Führen All-Age-Romane zu einer infantilen Gesellschaft?

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All-Age-Romane, ­ dieser Trend boomt. Zunächst fing es harmlos an. Nur vereinzelt wurden Bücher von zwei Generationen gelesen. Die unendliche Geschichte oder Momo zum Beispiel oder Der kleine Prinz.

All-Age-Romane und wieso Mutter und Tochter dasselbe Buch lesen

All-Age-Romane
All-age-Romane: Wenn Mutter und Tochter das gleich Buch lesen

Als Harry Potter in die Buchläden kam, war es dann geschehen. Mütter und auch Väter griffen zunächst heimlich, dann jedoch schon sehr bald ganz offensichtlich ebenfalls zu der Literatur ihrer Kinder. Und hatten dabei Spaß.

So viel Spaß, dass auch All-Age-Romane wie Tintenherz und die BISS-Trilogie den Weg in die elterlichen Hände beziehungsweise Köpfe fanden. Denn darum geht es schließlich: um ein Abenteuer im Kopf, eine günstige Urlaubsreise zwischen zwei Buchdeckeln.

All-Age-Romane werden offiziell für Erwachsene bis vierzig Jahre geschrieben. Bis zu diesem Alter, glaubt jedenfalls die Medienindustrie, tauchen Menschen gerne in eine fantastische Welt ein, lesen lieber von einfach strukturierten Gut-Böse-Figuren, als sich mit komplexen Charakteren abzugeben.

All-Age-Romane ­ nur ein Phänomen einer komplizierten Gesellschaft?

Verdummt eine Gesellschaft, in der selbst Erwachsene Jugendromane lesen? Wenn man bedenkt, dass früher die Hälfte der Bevölkerung überhaupt nicht lesen konnte, muss man diesen Vorwurf gegenüber den All-Age-Romanen fallen lassen.

Aber worin liegt der Reiz? In England gab es nie einen so großen Unterschied zwischen Erwachsenen- und Jugendliteratur, daher fällt der Trend All-Age-Roman dort weniger auf.

Ist uns Deutschen das Leben vielleicht zu kompliziert geworden, um uns in unserer Freizeit noch mit Hochgeistigem zu beschäftigen? Greifen wir deswegen nach Einfachem, nach Fantastischem? Oder ist in unserer Gesellschaft alles zu erklärbar geworden?

All-Age-Romane sind meist fantastischer Natur, ein Stück Mystik in einer sehr technischen Welt, die alles möglich macht, aber ihr Geheimnis verloren hat.

Ein Gedanke zu „Führen All-Age-Romane zu einer infantilen Gesellschaft?“

  1. Habe ich so noch gar nicht drüber nachgedacht, aber stimmt. Finde ich aber nicht schlimm, sehe ich kein Problem drin.

    LG
    Bernd

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