Betrogen worden – Partnerschaft

Betrogen worden – wie damit umgehen?

Betrogen zu werden gehört zu den größten schmerzlichen Erfahrungen, die in einer Beziehung vorkommen können. Eine solche Verletzung spielt sich auf vielen verschiedenen Ebenen ab. Nicht nur das Vertrauen in den Partner und die Beziehung wird dadurch maßgeblich gestört, sondern auch das Selbstvertrauen kann erheblichen Schaden nehmen.

Betrogen worden
Betrogen zu werden gehört zu den schmerzlichsten Erfahrungen in einer Beziehung

Nicht selten wird die Enttäuschung über den Betrug von Selbstzweifeln und Vorwürfen gegen sich selbst begleitet. Die eigene Attraktivität wird ebenso infrage gestellt wie die eigene Beziehungsfähigkeit. Ist die anfängliche Wut auf den anderen erst einmal verflogen, wird oftmals die Schuld bei sich selbst gesucht.

Betrogen zu werden führt darüber hinaus in vielen Fällen dazu, dass der gemeinsame Lebensentwurf ins Wanken gerät oder ganz zerstört wird. Der Weg aus dieser vielschichtigen und schwierigen Situation ist durchaus nicht ganz einfach. Es gibt jedoch hilfreiche Strategien, wie Sie sich aus diesem Wust von Gefühlen Schritt für Schritt befreien können.

Am Ende ist dann nicht nur der Weg offen, um sich wieder neu zu verlieben, sondern oft wird eine solche bewusst gemachte Erfahrung auch als positive Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit empfunden.

Auch wenn es schwer fällt: Versuchen Sie sich Klarheit zu verschaffen

Ein Betrug in einer Beziehung ist vergleichbar mit einem Wirbelsturm, der innerhalb kürzester Zeit alles durcheinanderbringt. Der Scherbenhaufen, den er zurücklässt, bewirkt im ersten Moment Fassungslosigkeit, Verzweiflung und Orientierungslosigkeit. Hinzu kommt die Trauer um den Verlust.

Enttäuscht und verletzt zu sein, sind legitime Gefühle, die ihre Zeit brauchen.

Die Gefahr, die besteht, ist jedoch, dass diese Gefühle in eine Ohnmacht führen und sich somit verfestigen. Dieses Gefühl der Ohnmacht führt dann nicht selten dazu, dass die Rolle des Opfers eingenommen wird. Wenn Sie sich jedoch als Opfer fühlen, nehmen Sie sich einen großen Teil des aktiven Handlungsspielraums, den Sie tatsächlich haben.

Um Schritt für Schritt Klarheit in die Situation zu bringen, sollten Sie sich verdeutlichen, was mit und Ihnen passiert. Dazu gehört im Wesentlichen, dass Sie Ihre unterschiedlichen Gefühle betrachten und sich über diese bewusst werden. Nicht jeder Mensch kann das alleine, deshalb kann es durchaus Sinn machen, sich dabei professionelle Unterstützung zu holen. Wenn Sie sich klar machen, was wirklich in Ihnen vorgeht, kommen Sie auch mehr und mehr in die Lage, mit den unterschiedlichen Gefühlen umzugehen. Nur so können Sie sich beispielsweise aus einer Spirale der Selbstvorwürfe und Selbstbeschuldigung befreien.

Auch die Beziehung und der Partner sollten auf dem Prüfstand stehen, genauso wie Ihre tatsächlichen Beweggründe für diese Beziehung. Die aktive Auseinandersetzung mit all diesen Punkten ist sicher schwieriger und aufwendiger als eine einfache Verdrängung. Aber nur durch Sie können neue und wertvolle Erfahrungen für eine zukünftige Beziehung gewonnen werden.

Ziehen Sie sich nicht zurück

Bei Enttäuschung und Traurigkeit ist der Reflex, sich erst einmal zurückzuziehen, ganz normal und verständlich. Schließlich kostet es nicht unerhebliche Kraft, diese zu verarbeiten. Besonders wenn die Enttäuschung durch einen geliebten Menschen erfolgt ist, stellt sich schnell das Gefühl ein, dass keinem Menschen mehr zu trauen ist.

Geben Sie sich Zeit für Ihre Traurigkeit und Enttäuschung, aber verlieren Sie sich nicht darin. Denken Sie an Ihre Freunde, die Sie mögen und auf die Sie sich verlassen können. Unternehmen Sie schöne Dinge mit Ihnen. Das Gefühl, dass Sie gemocht und geschätzt werden, wird Ihrem Selbstbewusstsein gut tun.

Jede unbeschwerte Stunde mit Menschen, die Ihnen nahe stehen, wird Ihnen ein Stückchen Last von Ihrer Seele nehmen und das Vertrauen in die Menschen wieder stärken. Wichtig ist es, das richtige Maß zwischen Verarbeitung und Ablenkung zu finden. Weder hilft es Ihnen wirklich weiter, wenn Sie nur noch vor sich hin grübeln, noch ist es ratsam, die gemachte Erfahrung einfach zu verdrängen.

Tun Sie regelmäßig etwas Gutes für sich selbst und genießen Sie es, dass Sie sich auch alleine wohlfühlen können. Vielleicht hatten Sie schon lange vor, sich weiterzubilden oder ein Hobby intensiver zu verfolgen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür. Je wohler Sie sich auch alleine fühlen, desto gestärkter und selbstbewusster können Sie in eine neue Beziehung gehen.

Überlegen Sie sich, was Sie von einer Partnerschaft erwarten

Je konkreter Ihre Vorstellungen davon sind, was Sie von einer Partnerschaft wirklich erwarten, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie auch den richtigen Partner dafür finden. Sicher müssen in jeder Partnerschaft Kompromisse gemacht werden, aber es ist auch wichtig, die eigenen Wünsche und Bedürfnisse selbstbewusst einzubringen und zu vertreten.

Ebenso ist Offenheit für jede Beziehung eine wichtige Grundlage. Die Erwartungen beider Seiten sollten möglichst konkret auf den Tisch. Wer sich eine langfristige und vertrauensvolle Beziehung wünscht, der sollte dies unmissverständlich klar machen. Wenn der gewählte Partner diese Erwartung nicht erfüllen kann oder will, sollten Sie sich überlegen, ob er der Richtige für Sie ist. Vorsicht aber vor zu kritischer oder ängstlicher Einschätzung.

Gerade nach einer großen Enttäuschung besteht die Gefahr, dass man das Erlebte auf den neuen Partner projiziert. Eine Beziehung, die schon mit Misstrauen eingegangen wird, ist jedoch von vornherein belastet. Unter Umständen kann es sinnvoll sein, mit Ihrem neuen Partner über die gemachten Erfahrungen zu sprechen, sodass dieser weiß, wo Sie vielleicht besonders empfindlich sind.

Gehen Sie offen und vertrauensvoll auf die Suche

Lernen Sie neue Leute kennen, nur so kann sich die Möglichkeit für eine neue Liebe ergeben. Die Zahl der Singles ist groß und es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sie kennenzulernen. Werden Sie aktiv und warten Sie nicht auf den Zufall.

Wer in einer Beziehung betrogen wurde, hat schnell das Gefühl, dass er sich nie wieder verlieben kann, es vielleicht sogar nicht einmal mehr will. Der Wunsch nach einer harmonischen und vertrauensvollen Partnerschaft hört aber niemals wirklich auf. Nach einer Enttäuschung ist es wichtig, wieder Boden unter den Füßen zu gewinnen.

Niemand ist vor negativen Erfahrungen in einer Partnerschaft geschützt, es kommt deshalb wesentlich auf den Umgang damit an. Wer sich in der Vergangenheit vergräbt, der hat keine Zukunft. Mit den beschriebenen Strategien können Sie sich Schritt für Schritt von dem schmerzhaften Erlebnis lösen und haben so die Möglichkeit, sich neu zu verlieben. Wenn Sie dann wieder dieses Kribbeln im Bauch spüren, haben Sie es geschafft.

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