Geschichte der Kinderbücher

Die Geschichte der Kinderbücher bis heute

Kinderbücher gehören heute so sehr zum Alltag, dass ein Wegdenken dieser Literatur kaum mehr möglich ist. Ob Gutenacht-Geschichte oder Freizeit-beschäftigung – Bücher sind treue Begleiter durch die gesamte Kindheit, sie sind Gratistickets für eine Reise in ferne Länder, Seelentröster und Mutmacher zugleich. So ist es umso schwerer, sich in eine Zeit zurückzuversetzen, in der es keine Kinderbücher gab.

Die Geschichte der Kinderbücher bis heute
Die Geschichte der Kinderbücher bis heute

Lange Zeit hatte die normale Bevölkerung überhaupt kein Wissen über die Schriftsprache, so dass es folglich natürlich auch keine Kinderbücher gab. Mündliche Erzählungen standen im Mittelpunkt und wurden von Generation zu Generation weitergegeben, so dass sie sich häufig inhaltlich immer mehr veränderten.

Die ersten Schriften für Kinder hatten religiösen Bezug und man fand sie in Klöstern, wo sie dem Lesen-Lernen dienten. So gehörte auch im 15. Jahrhundert, als der Buchdruck erfunden wurde, die Bibel, das bis heute meistgedruckte Buch der Welt, zur ersten Lektüre der Kinder, war aber lange nicht allen Schichten zugänglich.

Märchen als Kinderbücher

Im 16. Jahrhundert bis hin ins 19. Jahrhundert entstanden Geschichten für Kinder, unter anderem die Märchen, wie wir sie heute noch aus Kinderbüchern kennen

Die Gebrüder Grimm oder Hans Christian Andersen sind bis heute bekannte Schriftsteller, die ganze Bände mit diesen Erzählungen füllten. Märchen hatten immer auch eine belehrende Funktion, sie zeigten moralisch korrekte Verhaltensweisen auf und stellten das Böse ganz klassisch dem Guten gegenüber.

Diese Schwarz-Weiß-Malrei macht das Märchen in seinem Wesen aus und ist für kleine Kinder anhand der einfachen Struktur gut nachzuvollziehen und bis heute interessant – hier werden elementare Themen behandelt, die zeitlos sind und nie ihre Gültigkeit verlieren, wie Neid, Missgunst, Eifersucht, Mut und Liebe.

Dass sich in Kinderbüchern auch immer der Zeitgeist der jeweiligen Gesellschaft widerspiegelt, sieht man auch daran, dass sich während der Aufklärung, im 18. Jahrhundert, auch erstmals Romane für Kinder durchsetzten. Erste Werke sind zum Beispiel „Robinson Crusoe“ und „Lederstrumpf“. Überhaupt spielte damals die Kindererziehung eine immer größere Rolle.

Gepriesen wurde das eigenständige Denken der bürgerlichen Schicht, so dass auch ABC-Bücher sehr gefragt waren. Kinderbücher sollten zum Denken anregen. Daran hat sich bis heute nichts geändert, auch wenn der moralische Zeigefinger im Laufe der Zeit nicht mehr ganz so vehement im Vordergrund steht.

Kinderbücher vermitteln Erziehung

Im 19. Jahrhundert erschien Heinrich Hoffmanns „Struwwelpeter“, ein bis heute gelesenes Werk, das sich rund um die Themen Kindererziehung beziehungsweise kindliches Fehlverhalten dreht. Es wird mittlerweile hinsichtlich seiner pädagogischen Wirkung stark diskutiert, war aber damals sehr beliebt.

Zappel-Philipp, Daumenlutscher, der verträumte Hans-Guck-in-die Luft und das nicht auf die Eltern hörende Paulinchen sind jedoch aktueller denn je, was zeigt, dass sich unsere Kinder im Laufe der Jahre trotz allem gesellschaftlichen Wandel nicht sehr verändert haben. Verändert hat sich mehr der Umgang mit den genannten Problemen.

Kinderbücher sind heute mehr als Wissensvermittlung

Heute haben Kinderbücher ihren ursprünglichen Zweck – reine Wissensvermittlung – eingebüßt und dienen hauptsächlich der Unterhaltung

Autoren haben gelernt, kindliche Helden zu schaffen und Kinder in den Mittelpunkt des Interesses zu stellen. Die Themen sind so vielfältig wie die Charaktere unserer Kinder. Ob Fantasy oder Alltagsgeschichte, eines haben die Kinderbücher aber alle gemeinsam: Sie greifen immer Themen auf, die unsere Kinder emotional beschäftigen. Es geht um Freundschaft, Außenseiterrollen, Streit, Eifersucht, Neid, Mut und Vertrauen.

Wenn man sich die Märchen ansieht, kann man feststellen, dass sich an den Themen an sich nicht sehr viel verändert hat, sie werden nur moderner und anders verpackt.

Ob Harry Potter gegen Voldemort kämpft oder der Prinz gegen den Drachen, Gut und Böse bleibt bestehen, wenn es auch jetzt mehr Grauschattierungen gibt als früher.

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