Diabetes bei Kindern erkennen und behandeln

Geschätzte Lesedauer 4 Minute(n)

Ratgeber zum Thema Diabetes bei Kindern

Wenn Kinder an Diabetes erkranken, so handelt es sich in den meisten Fällen um den Typ 1 Diabetes, der vor allem in jungen Jahren auftritt und im Gegensatz zum Typ 2 Diabetes eine Autoimmunerkrankung ist. Die Diagnose ist für alle Betroffenen – sowohl für das erkrankte Kind als auch für den Rest der Familie – ein großer Einschnitt, denn das Kind ist von diesem Zeitpunkt an auf Insulin von außen angewiesen.

Diabetes bei Kindern
© S.Kobold – Fotolia.com

Was ist Diabetes Typ 1?

Der menschliche Körper besteht aus Billionen von Zellen, die alle benötigt werden, damit der Organismus problemlos arbeiten kann. Doch dafür braucht er Energie, die hauptsächlich in Form von Kohlenhydraten durch die Nahrung aufgenommen und vom Körper in Zucker umgewandelt wird.

Damit dieser Zucker in die Zellen gelangt, muss die Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin ausschütten, denn nur mit Insulin können die Zellen den Zucker auch aufnehmen. Bei Diabetes Typ 1 greift sich der Körper jedoch selbst an, das Immunsystem interpretiert die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse als etwas Fremdartiges und zerstört sie, so dass kein Insulin mehr produziert werden kann. Es handelt sich also um eine Autoimmunerkrankung, die Betroffene ihr ganzes Leben lang begleitet.

Wie erkenne ich Diabetes bei meinem Kind?

Kinder können Symptome oftmals nicht richtig einschätzen und denken bei vermehrtem Durst oder Harndrang nicht an eine Erkrankung. Deshalb ist es enorm wichtig, dass Eltern stets genau beobachten, wie es ihrem Kind geht und ob sich das Verhalten oder Befinden ihres Sprösslings verändert. Bei folgenden Symptomen sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden:

  • häufiger Durst

  • ständiger Harndrang

  • Schlappheit und Lustlosigkeit

  • nach Aceton oder faulem Obst riechender Atem

  • unerklärliche Gewichtsabnahme

Siehe: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V.

Je früher diese Symptome und damit eine mögliche Erkrankung festgestellt werden, desto weniger Beschwerden wird das Kind haben. Wer einen Arztbesuch zu langer herauszögert, riskiert im schlimmsten Fall ein diabetisches Koma.

Diagnose und erste Schritte

Der Arzt kann mit einem Bluttest feststellen, ob ein Diabetes vorliegt, dazu nimmt er vor dem Frühstück Blut ab und kann anschließend den Nüchternblutzuckerwert feststellen. Ein Diabetes liegt dann vor, wenn dieser Wert höher ist als 7 mmol/l bzw. 126 mg/dl. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Blutzuckerwert tagsüber, das heißt nicht auf nüchternen Magen, zu überprüfen. Liegt dieser bei über 11 mmol/l bzw. 200 mg/dl und sind zusätzlich Symptome wie starker Durst und ungewöhnlich häufiger Harndrang vorhanden, kann ebenfalls ein Diabetes vorliegen. Weiterhin kann ein Arzt einen Zuckerbelastungstest durchführen, bei dem der Patient eine Traubenzuckerlösung auf nüchternen Magen verabreicht bekommt. Hierbei kann der Experte anhand von Blutzuckerwertmessungen vor und nach der Verabreichung feststellen, wie gut oder schlecht der Körper den Zucker verwerten kann und ob gegebenenfalls ein Diabetes vorliegt.

Lautet die Diagnose Diabetes Typ 1, so ist der Körper fortan auf Insulin von außen angewiesen, wobei es wichtig ist, die Behandlung genau mit dem Arzt abzusprechen.

Hier gibt es drei verschiedene Therapieansätze:

Therapiemöglichkeiten bei Diabetes
Therapiemöglichkeiten bei Diabetes bei Kindern

Bei der konventionellen Insulintherapie wird zweimal am Tag Insulin gespritzt und Patienten müssen einem strengen Ernährungs- und Tagesplan folgen, was in jungem Alter nicht empfehlenswert ist. Stattdessen bietet sich die sogenannte intensivierte konventionelle Insulintherapie an, bei der auf die individuellen Bedürfnisse besser eingegangen wird und das Kind auch mal außerplanmäßig naschen darf.

Diabetes bei Kindern
© Accu-Chek COMBO

Besonders praktisch ist eine Insulinpumpe, die jedoch sehr teuer ist und oftmals nicht von der Krankenkasse übernommen wird. Hier wird automatisch und in regelmäßigen Abständen Insulin über eine kleine Kanüle in die Fettschicht des Bauches abgegeben, sodass die Grundversorgung immer gegeben ist. Bei der Accu-Chek Combo gibt es die Insulinpumpe auch praktisch in Kombination mit einem passenden Blutzuckermessgerät. (siehe Bild) Besonders schön ist es für Kinder, wenn sie ihre eigene Insulinpumpe mit Stickern, Motiven und Farben selbst gestalten können. So wird die Pumpe zu einem schönen Accessoire.

Diabetes in Kindergarten und Schule

Natürlich ist Diabetes besonders in jungen Jahren eine schlimme Diagnose. Doch mit der richtigen Therapie können auch die ganz kleinen Diabetiker ein langes und relativ beschwerdefreies Leben führen. Damit es nicht zu einer Unter- oder Überzuckerung (Hypoglykämie bzw. Hyperglykämie) kommt, müssen Mitarbeiter im Kindergarten und in der Schule unbedingt über die Erkrankung des Kindes informiert werden, sodass sie darauf achten können, dass das Kind sein mitgebrachtes Frühstück isst und sie mögliche Symptome erkennen und die nötigen Hilfsmaßnahmen einleiten können. Auch sollten Mitschüler aufgeklärt werden, da an Diabetes erkrankte Kinder auch im Unterricht mal trinken und essen müssen, um ihren Blutzuckerspiegel im Gleichgewicht zu halten.

Es ist sehr wichtig, dass das Kind immer folgende Dinge dabei hat:

  • Traubenzucker

  • ausreichend Insulin

  • ein Notfallset mit Glukagon

Ein solches Notfallset wird am besten schon im Kindergarten oder in der Schule gelagert und die Erzieher, Lehrer und Mitschüler in die Benutzung eingewiesen.

Sport und Ernährung

Kinder mit Diabetes Typ 1 müssen keinesfalls auf Sport oder Süßigkeiten verzichten, es sollte nur alles einem geregelten Ablauf folgen und in Maßen geschehen. So ist es vollkommen in Ordnung, wenn Kinder mal ein paar Stückchen Schokolade oder eine Handvoll Gummibären essen, solange die Insulingabe entsprechend angepasst wird. Umgekehrt muss bei sportlichen Aktivitäten aufgepasst werden, dass der Blutzuckerspiegel nicht zu stark absinkt.

Deshalb ist es ratsam, wenn Kinder vor dem Fußballspielen oder Tanzen etwas mehr Zucker zu sich nehmen und im Notfall Traubenzucker in der Sporttasche haben. Die Insulingabe muss auf jeden Fall angepasst werden und den Bedürfnissen des Kindes entgegenkommen. Weitere praxisnahe Tipps wie Sie Ihr Kind während der Diabetes-Therapie unterstützen können, finden Sie im Service-Bereich auf accu-chek.de.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.