Buddhismus – Tod und Symbole

Einstellung der Buddhisten gegenüber dem Tod

Die Buddhisten glauben, dass nach dem Tode jedes Leben in einer anderen Form fortgesetzt wird. Ob es sich in menschlicher, göttlicher oder tierischer Form manifestiert, hängt vom Handeln im vorausgehenden Dasein ab. In der Auslöschung des Begehrens oder des Ichs liegt das Ziel des Buddhismus, damit das Individuum aus dem Kreislauf der Wiedergeburten ausscheiden und den Zustand des Nirwana erreichen kann.

Religionen der Welt - Buddhismus
Symbole des Buddhismus

Das tibetanische Totenbuch (das „Bardo Thödol“) belehrt den Gläubigen über die Symptone des Todes und die Stufen, die während des Sterbevorganges durchlaufen werden. Es geht der Frage nach, wie die Seele sogar nach der Loslösung vom Körper auf ihrer Wanderung zur Wiedergeburt noch das Nirwana erlangen kann.

Das „Bardo Thödol“ wird dem Verstorbenen vorgelesen , damit er sich der Lehren erinnert und doch noch zur Erlösung finden kann.

Nach dem Eintreten des endgültigen Todes tritt der Verstorbene in die erste Stufe seines Nachtod-Erlebens ein. Er erkennt das sogenannte „klare Urlicht“, das die reinste und unverschleiertste Form der Leerheit darstellt. Da der durchschnittliche Mensch aber leider mit diesem Zustand nicht vertraut ist, verpasst er üblicherweise die Gelegenheit zur Erleuchtung und gleitet statt dessen nach und nach zunächst zurück in die Welt des Unbewussten und dann auf eine 49tägige Reise.

Auf dieser Reise begegnet die Seele des Verstorbenen letztendlich den Göttern, denen sie im Leben nachgeeifert hat und von denen sie sich ständig beeinflussen ließ. Der Verstorbene hat noch eine einmalige Chance, diese Verhaltensweisen – diese Götter – als nichtig zu erkennen und als Illusion zu erntlarven. Wenn seine Seele diese Gelegenheit nutzt, so wird sie augenblicklich erleuchtet, gelangt zur Erlösung und tritt ins Nirwana ein. Gelingt es ihr nicht, so taucht er immer tiefer ins Unbewusste und kehrt in ein neues Leben zurück. Er hat die Chance verpasst.

Symbole, Begriffe und Merkmale des Buddhismus

Askese: Bekämpfung der Sünde durch Bussübung, Verzicht auf Genuss.

Buddhastatuen: Diese entsprechen nicht dem Willen Siddharta Gautamas; sie entstanden erst im Laufe der Jahrhunderte. Die Statuen zeigen Buddha in verschiedenen Positionen (asanas) und mit verschiedenen Handlungen (mudras).

Bodhisattwa: Ein Wesen, das auf dem Weg ist, ein Buddha zu werden, den Eintritt ins Nirwana aber verzögert, um möglichst viele Wesen zur Erlösung aus dem Geburtenkreislauf zu führen.

Festkalender: Die buddhistische Zeitrechnung beginnt mit dem Eintritt Buddhas ins Nirwana und liegt nach christlichem Kalender etwa 2500 Jahre zurück. Die Jahreszählung ist dabei nicht von zentraler Bedeutung, richtet sich diese doch oft nach den Regierungsjahren eines Königs oder Fürsten. Der Festkalender basiert auf dem Mondjahr. Er hat deshalb bewegliche Festtage. Die Hauptfeste finden bei Voll- und Halbmond und demzufolge nicht in allen Ländern gleichzeitig statt.

Kasteiung: Man legt sich aus religiösen Motiven Entbehrungen auf.

Konfuzianismus: Die auf dem Leben und der Lehre des Konfuzius beruhende ethische, weltanschauliche und staatspolitische Geisteshaltung in China und Ostasien.

Lotossitz: Sitzhaltung bei der die Oberschenkel gegrätscht und die Füsse übers Kreuz auf den Oberschenkeln liegen.

Meditation: Die Meditation spielt im Buddhismus eine große Rolle. Das Spektrum umfasst verschiedene Schulen und Formen, von der einfachen Meditation bis hin zu abstrakten Zen-Praktiken. Auch die tantrische Meditation, das Rezitieren heiliger Silben und magischer Formeln, ist für uns schwer nachvollziehbar.

Nirwana: Die völlige, selige Ruhe als erhoffter Endzustand.

Schriften: Die Lehren des Buddha sind in einer Schriftensammlung überliefert, die als der sogenannte “Dreikorb” bekannt ist. Die Lehren des Buddha, die Regeln der Disziplin für buddhistische Mönche und Nonnen sowie dogmatische Ausführungen, der “Korb der höheren Lehre”, sind darin enthalten. Er ist in drei Versionen überliefert: in Pali (der Sprache der südlichen Buddhisten) und in zwei Mahajana-Fassungen in Chinesisch und Tibetanisch (die von den nördlichen Buddhisten gesprochen werden). Die Mahajana-Fassungen umfassen auch die späteren Bücher, die von den südlichen Buddhisten nicht als zum Kanon gehörig betrachtet werden.

Shitô-Religion: Die Gesamtheit der religiösen Anschauungen und Gebräuche, die in Japan vor der Verbreitung des Buddhismus bestanden.

Stupa: Ein Reliquienschrein zur Erinnerung an Buddha. Auf die Frage, wie man sich seiner erinnern soll, gab er zur Antwort: “Macht einen Hügel von aufgehäuften Reiskörnern mit einer Lotusblüte oben auf der Spitze!” Die ursprüngliche Form der Stupa lehnt sich an diese Vorgabe an. Die Baustile variieren, je nach Land und Kulturepoche. Im wesentlichen aber bestehen sie aus einem halbkugelförmigen Massivbau. Darin liegt der Reliquienraum. Aus ihm heraus wächst ein würfelförmiger Aufsatz mit pfahlähnlicher Spitze.

Zen: Japanische Richtung des Buddhismus, die durch Meditation tätige Lebenskraft und größte Selbstbeherrschung, das Einswerden mit Buddha zu erreichen sucht.

Fazit

Der Buddhismus ist eine sanfte, friedliche Religion. Menschlicher Geist schuf hier eines der erhabendsten Gedankengebäude. Anders als andere Religionen verzichtet der Buddhismus weitgehend auf Ueberirdisches. Er konzentriert sich auf Richtlinien für eine sinnvolle Lebensweise. Es gibt keine zentrale Autorität, keinerlei Diskriminierung irgendwelcher Art, kein Streben nach Vergrößerung der Glaubensgemeinschaft.

Dies ist mit ein Grund für den aggressionslosen, gewaltfreien Charakter dieser Religion. Menschen mit Interesse an Buddhas Heilslehre sind stets herzlich willkommen, woher sie auch kommen, was immer sie sind. Und eben, heutzutage nicht zu vergessen: Bekehrungsdrang ist dem Buddhismus zutiefst fremd. Andersgläubige lässt man in Ruhe.

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