Kermesbeere – Wildkräuter

Kermesbeere – Phytolacca americana

Synonyme: Amerikanischer Nachtschatten, Kermes

Allgemeines: Diese krautige Pflanze gehört zur Familie der Kermesbeerengewächse (Phytolaccaceae). Sie ist mehrjährig und kann eine Größe von 1 bis 3 m erreichen.

Kermesbeere - Phytolacca americana
Kermesbeere – Phytolacca americana

Die Kermesbeere hat eine verhältnismäßig kräftige und fleischige Pfahlwurzel. Diese ähnelt in ihrer Form einer Rübe und ist giftig.

Die Wurzel wächst sehr tief und breitet sich horizontal aus. Die aufrecht wachsenden Stängel sind stark verzweigt, unbehaart und violett gefärbt. An ihrer Basis sind die sie verholzt.

Die eiförmig bis lanzettlichen Blätter stehen wechselständig. Sie sind mittelgrün, glatt und zwischen 10 und 30 cm lang.

Die Blätter verströmen einen unangenehmen Geruch. Die grünlich- weißen, runden Blüten werden etwa 5 mm groß. Sie stehen in aufrechten und dichten Trauben zusammen. Diese sind 10 bis 15 cm groß. Die Blüten besitzen blütenblattartige Kelchblätter und die Blütenstiele sind weiß. Die Kermesbeere blüht in den Monaten Juli bis Oktober. Die kugeligen Beeren sind purpurn bis schwarz gefärbt.

Wirkstoffe: In den Pflanzenteilen sind neben Saponinen auch Gerbstoffe, Phytolaccasäure und Pflanzenschleim enthalten. In der Wurzel und im Samen sind Alkaloide und Triterpensaponine vorhanden.

Verbreitung/Standort: Ihren Ursprung hat die Kermesbeere in Nordamerika. Mittlerweile ist diese Pflanze aber auch in Europa wild wachsend. Man findet sie hauptsächlich auf Brachland, zwischen Trümmern und auch an Wegrändern. Die Pflanzen lieben einen sonnigen, feuchten und nährstoffreichen Boden.

Heute findet man die Kermesbeere sehr oft auch als Ziersträucher in Gärten.

Ernte: Die Ernte der Kermesbeere erfolgt in den Monaten August bis September.

Man erntet frische Blätter und die reifen Beeren. Der Wurzelstock wird im Spätsommer oder Herbst ausgegraben. Er wird gewaschen und in Stücke geschnitten. Man kann ihn dann in der Sonne oder auch im Backofen bei mittlerer Hitze trocknen.

Gesundheit: Die Indianer Nordamerikas verwenden die Kermesbeere als Heilmittel. Sie setzen sie bei Erkrankungen der Atemwege, Arthritis, Gelenkschmerzen und jeglicher Arten von Entzündungen ein.

Die Kermesbeere ist für ihre abführende und reinigende Wirkung bekannt.

Bei Akne oder Hautekzemen wirkt sie entzündungshemmend und mildert Flecken und Rötungen der Haut. Sie kann auch bei Pilzinfektionen wie beispielsweise Fußpilz eingesetzt werden.

In der Wurzel sind Alkaloide und Bitterstoffe enthalten. Aus ihr werden Tees, Extrakte und Tinkturen gewonnen.

Die Kermesbeere findet ihren Einsatz heute in der Homöopathie zur Behandlung von Infektionen im Hals und der Atemwege. Durch ihren Einsatz können Halsschmerzen beruhigt und der Auswurf gefördert werden, eine Schwellung der Mandeln geht zurück und daneben kann die Krankheitsdauer bei Erkältungen oder Grippe verringert werden. Auch bei Gelenkrheumatismus ist ihr Einsatz möglich.

Meist kommen heute Tinkturen zum Einsatz. Allerdings kann man bei einer Infektion der Haut auch die Wurzel zerreiben und einen Brei herstellen. Dieser wird dann auf die Haut aufgetragen.

Vorsicht bei der Anwendung der Kermesbeere ist allerdings geboten, denn eine zu hohe Dosis hat eine toxische Wirkung. Es dürfen auch keine Medikamente während der Schwangerschaft oder Stillzeit eingesetzt werden.

Küche: Frühlingstriebe und auch ganz junge Blätter, die sich noch nicht entfaltet haben, können wie junges Gemüse gekocht werden. In diesen Teilen ist wenig Gift enthalten. Man sollte die Teile 15 Minuten kochen, das Wasser abgießen und nochmals 20 Minuten langsam köcheln. Die Zubereitung sollte ähnlich wie Spargel erfolgen.

Das rote Fruchtfleisch der Beeren dient zur Herstellung von Färbemittel für Weine, andere Getränke und auch Süßigkeiten.

Vorsicht aber: nie Pflanzenteile roh verzehren. Sie sind leicht giftig.

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