Kinderkrankheiten – Keuchhusten

Keuchhusten erkennen und richtig behandeln

Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Aber zum Glück auch nicht alles Feuer, was brennt. Die meisten Hustenerkrankungen bei Kindern, die von besorgten Eltern zunächst für Keuchhusten gehalten werden, stellen sich nach einigen Tagen als harmloser Luftröhrenkatarrh heraus.

Keuchusten erkennen und behandeln
Der Keuchhusten ist eine akute bakterielle, sehr ansteckende Inkubation der Atemwege.

Drei Abschnitte lassen sich beim echten Keuchhusten unterscheiden: Zunächst besteht ein gewöhnlicher Husten und Katarrh; etwas Schnupfen mag vorhanden sein oder ein Bindehautkatarrh der Augen.

Nach ein bis zwei Wochen folgen als 2. Abschnitt die eigentlichen Keuchhustenanfälle. Die Kinder husten mehrmals krampfartig hintereinander. Da sie dabei nicht zum Einatmen kommen, läuft das Gesicht rot und blaurot an, bis sie endlich, erlöst, wieder einatmen können.

Der Hustenkrampf verengt die Stimmbänder, so ist das Einatmen mit einem lauten ziehenden oder pfeifenden Geräusch verbunden. Das wiederholt sich mehrfach, bis die Kinder mühsam etwas Schleim aushusten oder sich erbrechen. Es ist hart, Kinder sich derart abquälen zu sehen. Viele sind zwar sofort wieder vergnügt und spielen, wenn der Anfall vorbei ist, bei anderen dauert die Erholung länger.

Keuchhustenanfälle wiederholen sich 5- bis 10-mal am Tag, manchmal sogar 30- bis 40-mal und noch öfter. Dieser zweite Abschnitt kann sich 2 bis 3 Wochen und länger hinziehen – eine schwere Belastung auch für die Nerven der besorgten Eltern. Allmählich geht die Krankheit in den 3. Abschnitt über, das Stadium der Abnahme, das sich verschieden lang hinziehen kann. Zuerst nehmen die Anfälle an Häufigkeit ab, dann auch an Heftigkeit.

Impfen zahlt sich aus

Die Erkrankung wird durch direktes Anhusten übertragen. Die ausgehusteten Wassertröpfchen enthalten die Keuchhustenbazillen. Kinder sind vor allem in den ersten beiden Abschnitten der Krankheit ansteckungsfähig. Die Inkubationszeit liegt allgemein zwischen 7 und 14 Tagen. Keuchhusten betrifft meist Kinder zwischen dem 1. und 3. Lebensjahr, aber auch im Säuglingsalter.

Im Gegensatz zu anderen Kinderkrankheiten besteht gegen Keuchhusten keine angeborene, von der Mutter ererbte Immunität. Der vorbeugende Schutz wird daher schon in frühen Lebensmonaten durchgeführt. Die Einspritzungen sind zur Verhütung der Krankheit gedacht (aktive Immunisierung), nicht zur Heilung. Vielfach wird dabei ein kombinierter Impfstoff injiziert, der gleichzeitig Immunisierung gegen Wundstarrkrampf und Diphtherie geben soll.

Frische Luft und kleine Speisen

Es ist eine alte Erfahrung, dass frische, reine Luft bei Keuchhusten heilsam ist, wenn auch nicht in allen Fällen. Oft bessert sich das Leiden, wenn das Kind in einen Ort mit reinerer Luft oder in wärmeres Klima kommt. Es gibt zahlreiche innerlich anwendbare Mittel zur Behandlung. Sie wirken verschieden, weshalb oft mehrere Medikamente ausprobiert werden müssen, ehe der Krampfhusten gelindert werden kann. Ein Antiserum und Antibiotika werden, von vielen Ärzten in schweren Fällen als hilfreich erachtet.

Keuchhustenkranke Kinder sind schwierig zu ernähren, da sie häufig alle Speisen erbrechen und sich daher vor dem Essen fürchten. Trockene, krümelige Nahrungsmittel lösen Hustenreiz, aus, ebenso zu heißes oder zu kaltes Essen. Am besten werden kleine Mengen von Speisen behalten, die unmittelbar nach dem Hustenanfall gegeben werden. Wichtiger als essen ist für die Kinder die Flüssigkeitszufuhr. Nachdem die Krankheit überstanden ist, wird das verlorene Gewicht rasch wieder eingeholt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.