Freundschaften ihrer Kinder

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Freundschaften sind neben der Familie die wichtigsten sozialen Beziehungen im Leben Ihres Kindes. Das fängt schon Kindergarten an und führt sich bis zum Abitur fort. Doch nicht immer sind die Eltern mit der Wahl der Freunde Ihres Kindes einverstanden.

Freundschaften im Jugendalter

Freundschaften unter Kindern
Wie wichtig sind Freundschaften

Während Begriffe wie schlechter Umgang oder falsche Freunde in der Grundschule und im Kindergarten noch weniger eine Rolle spielen, da die Treffen eher im Elternhaus oder einem geschützten Rahmen stattfinden, gewinnen sie dafür umso stärker an Relevanz, wenn Kinder oder Jugendliche vermehrt Zeit auch außerhalb des Elternhauses verbringen. Hier entziehen sie sich sozusagen jeder elterlichen Kontrolle.

Eigene Vorurteile prüfen

Ganz wichtig ist, dass man seine eigenen Vorurteile überprüft. Nur weil die neuen Freunde des eigenen Kindes vielleicht nicht dieselben Tischmanieren an den Tag legen oder grüne Haare den blonden vorziehen, kann man nicht von falschen Freunden oder schlechtem Umgang sprechen. Je höher Ihre eigenen Maßstäbe sind, desto schwieriger werden es auch die Freunde Ihrer Kinder bei Ihnen haben. Die eigenen Lebensgewohnheiten sind meist fest eingefahren und tragen oft dazu bei, den Lebensstil anderer Familien als fragwürdig zu betrachten.

Bevor Sie schlecht über die Kameraden Ihres Kindes sprechen, sollten Sie sie vor allem erst einmal kennenlernen. Oft lassen sich einfache Vorurteile schon dadurch abbauen, dass man miteinander ins Gespräch kommt. Fernsehabende, bei denen man vorher gemeinsam kocht und zusammen isst, eignen sich besonders dafür.

Auch Spieleabende oder Grillpartys am Lagerfeuer sind durch die lockere Atmosphäre dafür prädestiniert, um seinen Gegenüber unauffällig auf den Zahn zu fühlen. In den meisten Fällen lassen sich Vorurteile sehr schnell abbauen.

Was, wenn Grund zur Sorge besteht?

Grund zur Sorge besteht dann, wenn sich ein Kind durch seine Freunde zu dem Konsum von Alkohol und Drogen verleiten oder sich zu Straftaten animieren lässt. Hier sollte man nicht nur einschreiten, hier muss man es. Allerdings muss man auch hier sensibel vorgehen, es reicht nicht, dem Kind einfach den Umgang mit den Freunden zu verbieten. So verleitet man das Kind nur dazu, zu lügen und Treffen geheim zu halten. Im schlimmsten Fall verliert man völlig die Kontrolle über die Situation.

Wichtig wäre es in so einem Fall, dem Kind immer ein offener und einfühlsamer Zuhörer zu sein. Denn ein Kind sucht die Nähe zu solchen Gruppierungen nicht ohne Grund.

Vielleicht hat es selbst Probleme, vielleicht ist es auch in eine Außenseiterrolle geraten und sucht Zuflucht bei anderen Randgruppen? Vielleicht ist sein Selbstwertgefühl gering und es versucht auf diese Art, sich zu beweisen. Versuchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind herauszufinden, woran es liegen könnte und welches positive Gefühl ihm der Freundeskreis vermittelt.

Notfallprogramm

Manchmal nutzt alles nichts. Das eigene Kind gleitet immer mehr in die Problematik von Drogen und Alkohol ab. Sie haben mit ihm Ihre Sorgen geteilt und ihm Hilfe angeboten, aber es weigert sich, darauf einzugehen. Vielleicht ist auch das Eltern-Kind-Verhältnis vorbelastet und ein offenes Gespräch kaum möglich. In so einem Fall kann man auch einen Psychologen um Rat fragen oder sich bei Fachkräften (zum Beispiel der Suchtberatung) Hilfe und Tipps holen.

Manchmal hilft auch ein Schulwechsel, um das Kind aus dem schlechten Umfeld herauszuholen. Das will aber wohl überlegt sein, denn gerade, wenn ein Kind ein schlechtes Selbstwertgefühl hat, ist eine so große Veränderung ein tiefer Einschnitt, der es noch weiter schwächt. Und nicht selten führt so eine Maßnahme zu einem Bruch zwischen Eltern und Kind, vor allem, wenn sie aufgezwungen wird. Oft tut es einem Kind auch gut, wenn man ihm neue Freizeitmöglichkeiten anbietet. Ein Volkshochschulkurs oder eine neue Sportart sind Herausforderungen, an denen es wachsen und sich ebenfalls beweisen kann.

Fördern Sie die Kreativität Ihres Kindes. Kreativität hilft, Gefühle auszudrücken, für die man manchmal keine Worte findet: Malerei, Fotografie oder Tanz. Ganz wichtig: Es muss die Begeisterung Ihres Kindes wecken!

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