Grippe oder Erkältung erkennen

Grippe oder doch „nur“ eine Erkältung?

Grippe, grippaler Infekt, Erkältung – diese Begriffe schwirren im Winter durch die Medien und durch aller Munde. Doch wie unterscheiden sich die einzelnen Erkrankungen voneinander? Und warum werden sie so häufig in einen Topf geschmissen?

Grippe, Erkältung oder grippaler Infekt?
Grippe, Erkältung oder grippaler Infekt?

Vor allem zwischen der Grippe und dem grippalen Infekt besteht aufgrund der ähnlichen Namen eine häufige Verwechslungsgefahr. Dabei unterscheiden sie sich im Krankheitsbild sehr deutlich voneinander. Grippaler Infekt und Erkältung hingegen sind zwei Bezeichnungen für dieselbe Erkrankung.

Etwa zwei bis drei Mal pro Jahr sind Erwachsene in Deutschland erkältet, Kinder sogar noch häufiger. Unter der „echten Grippe“ leiden hingegen deutlich weniger Personen. Meist macht sich gerade in den Wintermonaten von Dezember bis März eine Grippewelle bemerkbar, die sich über Europa ausbereitet.

Auslöser grippaler Infekt/Erkältung und Grippe

Beide Krankheitsbilder werden durch Viren ausgelöst, jedoch gibt es bei der Grippe nur einen Erregertyp, während eine Erkältung durch mehrere hundert verschiedene Virenarten ausgelöst werden kann.

  • Grippe: Influenza-Viren, meist Subtyp A oder B

  • Grippaler Infekt/Erkältung: meist Adeno-, Rhino-, Entero- oder Coronaviren

Symptome grippaler Infekt/Erkältung und Grippe

Bei den Symptomen gibt es viele Gemeinsamkeiten, die einen weiteren Grund für die häufige Verwechslung darstellen.

Gemeinsame Symptome können sein:

  • Juckende, laufende oder verstopfte Nase

  • Druckkopfschmerzen

  • Husten

  • Fieber

  • Gliederschmerzen

  • Halsschmerzen und Heiserkeit

Deutliche Unterschiede gibt es jedoch beim Auftreten der Symptome. Setzen diese langsam und schleichend ein, leidet der Patient unter einer Erkältung. Typisch ist, dass man häufig zuerst nur ein Kratzen im Hals spürt. Häufig über Nacht kommt dann Schnupfen hinzu, gefolgt von Heiserkeit und Husten.

Bei einer Grippe jedoch treten die Symptome plötzlich auf. Weiterhin beginnt sie meist mit Fieber und Schmerzen. Während man bei einer Erkältung durchaus arbeitsfähig ist, zwingt einen eine echte Grippe zur Bettruhe.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal der beiden Krankheitsbilder ist die fieberbedingte Körpertemperatur. Während bei einem grippalen Infekt eine erhöhte Temperatur eher selten ist und diese in der Regel auch nicht über 38,5°C steigt, zeichnet sich eine Grippe durch länger andauerndes Fieber aus. Dabei kann die Körpertemperatur auch auf mehr als 40°C klettern.

Fieber ist eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers, die hilft, die Krankheitserreger abzutöten. Daher muss Fieber nicht immer sofort gesenkt werden. Sollte jedoch eine Temperatur von 42°C erreicht werden, kann dies zu ernsthaften gesundheitlichen Schäden und sogar zum Tod führen.

Auch bezüglich Verlauf und Dauer unterscheiden sich Erkältung und Grippe voneinander. Bei einer Erkältung spürt man meist bereits nach drei Tagen eine Besserung der Symptome und nach einer Woche ist die Erkrankung in der Regel überstanden. Bei einer Grippe hingegen kann es sich über mehrere Wochen hinziehen, bis alle Symptome wieder gänzlich abgeklungen sind. In der direkten Krankheitsphase liegen die Betroffenen meist eine Woche im Bett.

Auch wenn es viele Unterscheidungsmerkmale gibt, müssen diese nicht immer zutreffen, denn auch eine Erkältung kann mit plötzlich auftretendem Fieber beginnen. Und auch eine Grippe ist manchmal nicht sofort als solche zu erkennen, da beispielsweise keine spezifischen Symptome auftreten.

Behandlung grippaler Infekt/Erkältung und Grippe

Wenn es um die Behandlung der Symptome geht, kann bei beiden Krankheitsbildern auf ein ähnliches Repertoire an Medikamenten und Hausmitteln zurückgegriffen werden, zum Beispiel Lutschtabletten gegen Halsschmerzen oder Wadenwickel gegen Fieber. Die Behandlungsmöglichkeiten bei grippalem Infekt/Erkältung beziehungsweise bei Grippe haben wir in der folgenden Tabelle zusammengefasst.

Grippaler Infekt/Erkältung

Grippe

Behandlungsunterschiede

keine speziellen Medikamente nötig, das Immunsystem kann die Erkrankung meist selbst bekämpfen antivirale Medikamente mit den Wirkstoffen Oselta-mivir und Eanamivir; diese Medikamente hemmen die Neuraminidase und damit die Vermehrung der Viren in infizierten Zellen
ein Arztbesuch ist nicht zwingend erforderlich, Medikamente können in der Apotheke rezeptfrei gekauft werden antivirale Medikamente müssen innerhalb der ersten 48 Stunden eingenommen werden, um die Vermehrung des Virus noch eindämmen zu können -> Krankheitsdauer wird verkürzt
schleimlösende Medikamente helfen dabei, dass das Sekret abtransportiert und ausgehustet werden kann; dies bannt die Gefahr einer Lungenentzündung; gute pflanzliche Helfer sind dabei die Extrakte aus Efeu, Thymian und Eukalyptus antivirale Medikamente werden vor allem bei chronisch Kranken, Patienten mit geschwächtem Immunsystem und bei einer drohenden Lungenentzündung eingesetzt

Gemeinsamkeiten bei der Behandlung

Schnupfen

Inhalieren von warmen Wasserdampf, nach Belieben in Kombination mit Kamillenblüten oder ätherischen Ölen als Zusätze
Medikamente gegen Erkältung auf pflanzlicher Basis, die die Nasengänge öffnen und die Nasenschleimhaut abschwellen lassen

Fieber

Wasserverlust durch ausreichendes Trinken ausgleichen, zum Beispiel Tees aus Linden- oder Holunderblüten;
Anstrengungen vermeiden, um das Immunsystem nicht weiter zu beanspruchen

Grippeschutzimpfung

Eine Grippeschutzimpfung bietet Schutz gegen Grippe-, aber nicht gegen Erkältungsviren. Dennoch ist auch bei Grippe der Schutz nicht zu 100 Prozent gewährleistet. Die Impfung wird vor allem älteren Personen, Personen mit regem Kundenverkehr (zum Beispiel Bankangestellte, Verkäufer) und chronisch kranken Personen empfohlen.

2 Gedanken zu „Grippe oder Erkältung erkennen“

  1. Hallo.
    Kein schönes Thema, aber besonders jetzt, in der Erkältungszeit, ist dieses Thema sehr informativ. Was könnte man den vorbeugend tun, um gar nicht erst krank zu werden? Hilft es wirklich Obst und Gemüse zu essen, wenn ja, welches ist da am besten geeignet?? Meine kleinen sind nahezu dauerhaft erkältet, da sie sich im Kindergarten ständig wieder neu anstecken.

  2. Vitamin C ist da wohl das Vitamin der Wahl. Wenn ich die ersten Anzeichen eines „grippalen Unwohlseins“ verspüre, nehm ich sofort zwei Grippostad, hilft zwar wohl gegen nichts so 100% aber gegen alles irgendwie gleichzeitig und mir gehts besser, Und das ist schließlich die Hauptsache.

Vielen Dank für Ihre Kommentare!