Kinderlied – mehr als nur ein bisschen singen

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Die Geschichte der Kinderlieder

Die Geschichte der Kinderlieder reicht in Deutschland nur bis in das 19. Jahrhundert zurück. Der bekannteste Herausgeber war August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, ein Hochschullehrer für Germanistik. Er hat alleine schon über 500 Texte zu Kinderliedern geschrieben, ebenso wie der Pädagoge Friedrich Fröbel oder Ernst Anschütz.

Kinderliede sind wichtig für die Entwicklung der Kinder
Kinderlieder gemeinsam singen

Zu den ältesten Kinderliedern gehören:

  • Fuchs, du hast die Gans gestohlen
  • Häschen in der Grube
  • Alle Vögel sind schon da
  • Ein Männlein steht im Walde
  • Summ, summ,summ
  • Kuckuck, Kuckuck, ruft’s aus dem Wald

Diese Klassiker unter den Kinderliedern, die teilweise von A. H. Hoffmann von Fallersleben stammen, werden auch heute noch gesungen, obwohl eine Vielzahl „moderner“ Lieder hinzugekommen sind. Es gibt Kinderlieder nach Jahreszeiten, nach Festen, nach Anlässen oder nach Tieren, Natur und für den Geburtstag.

Schlaflieder nehmen unter den Kinderliedern eine ganz besondere Rolle ein. Sie sollen das Kind beruhigen und es in den Schlaf bringen. Beruhigende Wirkung kann ein Kinderlied auch tagsüber ausüben, wenn es beispielsweise eine Erholungspause zwischen den Aktivitäten des Tages oder eine Mittagsruhe braucht. Dafür müssen Kinder nicht unbedingt schlafen, auch Zuhören kann eine beruhigende Wirkung ausüben.

Kinderlieder = Singen und Bewegung

Es mag Kinder geben, die nicht besonders musikalisch sind, aber das hängt eher mit dem nicht-singen-wollen als mit dem Nicht-singen-Können zusammen. Die Verbindung Kinder und Musik lässt sich bis in den Mutterleib zurückverfolgen. Schwangere berichten davon, dass ihr Ungeborenes auf bestimmte Musik reagiert.

Mit klassischen Musikstücken kann man Babys bereits während der Schwangerschaft beruhigen und wenn Mama ins Rockkonzert geht, gibt es auch beim Ungeborenen vermehrte Aktivität. Musik nimmt Einfluss auf die Gemütslage, sie kann anregen oder traurig stimmen, sie kann beruhigen oder anregen.

Sobald Babys an ihrer Umwelt aktiv Anteil nehmen, was ab einem Alter von rund einem Jahr der Fall ist, lassen sie sich dazu ermuntern, zu kommunizieren und aufmerksam zu sein. Sie ahmen gerne nach, was die Eltern ihnen vormachen, klatschen in die Hände und lauschen Tönen und Melodien. Sie entdecken ihre eigene Stimme, auch wenn sie noch keine Lieder singen, sondern eher Laute und Töne produzieren.

Schon in diesem Alter kann die Entwicklung des Kindes durch Musik gefördert werden, besonders wenn es die Musik nicht nur als Hintergrundgeräusch wahrnimmt.

Musik und Kinderlieder sind mehr als nur Unterhaltung
Musik für Kinder durch Kinderlieder

Beschäftigen sich die Eltern mit dem Kind, indem sie ihm etwas vorsingen oder es dazu ermuntern, die Töne mit klatschen oder klopfen auf den Tisch zu begleiten, wird Freude und Neugier ausgelöst.

Je älter das Kind wird, desto mehr wird es durch hören von Gesang und Musik seine eigene Stimme einsetzen wollen. Vorsingen sollte also nicht nur zum Einschlafen, sondern auch zur Unterhaltung durchgeführt werden.

Je älter das Kind wird, desto mehr möchte es seinen natürlichen Bewegungsdrang ausleben. Kinder brauchen nicht unbedingt Musikinstrumente, um Musik zu machen. Alles was rasselt, scheppert oder sonstige Geräusche macht, wird als Musik für Kinder genutzt. Die eigene Stimme wird dabei ebenfalls eingesetzt und wenn die Erwachsenen sich darüber freuen, erlebt der Nachwuchs seine ersten Erfolge.

In diesem Alter sind Singspiele besonders interessant, weil sie gleichzeitig auch die Motorik fördern. Solche Singspiele sind teilweise schon sehr alt und wurden schon zur Unterhaltung der heutigen Großeltern eingesetzt.

Kinderlieder zum Spielen und Musizieren

Einfache Reime, die mit einer kleinen Handlung verbunden sind, prägen sich schon beim kleinsten Kind ein. Schon bald kann es mitmachen und freut sich natürlich darüber sehr, sich begleitet von Musik oder Gesang zu bewegen, zu tanzen oder den Takt mit den Händchen zu klatschen. Dadurch wird auch die motorische Fähigkeit des Kindes gefördert und gefestigt.

Je älter Kinder werden, desto mehr können sie den Text für Kinderlieder auswendig lernen und mitsingen. Dazu müssen sie nicht unbedingt selbst lesen können, wenn sie gerne und oft singen, prägt sich der Text für das Lied ein. Die Reime sind bei Kinderliedern nicht kompliziert und werden oft durch Bewegungen unterstrichen. Auf diese Weise lernt das Kind nicht nur die Balance des Körpers zu halten, sondern behält auch den Wortlaut des Liedes besser.

Einfache Musikinstrumente zwecks Musik für Kinder fördern nicht nur das Zuhören, sondern auch das selbst musizieren, ein weiterer pädagogischer Effekt von Musik. Während der Kassettenrekorder bzw. der CD-Player eher zum passiven Musikgenuss bzw. zum Singen animiert, kann ein einfaches Instrument wie ein Xylophon zum selbst musizieren animieren. Weitere Instrumente für Kinder sind je nach Alter eine Trommel, Gitarre, Tamburin und natürlich die Blockflöte, aber diese spielt eine eigene Rolle.

Wenn Kinder älter werden und ihre Freude behalten haben, ein Musikinstrument zu spielen und damit zusammen mit anderen „richtige“ Musik zu machen, hat sich aus der natürlichen Freude an Singen, Musik und Bewegung ein Hobby entwickelt.

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