Gewürze für Kinder dosieren

Welche Gewürze schmecken Ihren Kindern?

Vor allem unerfahrene Eltern fragen sich, wie Gewürze und Kinder harmonieren und welche Würzstärke sich für kindgerechte Speisen am besten eignet. Damit Sie sich diese Frage beantworten und Fehler vermeiden können, sollten Sie sich der noch unbeeinträchtigten Geschmacksnerven bei Kindern bewusst sein.

Kinder & scharfe Gewürze
Gewürze für die Kinderküche

Der erwachsene Geschmackssinn hat durch das Alter, durch den Konsum von Nikotin und aus der Gewohnheit heraus gelitten und ist nicht mit den sensiblen und sehr empfindlichen Geschmacksknospen von Kindern vergleichbar. Das heißt aber nicht, dass Sie beim Kochen für die ganze Familie auf Gewürze verzichten müssen.

Wohl aber sollten Sie lieber mild würzen und Ihre Speisen bei Bedarf auf dem Teller nachwürzen. Was für Sie würzig und angenehm schmeckt, kann für Ihr Kind viel zu scharf, zu salzig und unverträglich sein.

Anmerkungen von Kindern ernst nehmen

Ertappen Sie sich selbst dabei, dass Sie bei einer Äußerung Ihres Nachwuchses den Kopf schütteln und den Geschmack des Kindes infrage stellen?

Sie empfinden eine Speise als würzig und aromatisch. Ihr Kind hingegen lehnt den Verzehr ab und äußert sich darüber, dass das Essen viel zu scharf ist. Die Äußerung über die Schärfe wird vor allem von kleinen Kindern generell für eine zu starke Würze genutzt und bedeutet nicht primär, dass Sie mit Paprika oder Pfeffer, mit Chili oder Knoblauch zu großzügig umgegangen sind. Wenn ein Kind die Schärfe einer Speise bemängelt, kann dies generell für ein zu würziges und für das Kind unangenehmes Aroma sprechen.

In die Welt der Geschmäcker wird Ihr Kind bereits mit der Aufnahme von Muttermilch eingeführt und kann zur Ablehnung beim Stillen führen, wenn Sie Ihre Speisen zu stark würzen und so das gewohnte Aroma der Milch verändern. Speisen würzen bietet Ihnen aber auch die Möglichkeit, Ihr Kind frühzeitig mit verschiedenen Aromen und Geschmäckern zu konfrontieren und seine Neugier zu wecken.

Das gezielte Würzen von Babynahrung vermeiden Sie bis zum 8. Lebensmonat und auch dann gehen Sie am besten sehr sparsam mit gewürzten Speisen um.

Zu starke Würzung kann bei Babys und Kleinkindern zu Magen-Darm Problemen mit Erbrechen und Durchfall führen. Wenn Sie die ersten Gewürze anbieten, beginnen Sie mit sehr kleinen Mengen und geben zwischenzeitlich immer wieder ungewürzte Speisen.

Sollte Ihr Kind zu einer Überempfindlichkeit neigen, warten Sie mit einem erneuten Versuch mindestens eine Woche und reduzieren die Würzmenge noch mehr. Bei Gewürzen ist es ratsam, mit gleicher Obacht wie bei der Einführung neuer Lebensmittel vorzugehen.

Kindgerechte Gewürze – das bietet sich an

Vor allen anderen Würzmitteln machen Kinder Erfahrungen mit Zimt und Vanille. Beim Milchreis, Grießbrei oder Pudding finden die Gewürze Verwendung und werden von den Kleinen sehr gut vertragen und auch gerne angenommen. Aber auch hier ist wichtig, dass sich die verwendete Gewürzmenge in Grenzen hält und in kindgerechten Dosen genutzt wird. Diese können anhand des persönlichen Geschmacks der Kinder und auf die Speisen abgestimmt in Kleinstmengen Verwendung finden.

Einige Gewürze wirken sich positiv auf die Verdauung aus:

  • Zum Beispiel gilt die Minze als Magen- und Darmberuhigung und erfreut sich im Kindertee großer Beliebtheit.
  • Basilikum und Petersilie, sowie Rosmarin oder Oregano stoßen ebenfalls nicht auf Ablehnung und können in den Speisen integriert werden.
  • Bei Knoblauch scheiden sich die Geister (wie bei Erwachsenen auch…) . Während einige Kinder das Aroma lieben, lehnen andere Kinder den intensiven Knoblauchgeschmack ab und empfinden ihn auch in kleinsten Mengen als viel zu scharf.

Bekannt ist, dass Kinder neue Speisen viel eher annehmen, wenn diese an einen bekannten Geschmack erinnern und so eine hohe Akzeptanz fördern. Der kontrollierte Anbau und eine gute Qualität sind wichtig, da alte oder mit Chemikalien behandelte Gewürze eine gegenteilige Reaktion hervorrufen und zu starken Verdauungsproblemen führen können.

Von Würzmischungen sollten Sie, so gut Sie selbst den Geschmack auch finden, in der Zubereitung von Speisen für Ihre Kinder absehen. Denn die meisten Würzmischungen beinhalten Geschmacksverstärker und künstliche Farbstoffe, die in einem empfindlichen Kindermagen für Aufregung sorgen und sogar zum Erbrechen oder schlimmen Durchfällen führen können.

Welches Gewürz Ihr Kind bevorzugt und welche Aromen es ablehnt, können Sie zwar bereits über die Muttermilch beeinflussen, den Geschmack und die Vorlieben aber nicht bewusst steuern. Lehnt Ihr Kind eine bestimmte Geschmacksrichtung ab, verzichten Sie auf das Gewürz und versuchen nicht, Ihr Kind zum Essen zu zwingen.

Warum Kinder die Farbe Grün ablehnen

Vor allem bei Kleinkindern werden Sie mit verwundertem Gesicht dastehen, wenn alle grünen Gewürze auf Ablehnung stoßen und die Akzeptanz der zubereiteten Speisen mindern. Dies begründet sich in einer ganz natürlichen Ablehnung, die sich im Zuge der Evolution herausgebildet hat und das Kind vor einer Vergiftung schützen sollen.

Während diese These in der Vergangenheit bekannt war und Eltern daher auch weniger versuchten, grünes Gemüse oder Kräuter für Kinder schmackhaft zu präsentieren, ist die Erkenntnis in der modernen Zeit ins Hintertreffen geraten und jungen Eltern kaum noch bekannt.

Die Reaktion auf Grün ist normal und legt sich spätestens im Vorschul- und Schulalter. Wenn Sie Ihr Kind nicht beeinflussen und es zum Essen grüner Gemüse und Kräuter zwingen, wird es viel eher von selbst auf den Geschmack kommen und merken, dass vor allem

  • Petersilie und
  • Basilikum,
  • Dill und
  • Schnittlauch sehr schmackhaft sind.

In Saucen verarbeitet oder dekorativ auf dem Teller präsentiert hat Ihr Kind die eigene Entscheidung, ob es die Kräuter isst oder aussortiert. Akzeptieren Sie diese Praktik und ärgern sich nicht, wenn die dekorative Tellergestaltung nach der Mahlzeit übrigbleibt oder Ihr Kind den Dill aus der Dillsauce sortiert und ihn säuberlich am Tellerrand ablegt. Bieten Sie grüne Gewürze immer wieder an und Sie werden erkennen, dass die Abneigung mit zunehmendem Alter schwindet und Kinder von heute auf morgen keine Abneigung mehr gegen die Farbe Grün haben.

Kindgerecht würzen, heißt sparsam würzen

Aufgrund der stärker entwickelten und vollständig von äußeren Einflüssen unbeeinträchtigten Geschmacksnerven bei Kindern ist es nicht immer einfach, genau die richtige Würzung zu erzielen. Wenn Sie in der Küche stehen und beim Abschmecken meinen, dass das Gericht zu fad schmeckt, kann dies für ein Kind genau die richtige Würzstärke sein. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten, lassen Sie Ihr Kind doch einfach kosten und wenn es zufrieden ist oder gar anmerkt, dass das Essen noch nachgewürzt werden kann, würzen Sie noch einmal vorsichtig nach.

Chili und Würzmischungen, Curry, sowie Ingwer und Senfkörner sollten Sie beim Kochen für Kinder generell aussparen und Ihr Essen separat würzen.

Eine sanfte Brise Pfeffer hingegen schmeckt auch Ihrem Kind, wenn dieser nicht aus der Speise hervorsticht und fein gemahlen integriert wird. Gewürzmühlen in der feinsten Einstellung, oder bereits zart gemahlene Gewürze sind idealer als gerebelte oder gehackte Kräuter und Gewürze. Schließlich geht es um den Geschmack, um das Aroma und nicht um die sichtbare Würzung der Mahlzeit.

Ob sich Kinder für Gewürze begeistern oder außer Zimt und Salz, Muskat und Vanille alle Gewürze ablehnen, können Sie bereits im Wachstum lenken und mit einer milden Würze für hohe Akzeptanz sorgen.

Servieren Sie Kindern nie unangenehm stark gewürzte Speisen, da ein brennender Mund und Hals in dauerhafter Erinnerung bleiben und eine natürliche Aversion gegen das genutzte Gewürz erzeugen.

Da Gewürze sich in die Gedanken einprägen und Sie als Eltern auf eine vielseitige und abwechslungsreiche Ernährung achten müssen, führen Sie Kinder immer langsam an einen Geschmack heran und akzeptieren die Ablehnung, wenn ein Gewürz dem Kind nicht schmeckt.

Die Meinung ändert sich bekanntlich im Laufe der Entwicklung und kann bereits wenige Wochen später schon in eine ganz andere Richtung tendieren. Mit Worten und Erläuterungen über gesunde Ernährung mit Kräutern und Würzmitteln kommen Sie bei kleineren Kids nicht weit und werden eher mäßige Aufmerksamkeit ernten. Kehren Sie in sich und überlegen, dass auch Sie nicht jedes Gewürz mögen und durchaus Ihre Vorlieben und Aversionen haben.

Fazit – Kinder mögen (nicht alle) Gewürze

Die Speisenzubereitung für Kinder stellt generell vor eine Herausforderung und ist nicht immer einfach. Noch schwieriger ist es, außerhalb von Süßspeisen den Geschmack der kleinsten Familienmitglieder zu treffen und dabei zu beachten, die richtige Würze zu erzielen. Schließlich soll das Essen schmecken und bei Ihren Kindern gut ankommen.

Gehen Sie nicht von sich selbst aus, da Sie sonst garantiert eine Fehleinschätzung treffen und die Speisen für Kinder ungenießbar zubereiten. Wenn Sie Kinder in die Zubereitung von Essen einbeziehen und sie beispielsweise beim Abschmecken helfen lassen, werden Sie nicht nur Neugier auf neue Gewürze schüren, sondern können in der kindgerechten Zubereitung mehr Sicherheit erlangen.

Bei kleinen Kindern beginnen Sie mit Zimt und Vanille, später mit Salz und Kräutern, mit wenig Pfeffer, Paprika und bei Bedarf mit Knoblauch. Vermeiden Sie unnötige „Scharfmacher“ wie Chili oder Ingwer. Gewürze sorgen nicht nur für den Geschmack, sondern fördern bei vielen Speisen auch die Verdauung.

Wenn Sie Speisen mit Kohl zubereiten, wobei hier lediglich der Blumenkohl zur Leibspeise der Kleinen wird, ist eine Brise gemahlener Kümmel der ideale Begleiter und vermeidet unerwünschte Blähungen und Bauchschmerzen. Sollte eine Speise für Durchfall sorgen, lassen Sie das verantwortliche Gewürz zukünftig weg.

Quelle: https://www.gewuerze-boomers.de

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