Pferde & Ponys als Haustier

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Hilfe, mein Kind wünscht sich ein eigenes Pferd!

Dieser Problematik sehen sich Eltern, meist die von Mädchen im Alter ab 8 Jahren, öfter mal gegenüber. Auch wenn man die finanziellen Möglichkeiten hat, so sollte man sich diesen Schritt doch gut überlegen.

Mädchen lieben Pferde
Ein eigenes Pferd für sein Kind

Ein Tier anzuschaffen, das heißt auch immer Verantwortung – meist für viele Jahre – zu übernehmen. Das ist auch beim Pferdekauf nicht anders, nur dass im Vergleich zu den handlicheren Haustieren bei Pferden ganz andere Kosten warten.

Sie haben sich dafür entschieden, ein Pferd zu kaufen?

Zunächst sollten Sie sich die Frage stellen, welche Rasse es sein sollte und welche Charakterzüge das Pferd haben sollte. Für Kinder eignen sich dabei meist ältere Vertreter ruhiger Ponyrassen, die mit den Youngstern dann durch dick und dünn gehen und auch kindliche Reitfehler nicht sofort übel nehmen.

Anders sieht es aus, wenn Ihr Kind Turnierambitionen haben sollte. Dann steht neben einer guten Sport-Abstammung natürlich auch die Leistungsfähigkeit neben der Verlässlichkeit an vorderer Stelle. Abgesehen von den einschlägigen Internetportalen zum Pferdekauf bzw. -verkauf sollten Sie auch Gespräche mit Züchtern führen, um das geeignete Pferd zu finden. Und auf jeden Fall sollte das Kind einige Male Probereiten dürfen, so dass die beiden auch wirklich zueinander passen.

Wohin mit dem neuen Familienmitglied?

Nach dem Kauf erwartet Sie die nächste Herausforderung: die Stallsuche. Auch wenn es scheinbar an jeder Ecke Unterstellmöglichkeiten gibt, so sollten Sie doch genau prüfen, wohin Sie das Pferd in Obhut geben. Wichtig ist neben einer sauber gemisteten und gut belüfteten Box (möglichst mindestens mit Fenster zum Hof oder noch besser Boxenpaddock) und täglichem Weidegang in Pferdegesellschaft auch die Futterqualität.

Denn wenn der Stallbetreiber gammliges Futter füttert, dann lässt meist der Tierarztbesuch aufgrund von Husten oder Koliken nicht lange auf sich warten. Was Sie also möglicherweise an den Unterbringungskosten sparen, das holt Sie später bei den Tierarztkosten – abgesehen von der Sorge ums kranke Tier – wieder ein.

Zusätzlich sollten Sie sich, je nach sportlichen Ambitionen, die Ausreitmöglichkeiten, Außen-Reitplätze bzw. die Reithalle anschauen. Ist hier alles gepflegt und die Verfügbarkeit der Anzahl der am Hof einquartierten Pferde angemessen? Nichts nervt mehr, als wenn man ohnehin ein kurzes Zeitfenster am Tag fürs Pferd hat und man dann auch noch ewig warten muss, bis man in die Halle kann oder diese ständig zu überfüllt ist.

Was braucht mein Pferd?

Kraftfutter, Mineralien und Raufutter in Form von Heu und Stroh werden in den meisten Ställen durch den Stallbetreiber eingekauft und gefüttert. Zusätzlich sollten Sie Ihrem Pferd einen Salzleckstein in die Box hängen oder in ggf. angebrachte Halterungen stellen. So kann es die Verluste an Mineralsalzen durch Schweißverluste bei der Arbeit später selbst wieder ausgleichen.

Außerdem sollten Sie sich neben einigen Bürsten, Striegeln und einem Hufkratzer auch Pflegemittel für Ihr Pferd zulegen. Weniger ist zwar hier oft mehr, aber ein gutes Mähnen- und Schweifspray, im Sommer ein für Pferde geeignetes Pferdeshampoo und Fliegenspray und ein pflegendes Huföl sollten zum Standard in Ihrer Putzkiste gehören. Eine gute Auswahl an verschiedenen Marken finden Sie entweder in Onlineshops oder auch im stationären Handel.

Damit ein Reitpferd aus Ihrem Vierbeiner wird müssen natürlich auch ein Sattel mit Sattelgurt und Steigbügeln (am besten Sicherheitsbügel, die sich bei einem Sturz öffnen), eine Satteldecke (besser zwei, damit man öfter mal waschen und tauschen kann), Trense mit Zügeln und eventuell noch Gamaschen oder Bandagen eingekauft werden.

Wenn es zeitlich passt gehen Sie doch auf eine der vielen Pferdemessen. Dort haben Sie die meiste Auswahl, können Qualität und Preis direkt miteinander vergleichen und oft gibt’s für die Erstausstattung, falls man tatsächlich alles bei einem Händler kauft, sogar noch einen kleinen Rabatt.

Allerdings empfiehlt es sich, was den Sattel angeht, auf einen Fachmann zurückzugreifen, der den Sattel vor Ort auf Ihrem Pferd anpasst. Ansonsten kann es schnell passieren, dass der Sattel Druckstellen verursacht und das Pferd neben Rückenschmerzen sogar offene Stellen in der Sattellage bekommen kann.

Und wie lernt mein Kind nun reiten?

Natürlich ist es sinnvoll, erst dann ein eigenes Pferd anzuschaffen, wenn das Kind bereits Erfahrungen mit Pferden sammeln konnte und auch schon relativ sattelfest ist. Sofern Ihr Kind dazu eine Reitschule besucht hat ist es vielleicht möglich, dort weiterhin Unterricht, jetzt mit eigenem Pferd, zu nehmen oder einer der Reitlehrer kommt an den Hof zu Ihnen.

In vielen Reitställen gibt es zudem qualifizierten Reitunterricht durch den Betreiber selbst oder durch Reitlehrer, die zu Unterrichtsstunden (Gruppen- oder Einzelunterricht) auf den Hof kommen.

Der Unterricht sollte möglichst kindgerecht sein und Spaß im Umgang mit dem Pferd, aber auch die dazugehörige Verantwortung dem Tier gegenüber vermitteln. Nur dann ist ungetrübte Freude mit dem neuen Freizeitpartner garantiert.

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