Hunde und Baby – geht das gut?

Geschätzte Lesedauer 3 Minute(n)

Erst der Hund und dann das Baby – geht das gut?

Für kinderlose Paare haben Hunde nicht selten den Status eines Kindes. Das Tier wird umsorgt, beschäftigt und erhält viel Zeit, Liebe und Zuwendung. Ist dann ein Baby unterwegs, stehen werdende Eltern vor der Frage, ob das Zusammenleben mit Hund und Baby auch in der Zukunft gut gehen kann.

Hund und Baby
Erst der Hund, dann das Baby

Wird der Hund das Baby akzeptieren? Oder wird er das Baby als Konkurrenten betrachten, der sein bisheriges „Familienleben“ stört?

Sicherlich ist die Umgewöhnungsphase sowohl für Hunde als auch für die Besitzer, anfangs eine etwas stressige Zeit. Dennoch sollte man den Gedanken, den Hund vielleicht besser abzugeben, schnell verwerfen, denn wenn Hunde und Babys auf optimale Weise aneinander gewöhnt werden, kann das harmonische Miteinander funktionieren und sogar eine Bereicherung für das Familienleben darstellen. Voraussetzung hierfür allerdings ist, dass der Hund bereits im Welpenalter sozialisiert wurde und Herrchen und Frauchen als Rudelführer akzeptiert und sich unterordnet.

Den Hund während der Schwangerschaft an Rückzugsorte gewöhnen

Wenn der Hund an das Baby gewöhnt werden soll, ist es wichtig, dass hierzu der richtige Zeitpunkt gewählt wird. Auf keinen Fall sollte der Hund einfach mit dem Baby überrascht werden, wenn die Mutter aus dem Krankenhaus entlassen wird.

Bereits während der Schwangerschaft kann der Vierbeiner daran gewöhnt werden, dass er neue Rückzugsorte akzeptieren muss. Diese so genannten Tabuzonen werden einerseits zum Schutz des Babys eingerichtet, wobei das Kinderzimmer für den Hund tabu sein sollte.

Aber auch der Hund benötigt einen Schlafplatz, an dem er ungestört sein kann. Hat das Tier bislang im Schlafzimmer bei seinen Besitzern geschlafen, ist es ratsam, dem Tier während der Schwangerschaft einen neuen Platz für den Hundekorb einzurichten. So bringt der Hund den „Rauswurf“ aus seinem Schlafzimmer nicht unmittelbar mit dem Einzug des Babys in Verbindung und die Eltern müssen nicht zu befürchten, dass Eifersucht entsteht.

Damit der Hund versteht, dass das Kinderzimmer nicht zu seinem Revier gehört, sollte mit der Einrichtung des Babyzimmers möglichst frühzeitig begonnen werden und dem Hund der Zutritt verwehrt werden. Dass Eltern und Baby nach der Geburt in diesem Zimmer Zeit allein verbringen, um beispielsweise den Säugling zu wickeln, kann der Hund lernen, indem seine Besitzer bereits während der Schwangerschaft etwas Zeit in dem Kinderzimmer verbringen, während er draußen warten muss. Wenn das Baby geboren ist, sollten die Eltern immer darauf achten, dass Spielzeuge nicht auf dem Fußboden der ganzen Wohnung verstreut herumliegen, da Hunde bekanntermaßen gerne an Stofftieren oder Spielzeugen herum kauen.

Den Hund an fremde Gerüche und Geräusche gewöhnen

Ebenso sinnvoll ist es, dass der Hund bereits während der Schwangerschaft an die Gerüche des Neugeborenen gewöhnt wird. Feuchttücher, Babyöl- creme können bereits vor der Geburt im Babyzimmer stehen und geöffnet werden, damit der Hund die neuen Gerüche wahrnehmen kann. Mit der Geruchsgewöhnung kann ebenfalls bereits Monate vor der Geburt begonnen werden.

Auch gibt es Paare, die eine Babydecke aus dem Krankenhaus mit nach Hause bringen, wenn das Baby geboren ist. Dieser Schritt ist zwar durchaus sinnvoll , muss aber nicht unbedingt sein, da der Hund eine wesentlich feinere Nase hat als sein Besitzer und er den Duft des Babys bereits erkennt, wenn der frisch gebackene Vater wieder nach Hause kommt.

Und auch wenn es Hundebesitzer gibt, die ihrem Hund eine benutzte Babywindel zur Geruchsgewöhnung vorlegen, ist dies ein Schritt, der absolut unnötig ist.

Ähnlich verhält es sich mit der Geräuschkulisse für den Hund. Bei kinderlosen Paaren geht es meist eher ruhig zu und der Hund kann, so wie er es gewohnt ist, ausruhen und schlafen, wann er es möchte. Dies ändert sich mit dem Einzug des Neugeborenen und der Hund könnte mit dem plötzlichen Babygeschrei überfordert sein. Um den Vierbeiner an die bevorstehenden Geräusche zu gewöhnen, ist es sinnvoll, noch während der Schwangerschaft eine CD mit Babygeräuschen abzuspielen. So kennt der Hund das Geschrei eines Säuglings bereits, wenn das Baby da ist.

Hund und Baby: Eifersucht vermeiden

Sicherlich werden die ersten Wochen nach der Geburt sehr stressig für alle Beteiligten sein. Dennoch ist es nötig, dass auch dem Hund die nötige Aufmerksamkeit geschenkt wird. Gassirunden und das Spielen mit dem Tier sollten nicht vernachlässigt werden, da Hunde auf diese Verhaltensänderung seiner Menschen eifersüchtig reagieren können.

Wenn Mutter und Säugling aus dem Krankenhaus heimkehren, ist es wichtig, möglichst Ruhe zu bewahren und nicht das Gefühl aufkommen zu lassen, dass dem Hund nun eine stressige Zeit bevorsteht. Wenn der Vater das Baby hält und die Mutter den Hund freudig begrüßt, kann die neue Situation hierdurch schon einmal deutlich entschärft werden.

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, dass Hund und Baby in einem Haushalt zusammenleben. Egal, ob der Hund zuerst da war oder das Baby. Hat man die Anfangsphase überstanden, wird der Hund im Laufe der Zeit zu einem tollen Spielgefährten für das Kind.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.