Onlinesucht bei Kindern – Medien und Internet

Ewig der Computer: ist mein Kind onlinesüchtig?

Gibt es eine Onlinesucht? Prinzipiell kann der Mensch von allem süchtig werden, was ihm im täglichen Leben begegnet. Vom Fernsehen ebenso wie von Alkohol, den Zigaretten oder dem Essen. Seit dem Internetzeitalter natürlich auch davon.

Ist mein Kind onlinesüchtig?
Ist mein Kind onlinesüchtig?

Eine Sucht ist immer dadurch gekennzeichnet, dass der Süchtige nicht ohne den Suchtstoff, in diesem Falle eben das Internet, leben kann.

Onlinesucht kann viele Gesichter haben und zeigt sich bei Jungen und Mädchen in unterschiedlicher Form. Jeder siebte Internetnutzer ist heute angeblich von dieser Sucht betroffen.

Onlinesucht bei Kindern im Geschlechtervergleich

Je nachdem, was der Grund für die Onlinesucht ist, stehen andere Verhaltensweisen im Vordergrund. Tatsache ist jedoch, dass bei dem männlichen Geschlecht eher das übermäßige Onlinespielen überwiegt. Ob Glücks- oder Kriegsspiel ist hier egal, es geht mehr um den exzessiven Charakter, den das Spielen am Computer einnimmt.

Frauen und Mädchen neigen eher dazu, ständig in Foren unterwegs zu sein, sich auf Plattformen auszutauschen und pausenlos zu chatten. Der Computer ist rund um die Uhr in Betrieb, nichts geht mehr ohne. Natürlich sind die Grenzen zwischen Sucht und häufiger Nutzung zunächst fließend, daher kann man die Onlinesucht auch lange nicht als solche erkennen.

Wer allerdings immer bis tief in die Nacht am Rechner sitzt, wenig schläft, wer anfängt, seine Mahlzeiten vor dem Computer einzunehmen, wer Freunde vernachlässigt und sich immer mehr zurückzieht, um in der virtuellen Welt zu leben, anstatt in der Wirklichkeit, ist potenziell onlinesüchtig oder stark gefährdet, es zu werden.

Symptome und Gründe für Onlinesucht

Auch körperliche Beschwerden bringt die Onlinesucht mit sich. Neben Augenproblemen können auch Rückenschmerzen und Verspannungen auftreten, die vom vielen Sitzen herrühren. Die Körperpflege wird wie bei anderen Süchten stark vernachlässigt. Das kann sogar bis zur Verwahrlosung reichen.

Meist steckt hinter der Onlinesucht eine andere psychische Störung, denn die Onlinesucht ist keine eigenständige Erkrankung. Onlinesucht geht oft einher mit depressiven Symptomen, mit Angsterkrankungen und weiteren Persönlichkeitsstörungen, ist sozusagen ein Symptom für eine dieser Erkrankungen. Die Wirklichkeit erscheint zu ungewiss, nur die virtuelle Welt gibt Sicherheit.

Das Selbstwertgefühl von Onlinesüchtigen ist wie das aller anderen Süchtigen oft schwach. Bleibt der Computer aus, oder besteht keine Möglichkeit, das Internet zu nutzen, treten Symptome wie Reizbarkeit, Ruhelosigkeit und Niedergeschlagenheit auf.

Wie kann man Onlinesucht behandeln?

Wie bei allen anderen Süchten steht auch hier das Eingeständnis der Sucht an erster Stelle. Ist die Onlinesucht erst einmal erkannt und eingestanden, hilft es oft, einen Experten hinzuzuziehen, um nach dem wahren Grund der Sucht zu forschen, sprich, liegt eine der oben genannten psychischen Störungen vor.

Wird diese behandelt, tritt auch die Onlinesucht in den Hintergrund. Dem Patienten muss klar werden, dass das Internet seine Probleme nicht lösen kann. Anfangs hilft es auch, die Internetzeit schrittweise zu kürzen, um wieder alltägliche Dinge zu tun: Gartenarbeit, einen Spaziergang, essen gehen, Freunde treffen. Dieses normale Verhalten muss regelrecht erlernt werden. Auch Selbsthilfegruppen können in dieser Zeit, und in der Zeit danach, eine große Hilfe sein.

Und ist mein Kind denn jetzt onlinesüchtig?

Ob das eigene Kind von der Onlinesucht betroffen ist, kann mit Hilfe der oben genannten Symptome erkannt werden, zumindest kann abgeleitet werden, ob ein Risiko dazu besteht. Seien Sie wachsam und notieren Sie einmal die Zeiten, die Ihr Kind im Internet verbringt. Allein das ist schon sehr aussagekräftig.

Falls Sie Bedenken haben, kann ein Termin bei einem Fachmann hilfreich sein. Weiterhin sollten Sie natürlich den Konsum reglementieren und darauf achten, dass Ihr Kind Sport treibt und viel mit Gleichaltrigen zusammen ist – natürlich ohne das Internet zu nutzen! Wer ein reges Sozialleben hat, wird selten süchtig!

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