Finanzbegriffe P – Z

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Finanzbegriffe mit P und Q

Parkett

Als Parkett bezeichnet man den Ort, an dem Wertpapiere real gehandelt werden. Durch den Siegeszug des Internets in den letzten Jahren hat das Börsenparkett allerdings etwas an Bedeutung verloren, da immer mehr Wertpapiere elektronisch gehandelt werden.

Penny Stock

Ein altertümlicher Begriff aus den USA für Aktien mit einem Kurswert von unter einem Dollar. Wird heute kaum noch verwendet.

Pensionskasse

Finanzportal erklärt Finanzbegriffe
Finanzportal erklärt Finanzbegriffe – © Alliance

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Modell zur Altersvorsorge in Unternehmen, bei dem der Arbeitgeber Teile des Arbeitslohns einbehält und in einen Pool einzahlt. Dieser Pool wird von der Pensionskasse, also nicht vom Arbeitgeber selbst, verwaltet. Die Pensionskasse ist damit auch für die Auszahlung der späteren Rente verantwortlich.

Personenversicherung

Oberbegriff für alle Versicherungsformen, die persönliche Risiken beziehungsweise Personenschäden abdecken. Dazu gehören in der Regel Krankenversicherungen, Unfallversicherungen und Lebensversicherungen.

Pfandbrief

Pfandbriefe werden von Hypothekenbanken an Anleger ausgegeben, um Kapital zu erschließen, welches dann wiederum für den Bau oder Kauf von Immobilien verliehen wird. Der Anleger erhält als Sicherheit für seinen Pfandbrief das Recht, Grundstücke und Immobilien bei Bedarf zu beleihen.

Police

Die Police – auch Versicherungsschein genannt – bestätigt dem Versicherten den Abschluss einer Versicherung. In ihr werden alle Leistungen und Kosten der Versicherung schriftlich festgehalten und können so bei Streitigkeiten als Nachweis dienen.

Portfolio

Bezeichnung für den gesamten Bestand an Aktien, Anleihen und sonstigen Wertpapieren eines Anlegers.

Private Equity

Private Equity ist eine Anlage- bzw. Investitionsform, bei der in Unternehmen mit besonders innovativen und erfolgversprechenden Projekten investiert wird. Man kann dies mit Venture Capital vergleichen, jedoch wird bei Private Equity eher auf bereits etablierte Unternehmen gesetzt, die neue und innovative Wege gehen. Da bei großen Konzernen diese Innovationskraft oft nicht mehr besteht, kommen hauptsächlich mittelständische Unternehmen in den Genuss von Private Equity Geldern.

Put

Als Put bezeichnet man in der Börsenfachsprache das Recht, ein Wertpapier zu einem festgelegten Zeitpunkt bzw. innerhalb einer festgelegten Frist zu einem bestimmten Preis zu verkaufen. Das Gegenteil zum Put ist der Call.

Quartalsbericht

Im Gegensatz zum Jahresbericht wird der Quartalsbericht von Aktiengesellschaften einmal im Vierteljahr vorgelegt. Er enthält die wichtigsten Unternehmensentwicklungen und dient so den Investoren und Anlegern als Orientierungshilfe.

Quellensteuer

Bezeichnung für Steuern, die direkt am Entstehungsort erhoben werden. Die bekannteste Quellensteuer ist die Lohnsteuer, welche vom Arbeitgeber (der Quelle) direkt an die Finanzbehörden abgeführt werden muss.

Finanzbegriffe mit R

Rendite

Bezeichnung für den erwirtschafteten Gewinn aus Kapitalanlagen. Die Rendite wird normalerweise in Prozentzahlen angegeben. Dadurch ermöglicht sie einen Vergleich der verschiedenen Kapitalanlagen. Bei Aktien ermittelt sich die Rendite aus der Dividende und dem Kursgewinn.

Rentenfond

Eine besondere Form der Investmentfonds. Hierbei wird das Kapital in festverzinsliche Werte wie Schuldverschreibungen, Anleihen und ähnliches investiert. Aus den Kursgewinnen dieser Anlagen sowie den regelmäßigen Zinsauszahlungen ergibt sich schlussendlich die Rendite.

Rentenmarkt

Bezeichnung für den Handel mit festverzinslichen Wertpapieren.

Riester Rente

Bezeichnung für eine private Rentenvorsorge, welche vom Staat bezuschusst wird. Benannt ist sie nach dem ehemaligen Bundesminister für Arbeit und Soziales, Walter Riester. Riester-Rentenverträge werden meist über Banken oder Versicherungen abgeschlossen. Der Sparer legt einen monatlichen Betrag für seine Altersvorsorge an und erhält darauf eine festgelegte staatliche Förderung. Um ein Finanzprodukt als Riester Rente zugelassen zu bekommen, müssen jedoch etliche Bedingungen erfüllt sein.

Risikolebensversicherung

Eine besondere Form der Lebensversicherung, die Leistungen nur im Falle des Todes des Versicherungsnehmers auszahlt. Die Risikolebensversicherung wird hauptsächlich abgeschlossen, um Familienmitglieder finanziell abzusichern. Sie ist wesentlich günstiger als eine Kapitallebensversicherung, da es keine Auszahlung des eingezahlten Geldes bei Vertragsende gibt.

Rückkaufswert

Fachbegriff aus der Versicherungssprache. Bei vorzeitiger Kündigung einer Kapitalversicherung muss der Versicherer eine bestimmte Summe an den Versicherten auszahlen. Diese ist jedoch meist erheblich niedriger als das bereits angesparte Kapital. Man nennt diese Summe Rückkaufswert. Die Minderung des Kapitals bei vorzeitiger Kündigung ergibt sich vor allem aus den Kosten für Provisionen und Management der Versicherung, die der Versicherer vom angesparten Kapital abzieht.

Rücknahmepreis

Analog zum Rückkaufswert bei Versicherungen gibt es bei Wertpapieren den so genannten Rücknahmepreis. Dieser wird ausgezahlt, wenn ein Anleger einen oder mehrere Anteile aus einem Investmentfond vorzeitig an den Fondsinhaber zurückgibt. Auch hier ist der zurückgezahlte Anteil meist wesentlich niedriger als der ehemalige Ausgabepreis, da eine Rücknahme Kosten verursacht und Provisionen sowie Handlinggebühren abgezogen werden müssen.

Finanzbegriffe mit S

Schufa

Abkürzung für die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung. Diese Schutzgemeinschaft wurde in Deutschland von vielen verschiedenen Kreditunternehmen ins Leben gerufen, um sich vor Kreditnehmern mit fehlender oder schlechter Bonität zu schützen. Jedes Mitgliedsunternehmen der Schufa meldet bestimmte Vorfälle an die Zentrale Datensammelstelle. Auf diese Daten können die anderen angeschlossenen Unternehmen jederzeit zugreifen. So kann sich jedes Unternehmen umfassend über die Bonität eines Kunden informieren.

Schuldverschreibungen

Fachbegriff für ein Dokument, in dem sich der Kreditnehmer gegenüber dem Kreditgeber verpflichtet, das geliehene Kapital sowie eine festgelegte Verzinsung innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums bzw. zu einem festgelegten Zeitpunkt zurückzuzahlen. Auch der deutsche Staat gibt solche Schuldverschreibungen aus, bekannt ist z.B. die Bundesanleihe.

Spekulationsfrist

Die Spekulationsfrist beträgt 12 Monate und gibt die Zeit an, in der man ein Wertpapier nach dem Kauf nicht wieder verkaufen darf, ohne den daraus resultierenden Gewinnen versteuern zu müssen. Wird das Wertpapier nach dieser Frist wieder verkauft, bleibt der Gewinn steuerfrei.

Staatsanleihe

Besondere Form der Schuldverschreibung, wobei der Deutsche Staat oder die einzelnen Länder Anleihen herausgeben. Diese werden an jeder großen Börse gehandelt.

Stammaktien

Eine Stammaktie gewährt dem Inhaber das Recht, seine Stimme auf der Hauptversammlung des Unternehmens abzugeben. Außerdem besteht Anspruch auf einen festgelegten Anteil des Unternehmensgewinns, auch Dividende genannt.

Finanzbegriffe mit T

Tafelgeschäft

Wickelt ein Anleger seine Wertpapiergeschäfte nicht über ein virtuelles Depot ab, sondern lässt sich die Papiere physisch aushändigen, spricht man von einem Tafelgeschäft. Dadurch wird es möglich, Wertpapiere anonym zu kaufen und wieder zu verkaufen. Um die Abführung von Steuern aus den Gewinnen zu sichern, behält das ausgebende Institut jedoch eine Abschlagsteuer ein.

Tagesgeldkonto

Eine Kontoart, bei der das angelegte Geld täglich verfügbar ist. Für diese Sicherheit zahlt der Anleger jedoch einen Zinsabschlag, da die Verzinsung in der Regel wesentlich niedriger ist als bei einer Anlage über einen festgelegten Zeitraum. Außerdem kann der Zinssatz hierbei immer wieder gesenkt werden, da die Bank das Recht hat, diesen individuell an die wirtschaftlichen Entwicklungen anzupassen.

Termingeschäft

Ein Anlagemodell, bei dem ein Termin für die Abwicklung des Geschäftes festgelegt wird. Es eignet sich hervorragend dafür, auf steigende oder fallende Kurse zu spekulieren. Es ist also ein reines Spekulationsgeschäft, bei dem der Anlagebetrag nicht tatsächlich aufgebracht werden muss. Als Sicherheit ist jedoch eine festgelegte Leistung zu erbringen, die im Ernstfall die Verluste decken kann. Termingeschäfte sind in der Regel hoch spekulativ und damit nur erfahrenen Anlegern empfohlen.

Termingeschäftsfähigkeit

Um an Termingeschäften teilnehmen zu können, muss man eine so genannte Termingeschäftsfähigkeit nachweisen. Dafür muss man sich nach dem Börsengesetz über die speziellen Bedingungen und Verlustrisiken bei Termingeschäften nachweislich aufklären lassen.

Tilgung

Fachbegriff für die Rückzahlung eines geliehenen Kapitals. Diese kann entweder in Raten oder in einem festgelegten Einmalbetrag zum Ende der Laufzeit vorgenommen werden.

Totalverlust

Geht bei einer Geldanlage das gesamte eingesetzte Kapital verloren, spricht man von einem Totalverlust. Besonders bei risikoreichen bzw. hochspekulativen Anlagen droht dieser „worst case“. Durch die bedachte Wahl der Geldanlagen und eine bewusste Streuung der Risiken lässt sich ein Totalverlust jedoch in der Regel relativ sicher vermeiden.

Finanzbegriffe mit U bis Z

Überschussbeteiligung

Erwirtschaftet eine Versicherung mit dem eingezahlten Kapital der Kunden einen Überschuss, so kann dieser an die Versicherten in Form von reduzierten Beitragssätzen oder zusätzlichen Leistungen zurückgegeben werden. Überschüsse können bei Versicherungen z.B. durch geringere Sterblichkeitsraten, Zinsgewinne bei Geldanlagen oder reduzierte Verwaltungskosten erreicht werden.

Überzeichnung

Wenn bei einer Neuemission von Aktien die Nachfrage das vorhandene Angebot übersteigt, spricht man von einer Überzeichnung. In diesem Fall erhalten die Anleger meist nur einen Teil der georderten Aktien. In besonderen Härtefällen kann auch eine Kauforder ganz abgelehnt werden.

Ultimo

Ein Begriff aus der Börsenfachsprache, der den letzten Handelstag eines Monats bezeichnet. Wichtig wird dieser Begriff meist beim Setzen von Limits für den Aktienkauf. Oft wird hierbei ein Ultimo gesetzt, d.h. bis zum letzten Tag des Monats an der Börse.

Unlimitierter Kauf / Verkauf

Setzt ein Anleger beim Kauf beziehungsweise Verkauf von Wertpapieren kein Limit, sondern möchte die Papiere zum nächstmöglichen Kurs kaufen oder verkaufen, spricht man von einem unlimitierten Kauf bzw. Verkauf. Anzuraten ist diese Vorgehensweise nicht, da so die Gefahr besteht, Wertpapiere zu teuer einzukaufen oder zu billig zu verkaufen.

Venture Capital

Die deutsche Bedeutung von Venture Capital lautet Wagniskapital. Wie der Name bereits andeutet, geht es hierbei darum, Kapital in Form von Beteiligungen hauptsächlich für kleine und mittlere Unternehmen zur Verfügung zu stellen. All diesen Unternehmen ist gemein, dass Sie sich auf Märkten mit neuen Technologien und großen Wachstumschancen bewegen. Die Venture Capital Geber stellen diesen Unternehmen Kapital zur Verfügung, in der Hoffnung, dass sich die neuen Technologien schnell durchsetzen und die Investition somit eine fette Rendite abwirft.

Versicherungssumme

Die Versicherungssumme bezeichnet die Höhe der Leistung, welche die Versicherung bei Eintreten des Versicherungsfalls auszahlen muss. Diese Summe wird im Versicherungsschein bzw. in der Police schriftlich festgehalten. Oft ist die Versicherungssumme – zum Beispiel bei Lebensversicherungen – in Form einer garantierten Ablaufleistung vorgegeben, die sich jedoch durch Überschussbeteiligungen nochmals erhöhen kann.

Verwaltungsgebühren

Beim Kauf oder Verkauf von Wertpapieren entstehen Kosten, die in Form einer pauschalen Verwaltungsgebühr vom Anleger zu zahlen sind. Diese Kosten beinhalten z.B. die Anfertigung von Berichten sowie die Dienstleistungen der Fondsmanager.

Volatilität

Bezeichnung für die Intensität der Kursschwankungen eines Wertpapiers. Schwankt der Kurs für eine Aktie an der Börse sehr stark, spricht man von einer hohen Volatilität. Sehr stabile und schwankungsarme Wertpapiere haben dementsprechend eine niedrige Volatilität.

Vorzugsaktien

Bei so genannten Vorzugsaktien verzichtet der Besitzer auf sein Stimmrecht bei der Hauptversammlung der Aktiengesellschaft und erhält dafür eine höhere Dividende.

Währungsrisiko

Bezeichnung für ein besonderes Risiko bei der Anlage in ausländische Währungen. Die jeweilige Währung unterliegt selbst Schwankungen, welche die erwirtschaftete Rendite wieder zunichte machen können.

Widerrufsrecht des Kreditnehmers

Ein Kreditnehmer hat das Recht, innerhalb einer gesetzlich festgelegten Frist, auf den Kredit zu verzichten.

Wohngebäudeversicherung

Das ist eine Versicherung, die den Eigentümer eines Gebäudes vor Brand, Sturm oder Leitungswasserschäden schützen soll. In manchen Bundesländern ist der Abschluss einer Wohngebäudeversicherung Pflicht.

Zahlungsmittel

Als Zahlungsmittel beschreiben wir heute umgangssprachlich überwiegend Bargeld und Kreditkarten. Per Definition steht der Begriff Zahlungsmittel alle Formen von Bargeld, Buchgeld wie Kontoguthaben sowie Geldersatzmittel wie Scheck, Wechsel oder Kreditkarten.

Zinsanpassung

Die Banken garantieren einen bestimmten Zinssatz für einen festen Zeitraum. Bevor die Laufzeit beendet ist, müssen für den neuen Zeitraum neue Zinsen ausgehandelt werden. Der Kreditnehmer erhält von der Bank ein neues Angebot. Nimmt er das Angebot der Bank nicht an, wird die Restsumme auf einmal fällig.

Zinsfestschreibung

Die Zinsen bleiben über eines zuvor festgelegten Zeitraumes konstant. Das ermöglicht dem Kreditnehmer, seine finanziellen Verpflichtungen langfristig zu planen.

Zins- und Tilgungsverrechnung

Das ist eine Vereinbarung, die zur Verrechnung der Zinsen und der Tilgung dient.

Zinssatz

Das sind die in Prozent ausgedrückten Zinsen. Allerdings unterscheidet man hier zwei Formen, den effektiven Jahreszins und den anfänglichen effektiven Jahreszins. Bleiben die Konditionen über die gesamte Laufzeit des Kredites gültig, so wird vom effektiven Jahreszins gesprochen. Ist jedoch eine Änderung des Zinssatzes während der Laufzeit vorgesehen, so wird von letzterem gesprochen.

Zusage

Ein Kredit kommt dann zustande, wenn die Bank diesen genehmigt. Dann wird von einer Zusage gesprochen. Sie setzt eine Willenserklärung der geldgebenden Bank voraus.

Zusatzsicherheiten

Eine Bank kann vor der Zusage eines Kredites Zusatzsicherheiten verlangen. Das können Bürgen, die Abtretung aus einer Lebensversicherung oder das Verpfänden von Bankguthaben sein.

Zweckerklärung

Sie beinhaltet die Vereinbarungen zwischen dem Kreditnehmer und der Bank.

Zwischenfinanzierung

Wenn Baumaßnahmen kurzfristig finanziert werden, so spricht man von einer Zwischenfinanzierung. Sie werden durch langfristige Darlehen abgelöst.

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