Blumen gießen auf dem Balkon und die Nachbarn

Begonien, Geranien, Petunien – Jahr für Jahr blüht es auf vielen Balkonen. Selbst wenn der Vermieter mit dieser Blütenpracht nicht einverstanden ist: Verbieten kann er sie nicht. Jeder Mieter hat das Recht, den Balkon nach seinen eigenen Wünschen zu gestalten. Gegenseitige Rücksichtnahme spielt aber insbesondere beim Blumengießen eine große Rolle.

Blumen auf dem Balkon: Gießen ja, aber bitte nicht tropfen!

Blumen auf dem Balkon richtig gießen
Balkonpflanzen gießen mit Rücksicht auf die Nachbarn

Wer eine Wohnung mit Balkon mietet, kann diesen auch entsprechend nutzen und nach eigenem Geschmack Tische, Bänke, Stühle sowie Sonnenschirme aufstellen. Ferner haben Mieter die Möglichkeit, ihre Balkone mit Blumenkästen oder -töpfen zu verschönern, solange diese den Gesamteindruck nicht erheblich stört.

Eine Klausel im Mietvertrag, die dies grundsätzlich verbietet, wäre laut DMB – Deutscher Mieterbund – unzulässig. Wichtig ist, dass die Töpfe und Kästen ordnungsgemäß befestigt beziehungsweise sicher aufgestellt werden und auch bei stärkerem Wind nicht herunterfallen sowie Nachbarn oder Passanten gefährden können.

Stellt ein Mieter wiederholt Blumentöpfe ungesichert auf den Balkon und fallen diese womöglich herunter, kann der Vermieter nach einer Abmahnung sogar eine fristlose Kündigung des Mietverhältnisses aussprechen.

Hinweis: Soll der Balkon mit Kletterpflanzen wie Clematis, Passionsblume oder Efeu gestaltet werden, ist es ratsam, vorher mit dem Vermieter zu sprechen, da diese Pflanzen möglicherweise Spuren auf der Fassade hinterlassen können.

Laub und Gießwasser: Müssen die Nachbarn alles dulden?

Selbst die schönsten Blumen verblühen einmal. Wenn einige der vertrockneten Blüten oder Blätter auf den darunterliegenden Balkon fallen, muss dies der andere Mieter dulden. Ist der Balkonbewuchs aber so üppig, dass er über die Balkonbrüstung ragt und zu einer Belästigung wird, müssen die Blumen zurückgeschnitten werden.

Beim Gießen der Balkonpflanzen ist wiederum darauf zu achten, dass das Wasser nicht nach unten tropft und den darunter wohnenden Mieter beeinträchtigt. Vor allem, wenn die Blumenkästen an der Außenseite des Balkongeländers angebracht sind, kann das schnell passieren.

Tropft das Wasser auf den darunterliegenden Balkon – auf den Boden, den Tisch oder gar in die Kaffeetasse des Nachbarn – so ist es mit dem Frieden meist vorbei.

Zwar lässt sich der eine oder andere Wassertropfen nicht immer vermeiden, dennoch greift in diesem Fall das wohnungseigentumsrechtliche Rücksichtnahmegebot. Demnach müssen Mieter so lange mit dem Gießen ihrer Balkonpflanzen warten, bis sich definitiv niemand mehr auf dem unteren Balkon befindet (§ 14 Nr. 1, Wohnungseigentumsgesetz = WEG).

Hält sich der Blumenfreund nicht an das gegenseitige Rücksichtnahmegebot, muss er im schlimmsten Fall mit einer Unterlassungsklage (gemäß § 1004 Abs. 1 BGB sowie §§ 15 Abs. 3, 14 Nr. 1 WEG) oder einer Schadensersatzforderung (gemäß § 280 Abs. 1 BGB sowie § 14 Nr. 1 WEG) rechnen.

Tipp: Wenn doch einmal ein paar Wassertropfen zur falschen Zeit auf den Balkon Ihres Nachbarn gelangen, laden Sie ihn als freundliche Geste doch einfach auf eine frische Tasse Kaffee bei sich ein und zeigen ihm bei der Gelegenheit gleich Ihre schönen Balkonblumen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.