Champagner, Sekt, Prosecco Getränke

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Unterschiede zwischen Champagner, Sekt und Prosecco

Bei besonderen Anlässen und Festen wie Sylvester, Geburtstagen, Jubiläen stößt man gerne mit einem Gläschen Sekt an, in „besseren“ Kreisen mit Champagner. Und manche Damen bevorzugen lieber einen Prosecco oder einen Spumante.

Was ist Sekt, was ist Champagner?
Sekt, Champagner oder Prosecco?

Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen Champagner, Sekt, Prosecco, Spumante, Vino Frizzante und Co? Gibt es Qualitätsunterschiede? Eigentlich sagt man so salopp: „Jeder Wein, der sprudelt, ist Sekt.“ Stimmt dies?

Was ist Sekt?

Um dies herauszufinden, sollte man zunächst wissen, dass Weine mit Blubberbläschen, sprich Weine mit Kohlensäure, grundsätzlich in zwei Kategorien einzuteilen sind, nämlich in Perl- und Schaumweine (laut europäischem Weinrecht). Eine weitere Art ist der Qualitätsschaumwein.

Nach einer EU-Verordnung versteht man unter Perlwein einen Wein, der in einem geschlossenen Behältnis bei 20 Grad Celsius einen Kohlensäuredruck von 1 bis 2,5 bar und einen Alkoholgehalt von mindestens 7 % hat. Dabei spielt es keine Rolle, wie die Kohlensäure in die Flasche gekommen ist (ob aus der Gärung heraus oder extern zugeführt).

Schaumwein hingegen muss mindestens einen Druck der Kohlensäure von 3 bar aufweisen. Außerdem hat die Kohlensäure zwingend bei einer zweiten Gärung zu entstehen.

Ein Qualitätsschaumwein wiederum muss im Gegensatz zum „gewöhnlichen“ Schaumwein einen Kohlensäuredruck von mindestens 3,5 bar, der auch bei einer zweiten Gärung entstanden ist, und einen Mindestalkoholgehalt von 10 % erreichen. Außerdem ist für diesen Wein, neben anderen strengen Anforderungen und Vorgaben, eine Mindestlagerzeit vorgeschrieben. Und dann darf sich dieser Wein Qualitätsschaumwein und somit Sekt nennen.

Vino Frizzante, Spumante und Prosecco

Beim italienischen Vino Frizzante handelt es sich um den in Deutschland so genannten Perlwein. Und der so beliebte Spumante ist nichts anderes als der Schaumwein der Italiener.

Bei Prosecco muss man ein wenig weiter mit der Erklärung ausholen. Prosecco ist zunächst einmal eine Rebsorte aus dem Norden Italiens und Slowenien. Auf jeden Fall ist es nicht – wie oftmals angenommen – die italienische Übersetzung für das Wort Sekt.

Dass Prosecco der Inbegriff für Schaumwein wurde, liegt in folgender historischer Tatsache begründet. Da es im Kernanbaugebiet der Prosecco-Trauben in Treviso früh Winter wurde und daher die kühlen Temperaturen die Gärung des Mostes der spät reifenden Trauben unterbrochen hatte, wurde die Gärung erst im Frühjahr des darauf folgenden Jahres wieder aufgenommen.

Durch die daraus folgende zweite Gärung bekam der fruchtige Jungwein seine Kohlensäure. Dieser Wein war sozusagen Schuld daran, dass alle schäumenden Weine umgangssprachlich als Prosecco tituliert wurden.

Doch dies ist ein Irrtum. Den Prosecco, wohlgemerkt der Wein von der Prosecco-Traube, gibt es sowohl als gewöhnlichen Wein (sprich ohne Kohlensäure), als auch als Perl-, Schaum- und Qualitätsschaumwein. Letzterer ist also Sekt.

Champagner, das festlichste Getränk aller Getränke

Der Champagner ist ein Schaumwein, der in einem genau abgegrenzten Weinbaugebiet in Frankreich, in der Champagne, angebaut und gekeltert wird. Die Marke beziehungsweise der Begriff „Champagner“ oder „Champagne“ ist rechtlich geschützt.

Der „Champagner“ hat sehr strenge Herstellervorschriften, wie beispielsweise die Handlese, eine vorgegebene Pflanzendichte, eine schonende, sofortige Pressung, die Flaschengärung, eine Mindestlagerzeit auf der Hefe. Die Einhaltung dieser Auflagen wird von unabhängigen Stellen überwacht. Schaumweine, die nicht den strengen Vorschriften genügen, und außerhalb der klar umrissenen Region stammen, dürfen sich nicht als Champagner bezeichnen, auch wenn sie von hervorragender Qualität sind. Sie werden allenfalls als Sekt (Deutschland), Spumante (Italien), Cava (Spanien), Vin Mousseux oder Crémant (Luxemburg und Frankreich) in den Handel kommen.

Ist Sekt minderer Qualität als der Champagner?

Durchaus nicht. In der Vergangenheit war der deutsche Sekt im Ansehen dem Champagner ebenbürtig, insbesondere zwischen den Jahren 1871 und 1914. Die deutsche Marken Kupferberg, Henkell oder Deinhard waren genau so berühmt und berüchtigt wie die bekanntesten Champagnerhäuser. Nach dem zweiten Weltkrieg verloren die deutschen Sekte an Renommee. In Deutschland produzierte man nach dem Krieg vermehrt für den Massenmarkt. Doch seit den 80er und 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts versuchen die deutschen, namhaften Sekthäuser in der Oberklasse wieder mitzumischen. Und dies mit wachsendem Erfolg.

Doch was schmeckt tatsächlich besser? Sekt oder Champagner? Dies ist eine Frage, die man so nicht beantworten kann. Letztendlich kommt es auf den individuellen Geschmack jedes Einzelnen an. Vermeintlich schwingt beim Champagner ein Hauch von Prestige des Namens mit, so dass man meint, dass dieser besser schmecken würde. Aber von der Qualität dürften heutige Qualitätsschaumweine (auch Sekt genannt) aus Deutschland dem Champagner durchaus das Wasser reichen.

Der Aldi-Champagner – Steckt eine renommierte Nobelmarke dahinter?

A propos schmecken: Der Aldi-Champagner ist eine gute Alternative zu manch teurem Sekt oder Champagner. Er bringt eine gewisse Qualität mit sich und muss den strengen Herstellungsvorschriften eines Champagners genügen, damit er sich auch Champagner nennen darf. Aber stammt er tatsächlich aus einem Haus der Nobelmarken? Steckt sogar hinter dem Volks-Champagner gar eine renommierte Luxusmarke, die wegen einer Überschussproduktion als Billigmarke vertrieben wird?

Fakt ist, die Aldi-Champagner „Vve. Monsigny“ (Aldi Süd) und „Vve. Durand“ (Aldi Nord) sind nicht die Namen des jeweiligen Herstellers. Beides sind reine Handelsmarken des Discounters. Verschiedene Hersteller aus dem Weingebiet der Champagne liefern nach geschmacklichen Vorgaben von Aldi den Rebensaft.

Zwar stammen die Hersteller alle aus der Champagne, aber darunter finden sich keine Häuser mit besonderem Renommee, also keine Nobelmarken. Da nicht nur ein Hersteller Aldi beliefert, sondern mehrere, werden unter dem Aldi-Produktnamen unterschiedliche Qualitäten vertrieben, das aber einem gelegentlichen Genießer kaum auffallen dürfte. Aber dennoch ist der Champagner nicht von schlechter Qualität.

Jedenfalls mit einem Gläschen dieses edlen Getränks in der Hand, ob nun Aldi-, Edel-Champagner oder Sekt, Spumante oder Cava, verleiht man jedem feierlichen Anlass eine besondere Note. Und so sollte es auch sein. Cin cin.

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