Finanzbegriffe A – E

Finanzbegriffe mit A

Ablaufleistung

Vor allem für die Besitzer von Kapitallebensversicherungen ist die Ablaufleistung ein wichtiger Begriff. Es handelt sich dabei um den Betrag, den eine Lebensversicherung dem Versicherungsnehmer beim Ablauf ausbezahlt.

Finanzbegriffe
Finanzbegriffe einfach erklärt im Finanzportal – © Alliance

Dieser Betrag setzt sich aus einem garantierten und einem nicht garantierten Anteil zusammen. Der garantierte Anteil ist dabei die Versicherungssumme, der nicht garantierte Teil nennt sich Gewinnbeteiligung. Kombiniert ergeben beide Beträge die Ablaufleistung.

Abschlusskosten

Die Abschlusskosten einer Versicherung beinhalten die Provisionen für den Versicherungsvertreter sowie die Organisations- und Verwaltungskosten der Versicherungsgesellschaft. Vor allem bei langfristigen Versicherungsverträgen machen sich diese Kosten bemerkbar. Besonders zu Anfang des Versicherungsvertrags werden die Abschlusskosten auf die Beiträge aufgerechnet, so dass in der ersten Zeit kaum in die Versicherung eingezahlt wird. Wird die Versicherung dann frühzeitig vom Versicherungsnehmer gekündigt, ist der Rückkaufswert durch die angefallenen Abschlusskosten i.d.R. eher gering.

Aktie

Eine Aktie verbrieft die Anteilsrechte des Aktionärs an einer Aktiengesellschaft. Sie sichert dem Aktionär einen Anspruch auf einen Teil des Jahresgewinns – die so genannte Dividende. Es gibt verschiedene Formen von Aktien. Inhaberaktien sind nicht namensspezifisch ausgestellt, während Namensaktien auf eine bestimmte Person ausgestellt werden und im Register der Gesellschaft eingetragen sind. Daneben gibt es Stammaktien, bei denen der Aktionär am Stammkapital der Aktiengesellschaft beteiligt ist. Außerdem beinhaltet die Stammaktie ein Stimmrecht bei der Hauptversammlung des Unternehmens. Vorzugsaktien werden hauptsächlich an Unternehmensmitarbeiter ausgegeben, um deren Vermögensbildung zu fördern. Diese sind meist nicht mit einem Stimmrecht gekoppelt.

Aktienfonds

Aktienfonds sind Investments, bei denen die Einlagen der Anleger in Aktien investiert werden. Sie sind etwas risikoreicher als Rentenfonds, bieten aber auch eine höhere Renditechancen. Es gibt sowohl allgemeine Aktienfonds, als auch spezialisierte Aktienfonds, die nach bestimmten Ländern, Branchen oder einem Börsenindex ausgerichtet sind.

Aktiengesellschaft

Die Aktiengesellschaft ist eine Unternehmensform. Es handelt sich hierbei um eine Kapitalgesellschaft, welche mit ihrem Gesellschaftsvermögen haftet. Gesellschafter sind die Aktionäre, die mit ihren Aktien am Unternehmen beteiligt sind. Hauptvorteil für ein Unternehmen bei der Bildung einer Aktiengesellschaft ist die Beschaffung von Kapital.

Aktienindex

Der Aktienindex gibt Auskunft über die Kursentwicklung eines bestimmten Marktes in einem festgelegten Zeitraum. Bekannte Aktienindizes sind der DAX, der japanische Nikkei-Index sowie der US-amerikanische Dow Jones.

Aktionär

Der Aktionär ist Miteigentümer eines Unternehmens, das als Aktiengesellschaft firmiert. Seine Rechte sind im Aktiengesetz verankert. Er hat ein Stimmrecht, kann an der Hauptversammlung des Unternehmens teilnehmen und besitzt festgelegte Auskunftsrechte. Außerdem hat er Anspruch auf einen durch die Aktie festgelegten Anteil am Unternehmensgewinn.

Anleihe

Die Anleihe ist ein festverzinsliches Wertpapier, welches in der Regel von großen Unternehmen, Ländern, Bundesländern oder Kommunen ausgegeben wird. Eine Anleihe verbrieft dem Besitzer eine schuldrechtliche Verpflichtung. Er hat also Anspruch auf eine Rückzahlung des eingesetzten Kapitals inklusive Zinsen. Unternehmen und staatliche Einrichtungen können sich durch Anleihen Geld bei den Bürgern ausleihen, um dieses für größere Investitionen zu nutzen. Für den Investor ist dies eine sehr sichere Anlageform.

Anschlussfinanzierung

Wenn bei einem Immobiliendarlehen die Zinsbindung abgelaufen ist, muss der Darlehensnehmer mit der zuständigen Bank eine Anschlussfinanzierung vereinbaren. Der Kunde muss jedoch nicht bei der selben Bank bleiben, er kann auch einen Wechsel und damit eine Umschuldung in Betracht ziehen.

AS Fonds

Der Begriff „AS Fonds“ steht für „Altersvorsorge Sondervermögen Fonds“. Das Vermögen dieser Fonds muss mindestens zu 51% in Sachwerten angelegt werden. Dies können Immobilien, Aktien oder Aktienfonds sein. Innerhalb der AS Fonds gibt es verschiedene Bestimmungen. So darf der Aktienanteil höchstens 75% und muss mindestens 21% betragen. Investitionen in Immobilien dürfen höchstens mit 31% des Fondsvermögens getätigt werden.

Ausgabeaufschlag

Der Ausgabeaufschlag fällt beim Kauf von Anteilen an Investmentfonds an. In der Regel beträgt er zwischen zwei und fünf Prozent. Durch den Ausgabeaufschlag werden die Vertriebs-, Beratungs- und Verwaltungskosten gedeckt.

Finanzbegriffe mit B und C

Baisse

Ein Wort aus der Fachsprache der Börsianer. Man spricht von einer Baisse, wenn die Börsenkurse über einen längeren Zeitraum am Boden sind oder stark fallen. Das Gegenteil der Baisse ist die Hausse.

Basiswert

Beim Handel mit Optionen orientiert sich die Wertentwicklung immer an bestimmten Basiswerten. Dies können Aktien, Aktienindizes oder festverzinsliche Wertpapiere sein.

Bausparvertrag

Ein Bausparvertrag sichert die Finanzierung von Immobilien. Der Vertragsnehmer zahlt jeden Monat eine bestimmte Summe ein, die solange angespart wird, bis ein festgelegter Teil der Bausparsumme erreicht ist. Dann wird der Bausparvertrag zugeteilt, kann durch ein zinsgünstiges Bauspardarlehen ergänzt werden und bietet so die finanzielle Grundlage für den Immobilienkauf.

Beitragsbemessungsgrenze

In den gesetzlichen Sozialversicherungen ist das Einkommen nur bis zu einer gewissen Grenze für die Bemessung der Beiträge ausschlaggebend. Wer über dieser Grenze liegt, muss keine zusätzlichen Abgaben zahlen. Die Beitragsbemessungsgrenze wird vierteljährlich neu ermittelt und von der Bundesregierung festgesetzt

Belegschaftsaktien

Belegschaftsaktion sind Wertpapiere, die den Mitarbeitern eines Unternehmens zu besonders günstigen Kursen verkauft werden. Unternehmen vergeben diese gerne, um den Mitarbeitern eine Möglichkeit zum Vermögensaufbau zu liefern und diese enger an das Unternehmen zu binden. Aus diesem Grund wird auch oft festgelegt, dass Belegschaftsaktien erst nach einer festgelegten Frist wieder verkauft werden dürfen.

Beleihungswert

Der Wert, den eine Immobilie nach Schätzungen der finanzierenden Bank inklusive Grundstück besitzt. Wichtig ist dieser Wert für die Finanzierung einer selbst gebauten oder gekauften Immobilie.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Maßnahme zur Vorsorge für den Fall einer Berufsunfähigkeit. Ist der Versicherte infolge eines Unfalls oder einer Krankheit nicht mehr in der Lage, seiner Berufstätigkeit nachzukommen, tritt die Versicherung in Kraft und zahlt Leistung in Form einer zusätzlichen Rente. Manche Versicherungen zahlen auch bei teilweiser Berufsunfähigkeit einen anteiligen Betrag aus.

Blue Chip

Umgangssprachliche Bezeichnung für Aktien, die als stabil und umsatzstark gelten. Bei der Bildung eines Aktienindexes werden Blue Chips oft als Berechnungsgrundlage herangezogen.

Börse

Marktplatz für den An- und Verkauf von Aktien und anderen Wertpapieren, Rohstoffen, Derivaten sowie für den Abschluss von Termingeschäften aller Art. Die wichtigsten Börsen der Welt sind in New York, London und Tokio. In Deutschland befindet sich die wichtigste Börse in Frankfurt am Main.

Broker

Aus dem Amerikanischen stammende Bezeichnung für einen Wertpapierhändler an der Börse. Broker beraten Kunden und sprechen Kauf- oder Verkaufempfehlungen aus, außerdem vermitteln sie Kredite und sonstige Dienstleistungen ihrer auftraggebenden Banken.

Bullen- und Bärenmarkt

Der Bullenmarkt ist die umgangssprachliche Bezeichnung für eine Börsensituation mit guten und steigenden Kursen. Das Gegenteil davon ist der Bärenmarkt. In dieser Phase brechen die Kurse der Aktien ein und die gesamte Börse befindet sich einer Talfahrt.

Bundesanleihen

Festverzinsliche Wertpapiere in Form von Schuldverschreibungen, die vom Bund herausgegeben werden. Sie können eine Laufzeit von bis zu 30 Jahren haben.

Bundesschatzbriefe

Festverzinsliche Wertpapiere in Form von Schuldverschreibungen des Bundes. Diese werden zur Finanzierung von staatlichen Aufgaben ausgegeben und mit einem Eintrag ins Bundesschuldbuch verbrieft. Man unterscheidet Bundesschatzbriefe nach zwei Typen: Bei Typ Eins werden die Zinsen jährlich ausgezahlt, die Verzinsung steigt mit einer Laufzeit von sechs Jahren. Bei Typ Zwei steigt die Verzinsung ab einer Laufzeit von sieben Jahren und die Zinsen werden erst bei Fälligkeit oder Rückgabe ausgezahlt.

Call

Als Call bezeichnet man das Recht, ein Wertpapier innerhalb einer festgelegten Frist kaufen zu dürfen. Auch der Preis der Aktie wird im Vorhinein festgelegt. Steigt der Kurs bis zum vereinbarten Kauftermin und liegt über dem festgelegten Kaufpreis, ist die Differenz zwischen Kaufpreis und wirklichem Wert der Gewinn.

Cost-Average-Effekt

Bezeichnung für einen Vorteil einer Geldanlage in Investmentfonds. Durch die gleich bleibenden Sparraten kann ein Anleger in Zeiten mit hohen Kosten weniger Fondsanteil erwerben als bei niedrigen Kursen. Aus diesen Werten lässt sich ein Durchschnittskurs errechnen, der für die langfristige Planung von Kapitalanlagen sehr interessant ist.

Finanzbegriffe mit D

DAX

Umgangssprachliche Bezeichnung für den Deutschen Aktienindex. Dieser vereint die 30 größten deutschen Aktiengesellschaften in sich. Die einzelnen Aktien haben unterschiedliche Gewichtungen im Deutschen Aktienindex. Wie die einzelne Aktie gewichtet wird, hängt davon ab, welche Marktkapitalisierung sie besitzt.

Deflation

Das Gegenteil der Inflation. Wenn sich die im Umlauf befindliche Geldmenge reduziert und in diesem Zusammenhang die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen nachlässt, wird dies als Deflation bezeichnet.

Depot

Spezielles Konto bei einer Bank, über das Anleger ihre Aktien und sonstige Wertpapiere verwalten. Der regelmäßige Depotauszug ermöglicht eine Übersicht über das angelegte Vermögen.

Derivate

Als Derivate werden Börseninstrumente bezeichnet, die sich auf einen bestimmten Wert – den so genannten Basiswert – beziehen. Die Entwicklung eines Derivats hängt deshalb direkt von der Entwicklung des Basiswerts ab. Bekannte Derivate sind Optionsscheine oder Future.

Direktbank

Bezeichnung für eine spezielle Bank, die auf das Filialegeschäft verzichtet und daher ihre Leistungen besonders günstig anbieten kann. Die Geschäfte werden in der Regel per Internet oder Telefon abgewickelt.

Direktversicherung

Versicherungen, die ihre Verträge direkt an Kunden verkaufen, also ohne den Einsatz von Vertretern bzw. Außendienstmitarbeitern. Analog zur Direktbank können die Leistungen dadurch meist wesentlich günstiger angeboten werden als bei den klassischen Versicherern.

Disagio

Als Disagio bezeichnet man eine Vorauszahlung auf die spätere Zinslast. Diese wird mit dem auszuzahlenden Darlehen verrechnet, so dass die Darlehenssumme um 5 oder 10% in der Auszahlung verringert wird. Vorteil dabei ist, dass der Nominalzins gesenkt werden kann und sich dadurch die monatlichen Raten etwas verringern. Außerdem hilft ein Disagio Steuern zu sparen.

Dividende

Gewinnausschüttung an die Aktionäre eines Unternehmens. Diese wird in der Regel einen Tag nach der jährlichen Hauptversammlung über eine Bank an die Aktionäre ausgeschüttet. Die Dividende bildet also die Verzinsung einer Aktie. Je mehr Aktien ein Anleger hält, desto höher fällt die Dividende aus.

Dow Jones Index

Bezeichnung für den Kursindex der New Yorker Börse. Es gibt ihn sowohl als Gesamtindex für alle gehandelten Aktien, als auch in Form von speziellen Unterindizes, z.B. für die Aktien von Industrieunternehmen, Versorgungsbetrieben und Transportfirmen.

Finanzbegriffe mit E

Effektivzins

Eine gesetzliche Regelung zur Berechnung von Kreditzinsen soll es ermöglichen, dass der Kreditnehmer verschiedener Kreditangebote optimal miteinander vergleichen kann. Das Ergebnis dieser Berechnungen man Effektivzins. Allerdings werden hierbei nicht alle Kosten erfasst – nicht enthalten sind z. B. Gebühren, Bereitstellungszinsen und einige andere Posten.

Eigenheimzulage

Förderung vom deutschen Staat beim Kauf beziehungsweise Bau einer selbstgenutzten Immobilie. Die Eigenheimzulage besteht aus einem Grundbetrag und einer Kinderzulage. Sie kann pro Person nur einmal beansprucht werden. Die Höhe der Eigenheimzulage hängt vom Einkommensgefüge ab.

Einstandskurs

Kosten für den Kauf einer Aktie beziehungsweise eines Wertpapiers. In diesem Betrag sind auch alle anfallenden Nebenkosten enthalten.

Emission

Fachbegriff für die Ausgabe neuer Aktien und Wertpapiere durch Banken. Man unterscheidet die Emission von der Neuemissionen. Der Begriff Emission bezeichnet generell die Ausgabe neuer Wertpapiere, von einer Neuemissionen spricht man, wenn ein Unternehmen zum ersten Mal mit seinen Aktien an die Börse geht.

EZB

Abkürzung für die Europäische Zentralbank. Sie hat Ihren Sitz in Frankfurt am Main und ist eine Gesellschaft des internationalen Völkerrechts. Ihre Aufgaben sind u.a. die Verwaltung der Währungsreserven der einzelnen Mitgliedsländer, Regelung der Ausgabe der Euro-Banknoten und die Beaufsichtigung der einzelnen Kreditinstitute.

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