Grundschulmarketing

Mit Werbung in Schulen tut sich die Bundesrepublik Deutschland sehr schwer. Berechtigterweise, sagen die einen. Reaktionär, sagen die anderen. Die Wahrheit liegt mit Sicherheit in der Mitte.

Was spricht gegen und was für Grundschulmarketing?

Werbung an Grundschulen
Grundschulmarketing

In diesem Artikel möchten wir einen kleinen Einblick in die Branche gewähren und somit verschiedene Vorbehalte abbauen.

Was ist Schulwerbung und wer betreibt so etwas?

Schulmarketing gibt es in Deutschland bereits seit den 70er Jahren. Damals noch sehr unauffällig und eher versteckt entwickelte sich diese Branche in den letzten 40 Jahren zu einem starken Wirtschaftszweig mit vielen Millionen Euro Umsatz im Jahr.

Doch mit dem Geld kommen auch viele zwielichtige und durchaus abenteuerliche Geschäftsleute mit ins Spiel, welche den eigentlichen Bildungsauftrag der Schulen nicht mehr unterstützen, sondern die Profitmaximierung im Vordergrund stehen haben. Es entstehen fragwürdige Kampagnen für Lobby Verbände, perfide Werbungen für ungesunde Lebensmittel und auch der Direktverkauf auf dem Schulhof wird immer populärer.

Seit Anfang der 2000er Jahre ist damit Schluss. In vielen Bundesländern wird das Thema Werbung in Schulen stärker reguliert und auch Lehrer und Direktoren sind besser geschult. Es entstehen einige kleine Agenturen, welche sich auf die Kernbereiche der Bildungskommunikation und des Recruitings spezialisiert haben.  Mit dieser Qualität wächst auch langsam wieder das Vertrauen in die Schulwerbung, da Kampagnen keinen düsteren Beweggründe mehr verfolgen, sondern Unternehmen auch erkannt haben, dass gesellschaftliche Verantwortung nicht erst mit 25 Jahren beginnt.

Viel schwerer lastet jedoch der Nachwuchsmangel auf vielen Betrieben in Deutschland. Bereits heute beginnen viele Unternehmen mit sehr kreativen und hochwertigen Bildungsmaterialien um die Köpfe von Später zu werben. Dabei entstehen tolle Malhefte, spannende Unterrichtshilfen, kostenlose Lernmaterialien und tolle Vorbereitungshilfen für Lehrer/innen. Auch die Zusammenarbeit mit Pädagogen wird gestärkt und die Zusammenarbeit zwischen der Wirtschaft und der Schule gestärkt.

Selbst heute ist es noch so, dass es einige wenige „schwarze Schafe“ in der Branche gibt. Mit aller Macht werden Produktkampagnen von Softdrinkherstellern oder Süßwarenproduzenten in den Schulen beworben. Auch unter dem Deckmantel der Bildungskommunikation betreiben einige Agenturen viel Schindluder und nutzen das hart erkämpfte Image der Branche aus.

Eltern und Lehrer sind gemeinsam gefragt

Was können Eltern und Lehrer machen, um besonders in der Grundschule keine falschen Materialien an die Kinder zu verteilen?

Regel 1: Nie etwas verteilen, bevor es nicht geprüft wurde

Eltern und Lehrer sollten nie Materialien ohne Prüfung an die Kinder verteilen. Auch wenn die Sachen noch so bunt und lieb aussehen: lieber zweimal prüfen und den Absender hinterfragen.

Regel 2:  Die Motive hinterfragen

Unternehmen betreiben Schulmarketing in den seltensten Fällen aus reiner Nächstenliebe. Einige Motive von Unternehmen sind durchaus nachvollziehbar und vernünftig (z.B.  frühzeitige Nachwuchsgewinnung, Aufklärung über Krankheiten, gesellschaftliches Wissen). Andere Motive sind offen zu hinterfragen.

Regel 3: Austausch und Diskussion

Sowohl Lehrer als auch Eltern sollten sich über eventuelle Kampagnen austauschen und gemeinsam entscheiden. Werbung in Schulen sollte man nicht von Grund auf verteufeln, sondern auch Chancen sehen. Wichtig ist jedoch: Kritisch bleiben und lieber einmal mehr ablehnen.

Über die Autoren:
Die Recruiting Agentur Junges Herz beschäftigt sich seit Jahren mit den Themen Ausbildungsmarketing und Schulmarketing. Sie erarbeitet Unternehmen Konzepte zum Schulmarketing und folgt dabei strengen ethischen und moralischen Grundsätzen.

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