Der Herbst kommt und das Laub wird bunt

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Bunte Vielfalt: Darum verfärben sich die Blätter im Herbst

Der Herbst steht vor der Tür und die Blätter an den Laubbäumen färben sich herrlich bunt. Das satte Grün wird durch rote und gelbe Farbtupfer ersetzt. Aber warum verwandelt sich das Landschaftsbild in den Herbstmonaten eigentlich so sehr?

Chlorophyll sorgt für ein einheitliches Grün

Herbstlaub
Warum fallen die Blätter im Herbst von den Bäumen

Damit die Blätter der Pflanzen bestimmte Farben haben können, müssen immer gewisse Farbstoffe vorhanden sein. Im Frühjahr und Sommer gibt es in den Pflanzenblättern mehrere Farbstoffe. Chlorophyll ist einer der Farbstoffe und vermutlich der kräftigste, da er alle übrigen Farben überdeckt. Denn in den Blättern kommt auch schon im Sommer die Farbe Gelb vor, die sich gegen das kräftige Grün jedoch nicht durchsetzen kann.

Chlorophyll erfüllt aber nicht nur den Zweck, Blätter grün zu färben. Ein Baum benötigt den Farbstoff auch für die Ernährung. Unmittelbar bevor er die Blätter im Herbst abwirft, werden die wichtigen Bestandteile des Farbstoffes in die Äste und den Stamm transportiert. Die Folge: In den Blättern verschwindet die grüne Farbe und das Gelb, das bisher überdeckt wurde, kann sich entfalten.

Warum werden einige Blätter im Herbst rot?

Anders als die gelbe Farbe entsteht die rote komplett neu. Für den Baum ist dies ein harter Job, auch weil die roten Blätter ja nur einige Wochen bewundert werden können, bevor sie schließlich abfallen. Bäume betreiben diesen Aufwand daher nur, wenn es sich für sie lohnt. Die Rotfärbung hängt ebenfalls mit dem Abzug des Farbstoffes Chlorophyll aus den Blättern zusammen. Die Bäume benötigen für den Transport des wertvollen Farbstoffes in den Stamm und die Äste sogenannte Enzyme. Diese sind jedoch äußerst lichtempfindlich. Ein Baum setzt den roten Farbstoff ein, um die Enzyme zu schützen, während diese die wichtigen Bestandteile des Chlorophylls in die übrigen Pflanzenteile transportieren.

Es ist Zeit, die Blätter abzuwerfen

Und wann fallen die Blätter von den Bäumen? Bäume spüren offenbar, wenn die Tage kürzer und dunkler werden. Dann beginnen sie, ihr Laub abzuwerfen, einige früher, andere später. Der Prozess beginnt häufig mit dem astronomischen bzw. kalendarischen Herbstanfang. Dieser findet am 22. oder 23. September statt, immer dann, wenn die Sonne exakt vertikal über dem Äquator steht. Für Meteorologen ist übrigens am 1. September Herbstbeginn, jedoch nur, weil sich gerade Monatsdaten in Statistiken besser auswerten lassen. Doch zurück zum kalendarischen Herbst. Dieser beginnt mit dem Tag, der genau so lang ist wie die Nacht. Anschließend werden die Nächte immer länger – morgens fährt man häufig im Dunkeln zur Arbeit und auch am späten Nachmittag wird es schnell wieder finster. Dazwischen liegen nur wenige ‚helle‘ Stunden. Im Sommer ist dies genau umgekehrt. Hier sind die Nächte kurz und die Tage besonders lang.

Ein Baum wirft im Herbst seine Blätter ab, um sich selbst zu schonen. Das Blattwerk benötigt er eigentlich, um sich ernähren zu können. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Sonne scheint oder der Himmel mit Wolken bedeckt ist. Wichtig ist nur, dass es so viel Tageslicht wie möglich gibt. Werden die Tage aber kürzer, genügt dem Baum das vorhandene Licht nicht mehr. Er stößt nach und nach alle Blätter ab. Auf den Blättern würde, wenn sie am Baum blieben, zu viel Wasser verdunsten. Und da der Baum im Herbst und im Winter weniger Wasser aus dem Boden zieht, würde er quasi verdursten.

Übrigens unterscheiden Bäume nicht zwischen natürlichem Tageslicht und dem künstlichen Licht einer Straßenlaterne. Befindet sich ein Baum zum Beispiel in der Nähe einer Laterne, so behält er seine Blätter in der Regel länger als andere Bäume, die in einem Wald stehen.

Genießen Sie mit Ihrer Familie die goldene Jahreszeit und gönnen Sie sich einen Spaziergang mit „Laub rascheln“ – ein Spaß für Groß und Klein. 🙂

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