Grüner Knollenblätterpilz – Amanita phalloides Pilze

Grüner Knollenblätterpilz – Giftgrünling / Amanita phalloides

Merkmale: Der anfangs halbkugelige Hut ist später glockig gewölbt und dann schließlich leicht niedergedrückt. Er kann einen Durchmesser von 5 bis 15 cm erreichen. Die Huthaut des Grünen Knollenblätterpilzes ist glatt und olivgrün bis gelbgrün gefärbt. In seltenen Fällen kann aber auch eine braune oder weiße Färbung auftreten. Sehr häufig ist bei jungen Exemplaren der Rand der Huthaut gerieft.

Grüner Knollenblätterpilz - Giftgrünling / Amanita phalloides
Wie sieht ein Grüner Knollenblätterpilz aus

Der weiße Stiel ist zylindrisch. An seiner Basis ist er dabei sichtbar knollig verdickt und mit einer abstehenden und sackartigen Scheide umschlossen. Am Stiel ist eine weiße und häutige Manschette herabhängend. Der Stiel kann 6 bis 15 cm lang und 1 bis 2 cm dick werden. Unter der Huthaut stehen die weißen Lamellen dicht gedrängt. Manchmal haben diese auch einen grünlichen Schimmer.

Die Lamellen sind freistehend, also nicht am Stiel angewachsen. Das zarte und faserige Fleisch ist weiß. Allerdings kann es unter der Huthaut auch eine gelbgrüne Färbung aufweisen. Junge Pilze sind vollkommen geruchlos. Mit zunehmendem Alter verströmt der Grüne Knollenblätterpilz einen süßlichen Geruch. Er riecht leicht Ammoniak.

Der Geschmack des Fleisches ist würzig nussartig. Vorsicht, nicht kosten!

Standort: Der Grüne Knollenblätterpilz gehört zu den typischen Waldpilzen. Hauptsächlich wächst er in Laub- und Mischwäldern unter Eichen, Kastanien und Buchen. Seltener findet man ihn auch in Nadelwäldern und Parkanlagen. Die Fruchtkörper erscheinen in den Monaten Juli bis November.

Wert: Diese Pilze sind sehr giftig. Ihr Verzehr führt zum Tode. Im Grünen Knollenblätterpilz ist das tödlich wirkende Gift Amanitin enthalten. Der Pilz ist für 90 bis 95 % aller tödlich verlaufenden Pilzvergiftungen verantwortlich. Auch bei ärztlichen Behandlungen liegt die Sterblichkeitsrate immer noch bei 50 %. Schon 1 Gramm des frischen Pilzes auf ein Kilogramm Körpergewicht gerechnet, kann bei einem Erwachsenen zum Tode führen. Vergiftungen mit dem Grünen Knollenblätterpilz sind erst verhältnismäßig spät erkennbar. Erst nach 40 Stunden nach dem Verzehr machen sich die ersten Symptome bemerkbar. Die Heilungschancen sind hier umso größer, je früher die Vergiftung erkannt wird. Allerdings treten manche Symptome erst sehr spät auf. Es ist dann bereits meist die Leber schon irreparabel geschädigt.

Erste Anzeichen äußern sich durch das Auftreten kolikartiger Bauchschmerzen mit anhaltendem Durchfall, Erbrechen und Blutdruckabfall. Es muss dann unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Teilweise kann sich das Befinden allerdings wieder bessern. Das Gift allerdings wirkt im Körper weiter und zerstört die ganze Leber. Innerhalb von vier bis sieben Tagen tritt dann ohne Behandlung ein Leberversagen ein.

Verwechslungsgefahr Grüner Knollenblätterpilz: Große Ähnlichkeiten bestehen mit dem essbaren Dünnfleischigen Anischampignon und den ebenfalls essbaren Eierwulstling. Eine Verwechslungsgefahr besteht aber auch mit dem essbaren Grünen Ritterling, dem sehr schmackhaften Grauen Ritterling und dem giftigen Braungelben Ritterling.

Besondere Vorsicht gilt bei den heller gefärbten Grünen Knollenblätterpilzen. Sie können schnell mit den essbaren Champignons verwechselt werden. Daneben sehen aber auch der essbare Grünling (Tricholoma equestre) und verschiedene essbare Täublinge (Russula) wie der Grasgrüne Täubling (Russula aeruginea) und grüne, ringlose Milchlinge (Lactaria) dem Grünen Knollenblätterpilz zum Verwechseln ähnlich.

 


Was beim Sammeln von Pilzen immer wichtig ist

Ein allgemeines Kriterium zur Unterscheidung von essbaren und giftigen Pilzen gibt es nicht. Genaue Kenntnisse über Fruchtkörper und allgemeines Aussehen sind beim Pilze sammeln daher unabdingbar und können durch kein Pilzlexikon ersetzt werden. Generell gilt, einen unbekannten oder nicht genau bestimmbaren Pilz nicht zu sammeln und schon gar nicht zu verzehren.

Es ist auch zu berücksichtigen, dass einige Pilzsorten früher als Speisepilze galten, jedoch mittlerweile zu den giftigen Pilzen zählen. Bei der Pilzbestimmung muss daher immer auf aktuelle Fachliteratur zurückgegriffen werden.

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