Chinesischen Garten einrichten

Die chinesische Gartenkunst

China blickt auf eine jahrtausendealte Kultur zurück, die sehr viel Wert auf Tradition und Sitte gelegt hat. Die Gartenkunst stellt hierbei ein wesentliches Element dar und lässt sich etwa bis in das Jahr 3000 vor Christus zurückverfolgen.

Chinesischen Garten einrichten
Chinesischen Garten einrichten

Diese asiatische Gartenkunst hat das Ziel, die sogenannten sieben Dinge harmonisch zu arrangieren. Zu diesen sieben Dingen gehören Erde, Wasser, Steine, Wege, Gebäude, Pflanzen und der Himmel.

Ihr Vorkommen soll dabei durch künstlerischen Sinngehalt idealisiert werden. Der chinesische Garten gilt somit als Abbild für Ordnung, Herrschaft, Lebenskraft und Harmonie.

Auch Europa wurde von der chinesischen Gartenkunst beeindruckt und inspiriert. Dies führte dazu, dass Gärten nach chinesischem Vorbild (teils mit Hilfe chinesischer Experten) angelegt wurden: so auch der „Garten des wiedergewonnenen Mondes“ im Berliner Stadtteil Marzahn.
Eine kleine Geschichte der chinesischen Gartenkunst

Da China eine sehr traditionsverbundene Kultur darstellt, sollte ein Blick auf die Geschichte Chinas Gartenkunst nicht fehlen. Hierbei soll insbesondere deutlich werden, dass sich die chinesische Gartenkunst immer weiter an Ideale (z.B. aus Malerei und Literatur) anzugleichen versuchte.

Während der Zhou-Dynastie (11. Jahrhundert bis 256 vor Christus) wurde mit dem Anlegen von sogenannten Jagdparks begonnen. Jagdparks stehen für die durch den Menschen umschlossene und beherrschte Natur und symbolisieren Ordnung.

Während der Han-Dynastie (bis 220 nach Christus) wurden diesen Parks Terrassen, Pavillons und Paläste hinzugefügt. Die Paläste hatten jeweils unterschiedliche Zwecke – z. B. wurde in dem einen Palast musiziert, während in einem anderen eine Vogelschau abgehalten wurde.

Zur Zeit der Wei- und Jin-Dynastien (220 bis 420 nach Christus) übte die Landschaftsmalerei einen immer größer werdenden Einfluss auf die Gartenkunst aus. Außerdem trat das Element Wasser in den Vordergrund. Geschaffen wurden verzweigte Wasserkanäle und Teiche. Der Landschaftsgarten entstand. Besonders imposant war die Anlegung eines großen Sees durch Kaiser Yangdi, der das Meer abbilden sollte.

Unter den Dynastien Tang und Song (von 618 bis 1279 nach Christus) wuchs in China der Wohlstand durch den Export von Seide und Keramik. Die Landschaftsmalerei beeinflusste die Gartenkunst weiterhin und wurde aufwendig nachgestellt. Aufgrund des gestiegenen Wohlstandes stieg die Zahl an Privatgärten.

Bis zum Ende der Qing-Dynastie (1912) wurde die chinesische Gartenkunst zunehmend entfaltet und mit technischen Hilfsmitteln weiterentwickelt. Dies verhalf dazu, die Gartenkunst immer näher an die Musterbilder von Malerei und Literatur anzugleichen.

Elemente der chinesischen Gartenkunst

Die wichtigsten Elemente der chinesischen Gartenkunst sind Steine, aus denen Hügel und Felsen gebildet werden, und Wasser. Steine bilden in einem übertragenen Sinne das Knochengerüst des Gartens, während das Wasser diesem Leben einhaucht wie das Blut.

Eng steht diese Unterscheidung in Zusammenhang mit der Lehre von Yin und Yang. Steine symbolisieren hierbei den stabilen und männlichen Teil, Wasser den fließenden und weiblichen. Wasserflächen befinden sich oft im Zentrum des Gartens und bilden künstliche Seen und Teiche.

Die Hauptelemente Stein und Wasser werden mit Nebenelementen ergänzt – etwa Pflanzen. Pflanzen bringen die Zeitlichkeit durch ihre jahreszeitlich bedingten Veränderungen in den Garten. Hauptsächlich werden dezente und nicht zu aufdringliche Pflanzen verwendet.

Vielen Pflanzen ist außerdem eine bestimmte Bedeutung bzw. Symbolik beigelegt. Die Lotosblume steht etwa für Reinheit und Perfektion. Pavillons stehen für den Menschen, der sich innerhalb der Natur befindet, Wege verbinden die unterschiedlichen Gartenbereiche miteinander.

Harmonie zwischen Himmel und Erde: die Theorie der chinesischen Gartenkunst

Die einzelnen Elemente des Gartens bilden eine Gesamtheit, die dem Qi (also der Lebensenergie) ein ungehindertes Fließen erlauben sollen. Nach daoistischer Vorstellung erfüllt die Lebensenergie den Raum zwischen Himmel und Erde. Dabei wird zwischen dem positiven und negativen Qi unterschieden.

Fließt das Qi nicht harmonisch, so können die Dinge verkümmern. Auch der Mensch kann durch das Fließen der Energie beeinflusst werden. Sind die Dinge so angeordnet, dass positive Energie fließen kann, so bringt dies Glück, Harmonie und Gleichklang. Sind die Dinge hingegen so angeordnet, dass negative Energie fließen kann, so wirkt dies einschränkend und weckt böse Geister.

Um ein optimales Fließen zu ermöglichen, gibt es ein althergebrachtes Regelwerk, das für jedwede Bebauung und jedweden Eingriff in den Garten existiert. Eine der Grundregeln ist dabei die Ausrichtung der Gegenstände nach Süden. Das Gelände ist ebenfalls von entscheidender Bedeutung für die Stellung der Objekte. So gilt ein flacher Untergrund, der nach Süden hin freien Blick ermöglicht, als günstig.

Gleichzeitig muss das Objekt aber von Norden her vor Wind geschützt werden – etwa durch einen Hügel. Die Umgebung muss außerdem trocken sein, aber von einem Bach durchflossen werden, der möglichst von Nordwesten nach Südosten fließt. Da man annimmt, dass die negativen Energien linear fließen, versucht man diese durch geschwungene und gezackte Strukturen zu blockieren.

Zur Blockierung dienen ebenfalls Wände, Felsen und unterschiedlich angeordnete Baumgruppen. Umgeben sind die Gärten in der Regel von einer Mauer, um die positiven Energien sammeln zu können. Weiterhin gelten Wasserbecken als Sammelpunkt für das positive Qi. Aus diesem Grund wurde ihnen eine zentrale Position im Garten zugewiesen.

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