Fußfehlstellungen bei Kindern

Fußfehlstellungen im Kindesalter – Werbung

Füße tragen uns im besten Fall das ganze Leben lang durch die Welt. Mehr als 100.000 Kilometer legen wir im Schnitt damit zurück. Um dauerhaft mobil bleiben zu können ist es jedoch wichtig, mögliche Fehlstellungen und Fehlbildungen schon im Kindesalter zu erkennen und bei Bedarf zu behandeln, um Fehlbelastungen und Schmerzen vorzubeugen.

Ursachen und Folgen von Fußfehlstellungen
Bildquelle: Orthoparc.de

Warum im Kindesalter? Ganz einfach, die meisten Fehlstellungen des Fußes sind bereits bei Säuglingen sichtbar. Gleichzeitig ist der Fuß von Babys und Kindern noch leicht formbar und kann in den meisten Fällen ohne chirurgischen Eingriff korrigiert werden.

Formen der Fußfehlstellung bei Kindern

Grundsätzlich lassen sich Fußfehlstellungen bei Kindern in angeborene und erworbene Fehlstellungen unterscheiden. Als häufigste angeborene Fehlstellung gilt der kongenitale Klumpfuß. Diese Kombination unterschiedlicher Deformitäten umfasst in der Regel einen Spitzfuß, Hohlfuß sowie Abduktion und Inversion des Vorfußes und sollte so frühzeitig wie möglich durch ein Fachpersonal behandelt werden.

Zu den angeborenen Fußfehlstellungen gehört auch der Plattfuß. Unter bestimmten Umständen kann sich diese Fehlstellung auch erst im Kindesalter entwickeln, man spricht dann von einer erworbenen Fehlstellung. Unter dem Sammelbegriff Plattfuß finden sich verschiedene Varietäten wie der kongenitale Plattfuß, der Knick-Senkfuß und der Knick-Plattfuß. Zu den in der Regel erworbenen Fußfehlstellungen zählen darüber hinaus:

  • Hackenfüße
  • Hohlfüße
  • Krallenzehen
  • Sichelfüße und
  • Spreizfüße.

Ursachen und Folgen von Fußfehlstellungen

Die wenigsten Fußfehlstellungen entwickeln sich aufgrund genetischer Faktoren: Einige frühkindliche Fußfehlstellungen sind das Resultat von Platzmangel im Bauch der Mutter, etwa im Fall von Hacken- und Sichelfüßen. Hauptursache von Fußfehlstellungen im Kindesalter sind jedoch falsche bzw. zu große/kleine Schuhe in Kombination mit einer zu frühen Verwendung von Schuhen und mangelndem Fußtraining. Darum ist es wichtig, das passende Schuhmodell für das Kind zu finden.

Übrigens: Fußfehlstellungen können auch die Folge von mangelnder Bewegung sein, etwa im Fall von Platt- und Knickfüßen, aber auch Übergewicht im Kindesalter kann zu schweren Fußfehlstellungen führen. Dies kann gravierende Folgen für den gesamten Bewegungsapparat haben und zu dauerhaften Schmerzen und Beeinträchtigungen führen. Zu den typischen Folgen zählen im besten Fall fehlende Standfestigkeit und X- bzw. O-Beine, im schlimmsten Fall Knieschäden, Hüftprobleme, chronische Rückenschmerzen und Wirbelsäulenverformungen.

Fußfehlstellungen vorbeugen

Angeborene Fußfehlstellungen können heutzutage gut von Orthopäden behandelt werden – eine Prophylaxe ist in diesen Fällen nicht möglich. Vorbeugen lassen sich allerdings die zahlreichen erworbenen Fußfehlstellungen. Zu den einfachsten Maßnahmen zählt möglichst uneingeschränkte Bewegung. Füße müssen laufen, damit sich die notwendige Muskulatur gut entwickeln kann. Dabei ist es wenig sinnvoll, den noch leicht formbaren Fuß frühzeitig in einen festen Schuh zu zwängen.

Als beste Prophylaxe für Fußfehlstellungen gilt das Barfußlaufen auf unterschiedlichen Untergründen. Ergänzt werden kann dieses „Trainingsprogramm“ durch regelmäßige Fußgymnastik. Auch das richtige Schuhmodell hilft dabei, Fußfehlstellungen vorzubeugen. Zu beachten ist dabei die richtige Größe und Breite des Schuhs, der eine flexible Sohle haben und ausreichend (aber nicht zu viel) Halt geben sollte.

Fußfehlstellungen behandeln

In leichten Fällen sind Fußfehlstellungen lediglich ein optisches Problem und verursachen weder Schmerzen noch Beeinträchtigungen. Treten Schmerzen auf und sind andere Teile des Bewegungsapparates betroffen, kommt in vielen Fällen zunächst eine konservative Therapiemethode zum Einsatz, die z.B. Krankengymnastik und Einlagen, gegebenenfalls auch die Verwendung von Schienen, Bandagen und Gips umfasst. Einige Fehlstellungen wie der Klumpfuß oder Krallenzehen erfordern chirurgische Eingriffe, um ein schmerzfreies Laufen wieder zu ermöglichen.

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