Kindergarten – Tipps für Eltern

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Montessori, bilingual oder doch lieber integrativ? Die Wahl des richtigen Kindergartens fällt vielen Eltern alles andere als leicht. Das liegt zum einen daran, dass es bei der Vielzahl der pädagogischen Konzepte schwer ist, das richtige für das eigene Kind zu finden.

So finden Sie den richtigen Kindergarten

Welches ist der richtige Kindergarten für mein Kind?
Die Wahl des richigen Kindergartens

Zum anderen besteht in Deutschland zwar das Recht auf freie Kindergartenwahl, das heißt aber noch lange nicht, dass auch ein Platz in der Wunscheinrichtung frei ist. Davon abgesehen sollten Sie als Mutter oder Vater die Kriterien kennen, anhand derer sie die Qualität einer Kindertageseinrichtung erkennen können.

Begeben Sie sich frühzeitig auf die Suche nach dem richtigen Kindergarten

Soll Ihr Kind ab dem vollendeten dritten Lebensjahr einen Kindergarten besuchen, so finden die Anmeldungen meist zwischen Januar und März statt. Bis April werden Zu- oder Absagen verschickt. Bei Einrichtungen in privater oder kirchlicher Trägerschaft können die Fristen geringfügig von denen in städtischen Kindergärten abweichen.

Möchten Sie Ihr Kind schon vor dem dritten Geburtstag in einer Kita betreuen lassen, weil Sie schnellstmöglich wieder in den Beruf einsteigen wollen, sollten Sie frühzeitig mit der Suche beginnen, mindestens aber 12 bis 15 Monate vor Arbeitsbeginn.

Bevor Sie sich aktiv auf die Suche nach einem Kindergarten machen, sollten Sie jedoch überlegen, was Ihnen bei der Betreuung Ihres Kindes besonders wichtig ist. Dabei ist es sinnvoll, auch den Charakter Ihres Kindes berücksichtigen. Schüchterne und zurückhaltende Kinder, die bisher noch wenig Erfahrungen mit Fremdbetreuung gemacht haben, sind in kleinen Einrichtungen mit fester Gruppenzugehörigkeit gut aufgehoben.

Zeigt Ihr Kind eine große Explorationsfreude, kommt beispielsweise auch ein Kindergarten mit einem offenen Konzept in Frage. Zusätzlich sollten Sie als Eltern überlegen, welcher pädagogischer Schwerpunkt Ihnen wichtig ist. Jeder Kindergarten arbeitet heute nach einem bestimmten Konzept. Häufig lässt sich die Konzeption auf der Website der jeweiligen Einrichtung einsehen oder steht interessierten Eltern zum Download zur Verfügung.

Viele Kindergärten fokussieren sich auf die Bewegungsförderung oder auf die musische Erziehung. Davon abgesehen gibt es zweisprachige Kitas oder solche, die einen bestimmten pädagogischen Ansatz verfolgen wie beispielsweise die Montessori– oder Waldorf-Pädagogik. Konfessionellen Einrichtungen liegt die Religionspädagogik und die damit verbundene Vermittlung von christlichen Normen und Werten besonders am Herzen.

Informieren Sie sich über das Verfahren der Platzvergabe

Nicht nur jedes Bundesland, sondern jede Stadt kann selbst darüber entscheiden, wie Kindergartenplätze vergeben werden. Bei städtischen Einrichtungen können Sie im Anmeldeformular in der Regel Ihren favorisierten Kindergarten angeben. Bevorzugt berücksichtigt werden meist Kinder von Alleinerziehenden. Je nachdem wie groß der Andrang ist, bleibt es jedoch den Verwaltungsbehörden vorbehalten, Ihnen einen Platz in einem anderen Kindergarten in Wohnortnähe anzubieten. Es besteht kein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz in einer bestimmten Einrichtung. Es muss lediglich gewährleistet sein, dass bei der Platzvergabe alle Kinder berücksichtigt werden.

Nutzen Sie die Möglichkeit zur Hospitation und vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl

Auch das beste pädagogische Konzept ist wenig wert, wenn es den Fachkräften nicht gelingt, dieses in der täglichen Praxis umzusetzen. Nutzen Sie daher jede Gelegenheit, sich die in Frage kommenden Einrichtungen persönlich anzusehen. Notieren Sie sich im Vorfeld Aspekte, die Sie besonders interessieren und fragen Sie vor Ort nach. Anhand dieser Informationen können Sie die einzelnen Einrichtungen später besser miteinander vergleichen und die beste Entscheidung für Ihr Kind treffen.

Nehmen Sie daher Ihren Nachwuchs unbedingt mit, wenn Sie sich in den einzelnen Einrichtungen umschauen: Sie werden sofort merken, ob sich Ihre Tochter oder ihr Sohn in einem Kindergarten wohl und willkommen fühlt oder nicht. Letzterer Aspekt sollte bei der Wahl des Kindergartens immer oberste Priorität haben.

Einen guten Kindergarten erkennen Sie daran, dass eine herzliche Atmosphäre vorherrscht und dass Kindern wie Eltern mit Wertschätzung begegnet wird. Auch der Umgang der pädagogischen Fachkräfte untereinander sollte harmonisch sein. Eine gute pädagogische Arbeit in einem Kindergarten ist immer auch abhängig davon, inwieweit die Zusammenarbeit innerhalb des Teams funktioniert.

Davon abgesehen ist Transparenz wichtig. Eine Einrichtung, in der Ihr Kind betreut wird, geht eine Erziehungspartnerschaft mit Ihnen ein. Das bedeutet, dass Sie als Eltern mit dem Kindergarten zusammenarbeiten, um Ihr Kind bestmöglich in seiner Entwicklung zu begleiten und zu fördern. Erkundigen Sie sich daher nach den Möglichkeiten, wie Eltern sich im Kindergartenalltag einbringen können und achten Sie bei Ihrem Besuch auf Aushänge und Info-Zettel.

Auch die Ausstattung eines Kindergartens ist wichtig

Es müssen nicht immer die neusten Möbel sein, aber eine gepflegte und funktionale Einrichtung ist genauso wichtig wie pädagogisch sinnvolles Spielzeug. Neben Bau-. Bastel- und Konstruktionsmaterial sollten Gesellschaftsspiele vorhanden sein, ebenso Steckmaterial, Bilderbücher und Spielmaterial für Rollenspiele.

Da Dreijährige andere Bedürfnisse haben als Vorschulkinder, dürfen altersgerechte Spiel- und Lernangebote nicht fehlen, die Sie sich zeigen lassen sollten. Erkundigen Sie sich außerdem, wie die Vorschularbeit in der jeweiligen Einrichtung aussieht. Wichtig sind Förderangebote in den Bereichen Konzentration, Sprach- und Schrifterwerb, Selbstorganisation und im Bereich kognitive Entwicklung.

In einem guten Kindergarten sollten alle Ihre Fragen geduldig und ausführlich beantwortet werden. Ist das nicht der Fall, sollten Sie lieber weitersuchen: Eine gute Kinderbetreuung kann nur funktionieren, wenn alle Beteiligten zum Wohl des Kindes handeln und Sie als Eltern Vertrauen zu einer Institution wie den Kindergarten aufbauen können.

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