Kinderkrankheiten – Diphtherie

Diphtherie erkennen und richtig behandeln

Frühzeitige Erkennung der Diphtherie ist wichtig für die richtige Behandlung. Sie ist aber nicht immer leicht. Es gibt Fälle, wo der Arzt sofort sagen kann: Diese gelblichen oder auch weißlichen Punkte auf der Mandel, das ist eine eitrige Mandelentzündung.

Diphtherie
Diphtherie Symptome erkennen und behandeln

Oder: Dieser grauweiße, membranöse Belag auf den Mandeln, der so zäh haftet, ist sicher Diphtherie. In anderen Fällen lässt sich die Entscheidung nicht unmittelbar treffen, und erst die Abstrichuntersuchung gibt Gewissheit.

Kiefer können vergrößert sein und schmerzen. Es besteht (zuweilen hohes) Fieber. Die schlimmen Diphtheriefolgen früherer Zeiten, wobei die Krankheit auf Kehlkopf und Luftröhre übergriff, lassen sich heute dank der modernen Heilserumbehandlung im Wesentlichen vermeiden.

Von den Krankheitskeimen gelangen Giftstoffe in den Körper, die Herz, Nieren und andere Organe gefährden können. Deshalb ist bei Diphtherie auch nach dem Schwinden der Halserscheinungen noch Schonung und Vorsicht für längere Zeit geboten. Bei lebhaften Kindern ist das nicht leicht einzuhalten. Die Inkubationszeit der Diphtherie ist 2 bis 5 Tage.

Unersetzliches Heilserum

Die Erfindung des Heilserums durch Behring hat der Diphtherie viel von ihrem Schrecken genommen. Das vom Diphtheriebazillus hervorgebrachte Gift (Toxin) erzeugt Gegengifte (Antitoxine), wenn man es in mäßigen, steigenden Dosen einem Tier einspritzt. Das Blutserum eines solchen Tieres, etwa eines Pferdes, mit seinen Diphtherie-Antitoxinen spritzt man wiederum dem Erkrankten ein, wo- durch die Diphtheriegifte in seinem Körper unschädlich gemacht werden.

Bei einem an Diphtherie erkrankten Kind ist frühzeitige Behandlung mit Heilserum äußerst wichtig. Wenn die Heilserumeinspritzung am ersten Tag der Krankheit erfolgt, wird nahezu jedes Kind gesund. Wird sie erst am oder nach dem 5. Tag vorgenommen, besteht durchschnittlich noch eine Gesundungswahrscheinlichkeit von 75%. Penicillin und andere Antibiotika sind hilfreich, doch kann keine andere Behandlung die Wirksamkeit des Diphtherie-Hellserums ersetzen.

Das neugeborene Kind einer Mutter, die selbst immun ist gegen Diphtherie, ist für einige Monate nach der Geburt vor der Krankheit sicher. Aber diese Immunität hält verlässlich nur für die ersten 3 Lebensmonate vor, dann erlischt sie allmählich.

Um eine wirksame Immunität zu erhalten, wird daher bei Kindern bereits einige Monate nach der Geburt gegen Diphtherie schutzgeimpft (häufig gleichzeitig gegen Wundstarrkrampf und Keuchhusten). In den Ländern, in denen diese Impfung angewendet wird, ist die Erkrankung an Diphtherie entscheidend zurückgegangen.

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