, eigentlich, hmmm oder also einher.

Pausen sind dann ein wichtiges Element, denn in diesen Momenten kann sich der Bewerber wieder sammeln und tief durchatmen. Grundsätzlich ist es immer wichtig, eine passende Sprachgeschwindigkeit einzuhalten, damit der Gesprächspartner weder gelangweilt oder gar mit Informationen überfordert wird.

Eine kleine Pause erhöht den eigenen Spannungsbogen und gibt dem Bewerber die Chance schnell in sich zu gehen und die nächsten Sätze gezielt vorzubereiten. Dabei können Sie in den Pausen Luft holen. Dies ist ein ganz wichtiger Aspekt, da die richtige Atmung das Sprechen nicht nur unterstützt, sondern gezielt eingesetzt, das gesprochene Wort hervorhebt. Eine zu flache Atmung deutet dagegen auf Unsicherheit und Nervosität hin.

Gerade in Rhetorik und Körpersprache bestehen oft gravierende Unterschiede in der Wirkung auf andere Menschen und der eigenen Selbstwahrnehmung. Insbesondere immer dann, wenn die Nervosität ansteigt, verändert der Mensch sein eigentliches Verhalten abrupt und eine stetig steigende Nervosität wird spürbar.

Selbst Schauspieler, die eigentlich in der Verkörperung verschiedener Rollen souverän agieren, kennen das Symptom als Lampenfieber. Andere fühlen sich in einem großen Raum schon verloren und eingeschüchtert. Weil ein Bewerbungsgespräch auch eine große Veränderung in Ihrem Leben bedeuten kann, sollten Sie jeden möglichen Malus an sich finden, bewerten und trainieren.

Auf keinen Fall sollten Sie dem Personalmanager etwas vorspielen oder in eine falsche Rolle schlüpfen, denn dann verlieren Sie Ihre Glaubwürdigkeit und Ihre komplette Professional Integrity könnte in Frage gestellt werden.

Trainieren Sie ruhig einmal das Gespräch, bevor Sie es wahrnehmen. Ziehen Sie Ihre gewählte Kleidung für den Termin an und betrachten sich ganz in Ruhe.

Ist der Kopf gerade? Hängen die Schultern? Sind die Füße ausgerichtet und Beine gerade? Nichts ist schlimmer, als wenn jemand in einer gekrümmten Demutshaltung ins Gespräch geht. Also stehen Sie gerade, lassen Sie sich von der gewählten Kleidung positiv anstecken und dann nehmen Sie vor dem Spiegel Platz.

Da gerade stehende Menschen ein viel größeres Selbstbewusstsein ausdrücken, können Sie diese Übung auch im Alltag immer wiederholen. Blicken Sie einmal auf sich selber beim Flanieren an Schaufenstern oder in die Glasscheiben eines Buswartehäuschens. Sie werden spüren, dass Sie unbeobachtet, wieder schnell in alte Verhaltensmuster fallen. In einer angenehmen und gewählten Sitzposition bleiben Sie dann 10 Minuten sitzen.

Fühlen Sie sich dabei schon unwohl oder möchten Sie die Position wechseln? Dann versuchen Sie es so unaufällig wie möglich. Viele bemerken erst jetzt, dass ein ruhiges Sitzen schwer fällt. Schauen Sie genau, ob Ihre Kleidung gut wirkt und Ihnen Ihr Erscheinungsbild gefällt. Wenn Sie die bestmögliche Position gefunden haben, beginnen Sie einen Monolog mit sich selbst. Versuchen Sie einmal fünf Minuten etwas über Ihren letzten Urlaub zu erzählen. Ein spannendes oder lustiges Erlebnis. Wählen Sie eine Geschichte, die einen großen Eindruck auf Sie hinterlassen hat.

Bilden Sie eine kleine Einführung, kommen Sie dann zum eigentlichen Thema, bauen Sie einen Spannungsbogen auf, setzen Sie Pausen und platzieren Sie die Pointe. Hätte Ihnen die Geschichte als Zuhörer gefallen? Meinen Sie, dass andere Zuhörer nun auch dorthin fahren möchten?

Auch wenn dieser Teil noch so langweilig ist, es hilft nur üben, üben, üben. Schon nach kurzer Zeit werden Sie merken, dass sich die gleiche Geschichte immer anders anhören kann, wenn Sie mit der Erzählweise variieren, ein anderes Vokabular wählen oder bewusste Betonungen setzen. Wählen Sie dann Ihren Favoriten und üben Sie an weiteren Beispielen.

Achten Sie dabei auch auf Ihre Hände. Bleiben Sie ruhig oder setzen Sie diese bei der Erzählung mit ein? Gesten mit der Hand können ein Gespräch untermalen, spannender gestalten. Aber wenn zu stark und ausladend damit gestikuliert wird, dann wirkt es bedrohlich auf den Zuhörer und eher abschreckend.

Trainieren und beobachten Sie Ihre Körpersprache, die Atmung sowie die Ausdrucksweise. Auch das Lächeln sollte nicht angestrengt wirken, sondern dezent natürlich. Immer daran denken: Bewerber mit positiver Ausstrahlung haben mehr Chancen.

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