Mehr lesen und vorlesen – Kinderbücher

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Wo sind nur die Büchereulen hin?

Diese Frage scheint sich manch einer zu stellen, der mit Erschrecken feststellt, dass Kinder und Jugendliche in der heutigen Zeit sich mit den modernen Medien mehr beschäftigen als mit Büchern.

Wo sind die Büchereulen
Wo sind die „Büchereulen“ von gestern?

Fragt man konkret nach, wie die Märchen der Gebrüder Grimm heißen, weiß kaum ein Kind, wer die Gebrüder Grimm sind. Es gibt sogar Kinder, die wissen tatsächlich nicht einmal, was Märchen sind.

Es ist doch erschreckend und traurig gleichermaßen, dass Eltern heute weniger denn je, ihren Kindern schon von klein auf mit Büchern vertraut machen.

Statt der Gutenacht-Geschichte werden Teddybären eingesetzt, die auf Knopfdruck Geschichten erzählen, der Kassettenrekorder bzw. CD-Player wird angestellt, damit die Kids auf diese Art Unterhaltung haben oder das elektronische Kinderbuch übernimmt die Aufgabe, das Kind lautstark in den Schlaf zu lesen.

Dabei gibt es wunderschöne Kinderbücher für Kinder jeglicher Altersklassen, mit Geschichten, die so vielfältig und bunt sind wie das Leben an sich. Bücher für Kinder, die liebevoll illustriert wurden und nur darauf warten, gelesen oder vorgelesen zu werden.

Warum, so sollte man sich doch die Frage stellen, gibt es heute mehr denn je Kinder, die unter einer Lese-Rechtschreib-Schwäche? Von ungefähr kommt diese nicht. Es sind die Bücher, die fehlen, von Kindheit an. Durch Vorlesen wird die kindliche Neugier geweckt. Alleine schon der jeweilige Inhalt einer Lektüre lässt Kinder neugierig werden, sie wollen stets wissen, wie eine Geschichte ausgeht und was bis zum Ende alles passiert.

Ganz gleich ob es sich um klassische Märchen, lehrreiche Geschichten oder abenteuerliche Storys handelt. Kinder, die jeden Abend eine Geschichte von Mama oder Papa vorgelesen bekommen, sind auch wesentlich aufgeschlossener und lernwilliger. Der Neugier wegen möchten sie selbst viel früher als andere Kinder die Buchstaben kennenlernen, um die Wörter in den Büchern entziffern zu können, um selbst das Lesen zu erlernen. Lesen bildet, das ist schließlich jeden bekannt.

Kinderbücher werden geschrieben, damit sie gelesen werden…

… und Kinderbücher sind dazu gedacht, vorgelesen und selbst gelesen zu werden. Es sind keine trostlosen Gegenstände, die in den Regalen verstauben sollten, sondern kleine „Kunstwerke“ von Dichtern und Autoren, die sich etwas dabei gedacht haben, diese Storys für Kinder zu erfinden.

Ist es die Bequemlichkeit der Eltern oder ist es die fehlende Zeit, die so gerne als Ausrede benutzt wird, warum den Kindern keine Bücher mehr vorgelesen werden? Ganz gleich, welche Beweggründe diesbezüglich genannt werden, es sind im Endeffekt nur Ausreden, denn zum Lesen oder Vorlesen findet sich immer Zeit. Es gibt nichts Schöneres für Kinder, als Abends im Bettchen zu liegen und Mamas oder Papas Stimme zu lauschen, die eine Geschichte oder ein Märchen vorliest.

Geschichten werden viel anschaulicher, wenn diese mit Betonung vorgetragen werden, wenn eine vertraute Stimme diese erzählt. Das kindliche Verstehen wird ganz anders geschult, Kinder bekommen so viel eher ein Gefühl für Sprache. Zudem verstehen sie Zusammenhänge besser – wenn sie Geschichten vorgelesen bekommen und sogleich Fragen beantwortet werden können, die eventuell auftreten.

Einer CD und einem Hörbuch, einem sprechenden Teddy, der mit monotoner Stimme erzählt, können die Kleinen keine Fragen stellen. Aus Geschichten lernen Kinder, Bücherhelden lassen sie „wachsen“, stärken sie und machen sie mutiger.

Es gibt so mannigfaltige Bücher für Kinder und jede einzelne Story ist lesenswert.

Eltern sollten sich einmal darauf besinnen, wie es war, als sie klein waren und wie herrlich es doch gewesen ist, als die eigene Mutter noch die Gutenacht-Geschichte vorgelesen hat. Eltern sollten gleichermaßen einmal darüber nachdenken, was sie selbst dabei empfinden, wenn sie Bücher lesen – was sie aus Büchern entnehmen können, was Bücher bzw. deren Inhalte ihnen vermitteln und warum sie persönlich Bücher lesen.

All dies sollten sie sich vor Augen halten, innehalten und kurz überlegen, ob sie tatsächlich diese wunderbare Erfahrung – das Lesen und Vorlesen – ihren eigenen Kindern vorenthalten wollen.

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