Kinderlachen ist kein Lärm

Kinderlachen ist kein Kinderlärm!

Zugegebenermaßen beanspruchen Kinder des Öfteren gehörig unsere Nerven. Nicht selten ist der Lärmpegel daran schuld, dass wir ab und zu gereizt dazwischen fahren und Sätze wie: „Könnt ihr nicht einmal Ruhe geben“ nicht mehr nur aus der berühmten Autowerbung kennen. Kinderlärm kann anstrengend sein, selbst wenn dieser aus Lachen und Freude besteht.

Kinderlachen ist kein Lärm!
Kinderlachen ist kein Lärm!

Doch was der eine gerade mal eben noch toleriert, ist dem anderen schon ein Dorn im Auge. Und wie sieht es denn mit dem lieben Nachbarn aus?

Wenn er keine Kinder hat, ist die Gefahr, dass er sich durch den Lärm der Kinder belästigt fühlt, ungleich höher, als wenn er selbst Kinder hat. Ab wann er klagen darf, und was er hinnehmen muss, ist klar geregelt worden.

Babygeschrei ist kein Kinderlärm

Die gute Nachricht zuerst. Babygeschrei zählt nicht als Lärmbelästigung, selbst wenn es die gesetzlich festgelegte Nachtruhe von 22 Uhr abends bis sechs Uhr morgens durchdringt. Babys sind nun mal keine Maschinen und die gestresste Mutter wäre selbst über ein bisschen Schlaf in der Nacht dankbar.

Anders sieht es aber aus, wenn ältere Kinder zu dieser Zeit lärmen. Zum Glück liegen die dann aber meist im Bett, friedlich und ruhig, wie es sich gehört. Nächtlicher Lärm ist eher auf Jugendliche zurückzuführen und dagegen dürfen sich – zurecht – andere Mitbewohner beschweren und haben vor Gericht auch meist Erfolg.

Kinderlärm ist keine schädliche Umwelteinwirkung

Früher wurde Kinderlärm anhand der zulässigen Dezibel-Höchstgrenze bewertet und eingestuft, und da Kinderlärm von den Dezibel mit Industrielärm oder der Penetranz eines Presslufthammers vergleichbar ist, bekamen die Kläger oft recht.

Laut einem Gesetz, dem der Bundesrat im Sommer 2011 zugestimmt hat, wird Kinderlärm heute nicht mehr als eine schädliche Umwelteinwirkung gesehen, sondern ist durchaus für jeden in einem gewissen Maße zumutbar. Im Einzelfall wird aber situationsabhängig entschieden, denn Mieter müssen nicht alles hinnehmen. Bobbycar- oder Inlinerfahren im Hausflur gehört zu den Dingen, die nicht sein müssen und entsprechend auch von den Eltern zu unterbinden sind.

Familienfreundlichere Gesetze in Sachen Kinderlärm – Rücksicht ist das Zauberwort

Der Staat wollte mit dem neuen Gesetz etwas zu einer familienfreundlicheren Gesellschaft beitragen. Das funktioniert aber nur, wenn alle Parteien in Zukunft aufeinander Rücksicht nehmen. Wenn der ältere Herr in der Nachbarwohnung gerne ein Mittagsschläfchen hält, kann man als freundlicher Mitbewohner seine Kinder dazu anhalten, in dieser Zeit etwas leiser zu sein. Hingegen kann der Nachbar auch ein Auge zudrücken, wenn es später ein wenig lauter zugeht.

Oft helfen klärende Gespräche, eine Entschuldigung, ein nettes Lächeln und eine gute Portion Humor über laute Zeiten hinweg. Wir wollen, dass unsere Kinder ernst genommen werden, dürfen aber dabei nicht die Belange unserer Mitmenschen vergessen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.