Borretsch – Gewürze Lexikon

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Borretsch – Borago officinalis

Allgemeines: Diese einjährige krautige Pflanze gehört zur Familie der Raublattgewächse. Man kennt sie auch unter den Namen Gurkenkraut und Herzfreude.

Borretsch - Borago officinalis
Wie sieht Borretsch aus? – Borago officinalis

Ursprünglich stammt Borretsch aus dem Mittelmeerraum. Hier wächst er vorzugsweise auf Brachland und Schuttplätzen. Mittlerweile hat er sich weit verbreitet.

Die Pflanzen können zwischen 20 und 80 cm hoch werden. Der Wuchs ist aufrecht mit stark verzweigten und rau behaarten Stängeln. Die gestielten Blätter mit gewelltem Rand können eiförmig oder lanzettlich sein.

In den Monaten April bis November erscheinen die rund 2 cm großen tiefblauen Blüten. Sie stehen in einer locker verzweigten Rispe zusammen.

Im Borretsch sind verschiedene Alkaloide enthalten. Aus diesem Grund sollte eine regelmäßige Einnahme in größeren Mengen vermieden werden. Weiterhin sind in der Pflanze aber auch die Vitamine C, Kieselerde, Saponine, Harze, Kaliumnitrat, Gerbstoffe und Pflanzenschleim enthalten.

Ernte: Hauptsächlich werden beim Borretsch Sprossteile, Blätter und Blüten verwendet. Die Ernte kann zwischen den Monaten Mai bis Oktober erfolgen. Die ersten jungen Blätter können bereits vor der Blüte gepflückt werden. Ältere Blätter sind in der Regel hart.

Man sollte immer erst kurz vor der Verwendung die Blätter pflücken. Es finden auch die noch nicht geöffneten Blüten Verwendung. Borretsch kann man auch einfrieren.

Anzucht: Normalerweise säen sich die Pflanzen im Garten selbst aus und verwildern so recht schnell.

Bereits ab Mitte April bis in den Juli hinein sollte Borretsch immer in 3 bis 4 wöchigen Abständen neu ausgesät werden. Die Aussaat kann dann direkt ins Freiland erfolgen. Dabei sollte allerdings ein Reihenabstand von 30 cm eingehalten werden.

Die Pflanzen lieben einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit einem nährstoffreichen, durchlässigen, möglichst kalkhaltigen Boden. Borretsch lässt sich sehr gut in Mischkulturen zwischen Gemüse oder anderen Kräutern einsetzen.

Verwendung: Die frischen Blättchen eignen sich besonders gut zum Verfeinern von Gurken- und auch anderen Salaten, Eintöpfen, Quiches, Omeletts, Füllungen, Fisch- und auch Gemüsegerichten wie Kohlrabi und Wirsinggemüse, aber auch zum Einmachen von Gurken.

Fein gehackt gibt Borretsch auch Soßen, besonders der „Frankfurter Grünen Soße“ eine besondere Würze. Die jungen Blüten entwickeln einen typischen Gurkengeschmack. Sie passen sehr gut zu gemischten Salaten und Weichkäse. Weißweinessig erhält durch sie eine herrlich bläuliche Färbung.

Die Blüten haben eine schweißtreibende und die Blätter eine harntreibende Wirkung. Borretsch kann bei einer äußerlichen Anwendung bei Haut- und Schleimhautrötungen schmerzstillend wirken.

Das Samenöl ist besonders reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

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