Mode Fashion Bekleidung

Ob hautschmeichelnde Seide, fein glänzende Viskose oder wärmende Wolle, ob Nylon oder Hightech-Klimamembrane in Leuchtfarbe oder edles Straußenleder, ob papageienbuntes Outfit oder graues Geschäftskostüm, Damenbekleidung von heute existiert in fast unbegrenzter Formen- und Farben-Vielfalt.

Damenbekleidung im Wandel der Zeit

Erlaubt ist beinahe alles, was gefällt. Geschichtlich betrachtet, genießt Frau diese Freiheit jedoch noch nicht sehr lange.

Über Jahrtausende hinweg war Damenbekleidung streng reglementiert

Mode / Fashion für Frauen
Mode / Fashion für Frauen im Wandel der Zeit

Formen und Farben wurden nach Stand und Rang festgelegt. Kleidung signalisierte, ob die Frau ledig, verheiratet oder verwitwet war, und zu welchem Berufs- und Einkommensstand ihr Ehemann gehörte. Moden bewegten sich im Rahmen des Erlaubten.

Im antiken Rom wie im europäischen Mittelalter erkannte man Prostituierte an speziellen Frisuren und meist gelber Kleidung.

Der einfache römische Bürger und der mittelalterliche Bauer kleideten sich mit ungefärbter weißer, grauer und schwarzer Wolle und Leinen; mehr als ein Kleid konnte sich eine einfache Frau nicht leisten. Reiche und Adelige trugen teurere Stoffe und kostbare Farben, besaßen einen wohlgefüllten Kleiderschrank und gingen mit der Mode. Diese musste sich jedoch immer im Rahmen der Kleidervorschriften bewegen.

Je nach Stadt und Gemeinde gab es bis in die Zeit der Aufklärung im 18. Jahrhundert wechselnde Vorschriften für Damenbekleidung. Farbe und Stoffmenge wurden reglementiert, Verwendung kostspieliger Materialien wie Spitze und Edelsteinen eingeschränkt. Man befürchtete, zuviel Prachtentfaltung mit Gold und Edelsteinen könnte Gott beleidigen und ein Unglück heraufbeschwören. Manche Kleidervorschriften regelten sogar die Länge einer Schleppe.

Die Mode für Frauen wird individueller

Seit dem Jahrhundert der Aufklärung und dem Aufstieg der Individualität verschwinden offizielle Kleidervorschriften mehr und mehr. Noch um 1960 herum konnte es Schülerinnen an einem katholischen Gymnasium passieren, dass sie wegen Hosentragens oder zu kurzer Kleiderärmel nach Hause geschickt wurden.

Heute gehören Hose und Spaghetti-Top selbstverständlich zum Repertoire der Damenbekleidung. Frau trägt was sie möchte, und mehr noch, sie trägt, was ihren individuellen Geschmack und ihre Anschauungen ausdrückt. Sie folgt der Mode um sich toll und begehrenswert zu fühlen und zu zeigen, welcher gesellschaftlichen Gruppierung sie sich zugehörig fühlt.

Damenbekleidung heute drückt den individuellen eigenen Geschmack aus und folgt dabei subtilen Regeln. Die seriöse Geschäftsfrau trägt das konservative dunkle Kostüm oder den dunklen Hosenanzug mit heller Bluse.

Wie langweilig würde jedoch diese Kleidung auf einer Party wirken – dafür zieht Frau sich natürlich um und glänzt mit Minirock und tiefem Ausschnitt. Die Partykleidung wieder würde im Geschäftsleben überflüssig sexualisierend wirken und wäre nicht gerne gesehen.

Andere Kleiderstile drücken sogar politische Anschauungen aus, wie etwa die lila Latzhose der frühen „Grünen“-Bewegung, oder die konservative Trachten-Kleidung. Kleidung kann durch modische Aufdrucke die Vorliebe der Trägerin für eine Musikgruppe verkünden oder die Zugehörigkeit zur Gothik-Bewegung zeigen.

Kleidung kann aber auch unauffällig sein und damit den Wunsch der Trägerin ausdrücken, sich zu verbergen. Wenn im Mittelalter galt: zeige mir deine Kleidung, und ich weiß, welchem Stand du angehörst, gilt heute: zeige mir deine Kleidung und ich weiß, wer du bist, was deine Meinungen und Vorlieben sind.

Noch vor einigen Jahren war an der Damenbekleidung immer noch der Reichtum der Trägerin abzulesen. Teure Stoffe wie Seide und Mohair, aber auch die Verwendung spezieller Leder und von Edelsteinen zeigten dem Kennerblick, welches finanzielle Vermögen hinter der Erwerbung stand. Jedoch auch diese Signale verschwinden zusehends dank Strass-Steinen und einer Technik, die auch sehr hochwertige Materialien aus Kunststoff nachbilden kann.

So ist heute nicht so sehr der Wert des verwendeten Materials ausschlaggebend für die finanzielle Einordnung der Trägerin, sondern der gute und teure oder preiswerte und langweilige Ruf des getragenen Modelabels. Doch Mode ist ein anderes Thema.

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