Die acht Wege beim Yoga

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Yoga ist eine Lebensart

Yoga – immer mehr Menschen üben sich in den Asanas dieser „Sportart“. Dabei ist Yoga nicht nur Entspannung und Bewegung, sondern eine Lebensart. Hier fließen Körper und Geist zusammen. Ohne den Blick nach „innen“ ist jegliche Übung zwecklos. Wer Yoga praktiziert, stellt seinen Leben auf den Kopf oder wird es zumindest nach einigen Wochen Training infrage stellen und es aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

Yoga als Lebenseinstellung
Die 8 Wege des Yoga

Bei den meisten stellt sich automatisch nach einiger Zeit ein anderes Denken ein. Entweder sie werden Vegetarier, sie leben bewusster oder sind in hektischen Situationen völlig ruhig.

Natürlich kann, bei regelmäßigem Training, mit Yoga Gewicht reduziert und Muskeln entwickelt werden, doch das eigentliche Ziel ist die innere Ausgeglichenheit und das Erreichen der inneren Balance. Hierfür gibt es die 8 Wege des Yoga.

Wer sie alle meistert, reinigt Körper, Geist und Seele und gelangt letztendlich zur Erleuchtung.

Weg 1 – Yama, das Verhalten anderen gegenüber

Hier geht es um Nächstenliebe, Rücksicht sowie Mitgefühl. Wichtig ist die Aufrichtigkeit dabei, nicht nur in Gedanken, sondern auch in Worten und gerade Taten. Niemand sollte anderen etwas neiden, selber nicht auf Wohlstand fixiert sein und nicht süchtig werden.

Wer regelmäßig morgens, und sind es nur 10 Minuten, Yoga übt, hilft seinem Geist dabei, „frei“ zu werden. Dieser Schritt nach innen lässt uns die Werte anders betrachten und somit unser Verhalten zu ändern.

Weg 2 – Niyama, das Verhalten sich selbst gegenüber

Das A und O beim Yoga ist die Disziplin. Sie reinigt Geist und Körper, hilft beim Selbststudium, der Askese und Hingabe. Wer bewusst atmet, meditiert und regelmäßig übt, wird innerlich rein.

Dabei sollte stets auf die Bedürfnisse des eigenen Körpers geachtet werden. Das fängt schon beim Essen an. Irgendwann wird nicht mehr einfach so gegessen, nur weil einem langweilig ist oder ähnliches. Bei dieser Art essen ist die Gefahr zuzunehmen, sehr groß. Der Körper signalisiert schon, wenn er etwas braucht. Man muss nur lernen, darauf zu hören. Dann fällt es auch nicht mehr schwer, Grenzen zu erkennen und diszipliniert sowie gesund zu leben. Sagt einem das Bauchgefühl, irgendwas stimmt nicht, immer darauf hören. Wenn etwas quält, loslassen. Lebe leichter.

Um stressigen Situationen gelassener entgegen zu treten, ist die Selbstreflexion eine große Hilfe. Wenn wir unser Handeln kritisch überdenken, können wir das nächste Mal besser reagieren. Alles objektiv betrachten und auch philosophische Schriften lesen fördert diesen Prozess.

Ebenso Askese ausüben, die Enthaltsamkeit, lässt unser Handeln und Denken auf ein gesundes Maß reduzieren. Nicht zuletzt die Hingabe, als sogenanntes I-Tüpfelchen, stärkt die innere Stimme. Sich Gott hingeben hilft, voller Vertrauen auf dem Fluss des Lebens zu schwimmen.

Weg 3 – Asana, die Körperhaltung

Insgesamt gibt es über 200 Körperhaltungen. Mit jeder Asana, die wir üben, trainieren wir Muskeln, innere Organe, Nerven und unsere Flexibilität. Dadurch wird unser Körper und unser Geist stabilisiert. Unerlässlich ist während der Übungen die richtige Atmung sowie das Bewusstsein.

Mit jeder Faser muss der Übende bei den Asanas sein. Jede Asana hat eine unterschiedliche Wirkung. Es gibt langsame sowie dynamische Übungen. Es gibt kaum eine Wirkung, die nicht mit Yoga erzielt werden kann. Sei es bei Erkältungen, Rückenbeschwerden oder die innere Balance.

Weg 4 – Pranayama, das bewusste Atmen

Mit der richtigen Atemtechnik wird während der Asanas die Lebensenergie gelenkt. Lenkung kann auch als Beherrschung bezeichnet werden. Die Atmung muss gezielt durchgeführt werden, da sie nicht dem Willen unterliegt. Sie wird vom Nervensystem geführt. Wenn wir bewusst atmen, wird es dynamisch. Das heißt, wir können den Atem anhalten und sofort wieder ein- oder ausatmen.

Somit wird nicht nur jede Zelle mit Sauerstoff versorgt, sondern auch die allgemeine Gesundheit verbessert. Das richtige Atmen führt Körper und Geist zusammen und kann beim Meditieren eine große Hilfe sein. In Stress- oder Angstsituationen atmen wir automatisch schneller und geraten in Panik. Wer aber seinen Atem kontrollieren kann, wird auch in solchen Lagen ruhiger durch richtiges Atmen.

Es gibt verschiedene Atemtechniken beim Yoga. Die tiefe Atmung, die Vollatmung, die Brustatmung, die Flankenatmung, die Bauchatmung sowie die Zwerchfellatmung. Jede einzelne hat ihre eigenen Ziele und Wirkungen.

Weg 5 – Pratyahara, die Sinnesbeherrschung

Sich zu beherrschen und zurückziehen zu können ist in der heutigen hektischen Welt nahezu überlebenswichtig. Ruhe zu finden, entspannen zu können und sich nur auf sich selbst konzentrieren muss jedoch gelernt sein bzw. geübt werden.

Jeder äußere Reiz wird dabei umgeleitet und aus dem Kopf „geschmissen“. Wir nehmen nur das positive wahr, das was uns stärkt. Negatives braucht unser Gehirn nicht. Schlechte in gute Gedanken verwandeln, dafür lohnt sich die regelmäßige Übung.

Weg 6 – Dharana – die Konzentration

Dharana ist das Fixieren eines einzigen Konzentrationspunktes im Geist. Dafür muss man völlig entspannt sein, die Aufmerksamkeit nach innen gelenkt haben sowie ruhige Gedanken haben. Tiefe Atmung hilft dabei. Dieser Punkt der Konzentration hilft uns, dass die Gedanken nicht wild umherschwirren.

Es gibt dabei viele Möglichkeiten, einen Konzentrationspunkt zu finden. Dieser kann ein bestimmter Gegenstand sein oder auch eine brennende Kerze. Jedoch muss dieser Punkt im inneren Auge erscheinen, das heißt, er wird sich vorgestellt und die Gedanken richten sich ausschließlich auf ihn. Die Stelle zwischen den Augen ist das „Dritte Auge“, dahin wird der Gegenstand fokussiert.

Weg 7 – Dyhana, die Meditation

Komplett in sich selber gehen, die Außenwelt nicht mehr wahrnehmen, das ist das Ziel der Meditation. Somit wird das Bewusstsein auf Dauer erweitert. Es gibt viele Techniken beim Meditieren und viele Mantras. Welche einem am besten gefällt, muss tatsächlich probiert werden. Die Mantras können entweder laut ausgesprochen, gedacht oder gesungen werden. Wer so zur Selbsterkenntnis gelangt, kann den 8. Weg beschreiten.

Weg 8 – Samadhi, die Erleuchtung

Die Erleuchtung ist das Nonplusultra, das ein jeder Yogi erreichen kann. Befindet man sich in diesem Zustand, ist der Körper und der Geist mit der Umwelt eins geworden. Man erkennt, dass alles mit allem verbunden ist und dabei frei von Vorurteilen und Bewertungen ist. Der Yogi ist eins mit Gott.

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