Islam Herkunft und Lehre

Islam und Moslems

Islam bedeutet „Ergebung in den Willen Gottes“ und ist die dritte große Offenbarungsreligion nach der jüdischen und der christlichen. Etwa 1,2 Milliarden Moslems leben zu Beginn des dritten Jahrtausends auf der Erde, das ist ein Fünftel der Menschheit.

Moscheen
Muslime und der Islam

Von seinem Ursprungsgebiet auf der Arabischen Halbinsel hat der Islam sich über ganz Vorder- und Zentralasien, Indien und Südostasien bis zu den Phillippinen ausgebreitet; die Ostküste Afrikas und der ganze Norden des Kontinents nördlich und südlich der Sahara sind islamisch, in Europa hat die Herrschaft der türkischen Osmanen auf dem Balkan islamische Bevölkerungsinseln (europäische Türkei, Bosnien, Albanien und Kosovo) hinterlassen.
Die Staaten mit der größten muslimischen Bevölkerung sind Indonesien, Pakistan, Bangladesch und Indien.

Was die Moslems verbindet, ist der Glaube an einen Gott und an dessen Offenbarung durch einen Propheten, Mohammed (Muhammad), diese Offenbarung ist in einem Buch niedergelegt, dem Koran.

Muslim ist die ursprüngliche arabische Form, Moslem ist die persische Aussprache. Die Bezeichnung Muselmanen geht ebenfalls auf das Persische zurück. Auf die Fremdbezeichnung Mohammedaner reagieren Moslems mit Recht ablehnend: Moslems beten zu Gott, nicht zu Mohammed.

Der Islam ist eine monotheistische Religion und stand früher in unvereinbarem Gegensatz zum altarabischen Polytheismus, in dem Mohammed selbst aufgewachsen war. Die altarabischen Götter und Göttinnen wurden in Form von Statuen, aber auch als einfache Steinsäulen oder Bäume in heiligen Hainen verehrt, ihr Kult war oft mit blutigen Opfern und periodischen Wallfahrten verbunden.

Gegen diesen Polytheismus richtet sich die Verkündung im Islam in erster Linie. Der Polytheismus ist die schlimmste Form von Unglaube. Mit den im Koran erwähnten Ungläubigen sind denn auch durchweg die altarabischen Heiden, vor allem Mohammeds polytheistischen Landsleute in Mekka gemeint.

Der Übertritt zum Islam ist ein formloser Akt: Das Aussprechen des Glaubensbekenntnisses in ehrlicher Absicht genügt. Als Moslem gilt, wer sich wie ein Moslem verhält. Allerdings gilt der Abfall vom Islam zu einer anderen Religion als nicht zulässig. Nach dem traditionellen religiösen Recht ist der Abtrünnige, wenn er Ermahnungen zur Rückkehr unzugänglich bleibt, dem Tode verfallen. Diese traditionelle Vorstellung kollidiert mit dem modernen Grundsatz der Religionsfreiheit, der in vielen nahöstlichen Staaten in die Verfassung aufgenommen ist.

Mohammed und die Propheten

Propheten:

Ein wesentliches Kennzeichen des Islams ist seine Stiftung durch einen Propheten. Mohammed sah sich in einer ähnlichen Mission von Gott gesandt wie die Propheten des Alten Testaments, die er wohl nicht aus dem Text, sondern nur aus den Erzählungen von Juden kannte.
Die Sendung von Propheten hat stets denselben Zweck: sie sollen den Menschen, die immer wieder dem Götzendienst verfallen, den wahren, einen Gott und dessen Gesetze verkünden.
Die früheren Propheten haben also alle dieselbe Botschaft gebracht.

Für die Moslems ist Mohammed aber nicht nur ein Prophet in einer langen Reihe von Propheten, sondern er ist der letzte, das „Siegel der Propheten“, der die Sendungen der früheren Propheten nicht nur bekräftigt, sondern sie auch abschließt. Nach islamischer Auffassung wird es bis zum Jüngsten Tag keine weiteren Offenbarungen Gottes mehr geben.

Mohammed:

Mohammed (der Gepriesene) wurde um das Jahr 570 n. Chr. in Mekka geboren. Sein Vater starb unmittelbar vor oder nach der Geburt des Sohnes. Beide Elternteile waren Mitglieder der Familie Hashim, einer verarmten Nebenlinie der Kuraishiten, die Mekka beherrschten.
Mekka war zur Zeit Mohammeds eine Handelsstadt, die Kuraishiten hatten sich zu Kaufleuten entwickelt.

Vor allem die Kaaba machte Mekka zu einem Anziehungspunkt.

Mohammed war etwa sechs Jahre alt, als seine Mutter Amina starb. Er kam zunächst zu seinem Großvater und nach dessen Tod zu seinem Onkel. Dieser bildete seinen Neffen zum Karawanenführer aus, einem gefährlichen und sehr angesehenen Beruf. Mohammeds Leben erfuhr eine Wende, als er in die Dienste der reichen Kaufmannswitwe Chadidscha trat und schließlich die um 15 Jahre ältere Frau heiratete. Sie gebar ihm sechs Kinder, vier Töchter und zwei Söhne. Die männlichen Erben starben schon im Kindesalter. Die jüngste Tochter, Fatima, heiratete später Mohammeds Vetter.

Als reicher Kaufmann zog Mohammed in die an Arabien grenzenden Länder und lernte fremde Kulturen und Religionen kennen.

Mohammed war offenbar von Jugend an ein Gottsucher. Immer wieder verließ er Mekka und zog sich für einige Tage in die kahlen Berge neben der Stadt zurück, um zu meditieren. Dort hatte er im Alter von etwa 42 Jahren auf dem Berg Hira ein Schlüsselerlebnis. Ein Engel erschien ihm im Traum und überreichte ihm eine Schriftrolle.

Mohammed erwachte und hörte eine Stimme vom Himmel: „Mohammed, du bist der Erwählte Allahs, und ich bin Gabriel.“

Zunächst erzählte er nur seiner Frau von seinem Erlebnis auf dem Berg. Er setzte seine Meditationen fort, hatte aber keine Erscheinungen mehr und verfiel in Schwermut. Der Engel Gabriel sprach ein zweites Mal zu ihm.

Erst als Mohammed von Gott den Befehl „Steh auf und warne“ (Sure 74) erhielt, begann er die Offenbarungen öffentlich zu verkünden. Es waren vor allem Endzeitvisionen, die der Prophet vor der Kaaba, den Blick in Richtung Jerusalem gewendet, seinen Anhängern und Gegnern predigte.

Bald brachen die Gegensätze zu den herrschenden Kuraishiten auf, die ihren Vielgottglauben durch Mohammeds kompromisslosen Eingottglauben bedroht sahen. Dazu kam, dass Mohammed vor allem aus den unteren sozialen Schichten Zulauf erhielt. Die Lage spitzte sich so zu, dass Mohammed seinen Anhängern empfahl, über das Meer nach Äthiopien auszuwandern. In dieser schweren Zeit trafen ihn auch zwei private Schicksalsschläge: hintereinander starben seine Frau und sein Onkel, der ihn aufgezogen hatte.

Zwei Jahre später war die Situation in Mekka für Mohammed unhaltbar geworden. Er folgte einer Einladung von Anhängern, in die 300 km entfernte Stadt Jathrib (Medina)zu übersiedeln. Bei dieser Übersiedlung, die einer Flucht glich, begleiteten ihn außer seiner Familie nur einige wenige Freunde.

Im Jahr 638 setzte der Kalif Omar das Jahr der „Auswanderung“ oder des „Bruchs“ – Hedschra- als den Beginn der islamischen Zeitrechnung fest.

Die Jahre in Medina waren nicht nur für das Schicksal der kleinen Gemeinde Mohammeds entscheidend, sondern auch für die Ausformung der neuen Lehre zur Weltreligion. Der Prophet erwies sich als fähiger politischer Organisator. Er beendete die Auseinadersetzungen in der Stadt und schuf dadurch die Voraussetzungen für den Kampf gegen Mekka. In der Wahl seiner Mittel war er nicht zimperlich. Die große jüdische Gemeinde in Medina wurde teils vertrieben, teils ausgerottet.

Im Jahr 624 änderte Mohammed die wichtigsten Bestandteile des neuen Kults, die er aus dem Judentum übernommen hatte. Die Gebetsrichtung wurde von Jerusalem nach Mekka verlegt, der Tag des Gemeinschaftsgottesdienstes von Samstag auf Freitag geändert. Der Fasttag wurde zum Fastenmonat Ramadan erweitert.

Der Islam trat nun mit dem Anspruch auf, die allein richtige Religion zu sein. Alle Einwohner Medinas nahmen den neuen Glauben an. Die Stadt war nun von allen Gegnern befreit, straff gelenkt und religiös gefestigt. Sie konnte in den Krieg gegen Mekka geführt werden, die Geburtsstadt des Propheten, die ihren großen Sohn missachtet, bedroht und zur Flucht gezwungen hatte.

Die Voraussetzung für die Verbreitung des Islams über die ganze Erde war eine gesellschaftspolitische Revolution: die Aufhebung der traditionellen arabischen Stammes-, Verwandtschafts- und Blutverbindungen, die durch den Glauben ersetzt wurden. Dieser Glaube, der Glaube an den einen Gott, stand so hoch über allen menschlichen Erwägungen, dass es für die, die ihn nicht annehmen wollten, nur eine Konsequenz gab: die Vernichtung. Das Konzept des „Heiligen Kriegs“ (Dschihad), in Medina für den Krieg gegen das ungläubige Mekka entwickelt, konnte in der Folge auf alle Eroberungsfeldzüge im Namen Allahs angewandt werden.

Der Krieg Mohammeds gegen Mekka verlief zunächst sehr wechselhaft. 629 schloss Mohammed einen auf zehn Jahre befristeten Waffenstillstand, um mit seinen Anhängern zur Kaaba wallfahrten zu können. Ein Jahr später gehörte Mekka dem Propheten. Die Stadt öffnete ihm und seinen Truppen die Tore, nachdem er versprochen hatte, die Einwohner, die sich zum Islam bekannten, zu schonen.

Mohammed zog zur Kaaba und zerstörte selbst alle heidnischen Götzenbilder. Nur der „schwarze Stein“ wurde belassen.

In den letzten beiden Jahren seines Lebens widmete sich Mohammed der Verbreitung des Islams über die Arabische Halbinsel.

Bewohner eroberter Gebiete konnten sich auch unterwerfen, ohne den Islam anzunehmen. Für Christen und Juden in seinem Reich führte Mohammed eine Kopfsteuer in Form von Geld- und Naturalabgaben ein.

Im Jahr 632 führte Mohammed einen gewaltigen Zug von 90 000 Pilgern nach Mekka. Kurz nach seiner Rückkehr nach Medina erkrankte er und starb am 8. Juni 632. Er wurde an der Stelle begraben, wo er starb, nämlich in seinem Wohnhaus.

Die Sammlung der Offenbarungen als Buch im Koran erfolgte erst 20 Jahre nach Mohammeds Tod. Von dem Propheten selbst gibt es keine Niederschriften, er konnte nicht lesen und schreiben und beauftragte stets Schreiber.

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